Wurzelkropf an Apfel- und Birnbäumen: erkennen und vorbeugen

Knotige Wucherungen an den Wurzeln stören die Versorgung deiner Bäume – sie kränkeln, wachsen schlecht und können im Extremfall eingehen.

Der Erreger lebt im Boden, gelangt über Verletzungen in die Wurzeln und verbreitet sich mit zerfallenden Gallen. Besonders betroffen sind Apfel- und Birnbäume sowie Jungpflanzen aus Baumschulen.

Wurzelkropf an Apfel- und Birnbäumen: erkennen und vorbeugen

Der Wurzelkropf (Pseudomonas tumefaciens) der  Bäume wird durch Bakterien hervorgerufen. Diese dringen vom Boden her in das Gewebe ein, vermehren sich hier und verursachen die bekannten Wurzelwucherungen. Die befallenen Teile sind nicht mehr voll funktionsfähig. Die Pflanzen kränkeln und können bei stärkerem Befall zu-grunde gehen. Befallen werden vor allem Äpfel- und Birnbäume. Durch Zerfall der Wucherungen gelangen die Bakterien in den Boden. In größerem Umfang kann der Wurzelkropf in Baumschulen auftreten.

Wurzelkropf sicher erkennen

Du erkennst den Wurzelkropf an unregelmäßigen, harten Wucherungen (Gallen) am Wurzelhals und an Seitenwurzeln deiner Apfel- und Birnbäume. Die Gallen sind anfangs hell und eher weich, verholzen mit der Zeit, reißen auf und werden dunkel. Typisch sind gehemmter Zuwachs, kleine Blätter, frühzeitiges Vergilben und verminderter Fruchtansatz; bei starkem Befall kommt es zu Kümmerwuchs bis hin zum Absterben junger Bäume.

Befallszeit und Übertragung

Die im Boden lebenden Bakterien dringen über Verletzungen in das Gewebe ein, etwa durch Pflanz- und Schnittwunden, Wurzelrisse nach Trockenheit oder Frostschäden. Sichtbar werden die Gallen häufig ab Spätsommer bis Winter, wenn das Wachstum nachlässt. Zerfallen die Wucherungen, gelangen die Erreger in den Boden zurück und infizieren weitere Bäume; in Baumschulen tritt der Wurzelkropf daher besonders stark auf.

Vorbeugung und Maßnahmen

Verwende nur gesundes Pflanzgut und prüfe die Wurzeln vor dem Setzen; befallene Jungbäume nicht verwenden. Pflanze sorgfältig, vermeide Wurzel- und Stammverletzungen sowie staunasse Standorte. Reinige und desinfiziere Werkzeuge und verschleppe keine Erde aus befallenen Bereichen. Bei starkem Befall den Baum mit möglichst vielen Wurzelteilen roden und über den Restmüll entsorgen, nicht kompostieren; leicht befallene Pflanzen konsequent aussondern. Auf verdächtigen Standorten mehrere Jahre kein Kernobst nachpflanzen oder eine Anbaupause mit nicht anfälligen Kulturen einlegen.

Symptome sicher erkennen

Typisch sind knotige, unregelmäßige Wucherungen (Gallen) an Fein- und Hauptwurzeln sowie am Wurzelhals; anfangs heller und weicher, später fest, rissig und dunkel. Betroffene Apfel- und Birnbäume wachsen schwach, bilden kurze Triebe, kleine, hellere Blätter und welken schneller bei Trockenheit; Blüte und Ertrag lassen nach. Die Gallen fallen oft erst beim Pflanzen, Umpflanzen oder beim Freilegen des Wurzelhalses auf; Jungpflanzen aus Baumschulen sind besonders häufig betroffen.

Wie sich der Erreger ausbreitet

Die Bakterien leben im Boden und dringen über Verletzungen in Wurzeln und Wurzelhals ein; begünstigt wird das durch Pflanz- und Bodenarbeiten oder andere mechanische Schäden. Mit zerfallenden Gallen gelangen sie wieder in die Erde und werden mit anhaftender Erde an Werkzeugen, Schuhen und Töpfen verschleppt. Infektionen sind über die Saison möglich und nehmen bei wärmerer Witterung zu; in Beständen mit Vorbefall und in Baumschulen tritt das Problem gehäuft auf.

Konkrete Maßnahmen im Garten

Setze nur gesundes Pflanzgut: Kontrolliere Wurzelhals und Ballen auf Gallen und pflanze verdächtige Jungbäume nicht. Vermeide Verletzungen beim Setzen; schlage Stützpfähle außerhalb des Ballens ein und arbeite im Wurzelbereich schonend. Reinige und desinfiziere Werkzeuge, Töpfe und Schuhe nach Kontakt mit befallenen Pflanzen; verschleppe keine Erde. Entferne stark befallene Jungpflanzen vollständig mit möglichst vielen Wurzelresten und entsorge sie sicher, nicht über den Gartenkompost. Pflanze an befallenen Standorten mehrere Jahre keine neuen Apfel- oder Birnbäume nach. Bei älteren, noch vitalen Bäumen reduzierst du zusätzlichen Stress: gleichmäßig wässern, maßvoll düngen und auf grobe Bodenbearbeitung im Kronenbereich verzichten.

Weitere passende Ratgeber: Schorfkrankheit des Apfels, Feuerbrand und Rußrindenkrankheit, Rotpustelkrankheit.