Gemüsegarten im Juli: Darauf kommt es jetzt an
Was im Juli im Gemüsegarten zu tun ist
Im Juli bist du als Gemüsegärtner voll gefragt, denn jetzt gibt es jede Menge zu erledigen. Die Ernte nimmt richtig Fahrt auf und die Körbe füllen sich mit frischen Schätzen aus dem Beet. Aber damit ist es längst nicht getan – jetzt stehen auch einige andere Gartenarbeiten an, die du nicht aus den Augen verlieren solltest.
Bohnen richtig säen und pflegen
Willst du im Sommer noch Buschbohnen anbauen, ist spätestens Mitte Juli die letzte Gelegenheit zur Aussaat. Schnell sein lohnt sich also! Besonders gut funktionieren Bohnen als Nachkultur nach Frühkartoffeln oder Kohlrabi. Verzichte aber darauf, Bohnen auf Flächen zu pflanzen, wo zuvor Bohnen oder Erbsen standen – das bekommt ihnen meist nicht gut. Lege die Saat drei bis fünf Zentimeter tief in kleine Rillen und bedecke sie nur ganz leicht mit Erde. Sobald die ersten Pflänzchen sichtbar werden, kannst du die Rillen zuschütten. Gieße ab der ersten Blüte regelmäßig, denn Bohnen mit ihren oberflächennahen Wurzeln brauchen genügend Wasser, um reichlich Schoten zu bilden.
Möchtest du dabei auf Nummer sicher gehen und Tipps für eine reiche Ernte bekommen, findest du bei Gemüse anbauen leicht gemacht: 11 Sorten für Anfänger + Tipps viele hilfreiche Hinweise Gemüse anbauen leicht gemacht: 11 Sorten für Anfänger + Tipps.
Erntezeit bei Möhren, Kohlrabi und Co.: Diese Kniffe helfen
Hast du Möhren schon im Frühjahr ausgesät, ist jetzt der Zeitpunkt, sie als knackige Bundmöhren aus dem Boden zu ziehen. Sobald sie die typische Größe erreicht haben, sind sie besonders saftig und schmecken herrlich frisch. Damit sie möglichst aromatisch bleiben, bewahrer die Möhren am besten ohne Grün im Kühlschrank auf – aber nicht zu lange. Bei Kohlrabi, Radieschen und Rettich solltest du nicht zu lange warten: Hitze und Trockenheit machen das Gemüse schnell holzig. Greife lieber frühzeitig zur Ernte, dann bleibt der Geschmack zart. Auch Knollensellerie lohnt sich im Juli schon zum Teil aus dem Beet zu holen – die kleinen, aber würzigen Knollen mit Blattgrün verfeinern jede Suppe.
Was du über Zucchini wissen solltest
Hast du dich schon einmal gefragt, weshalb Zucchini manchmal bitter werden? Die Ursache sind sogenannte Cucurbitacine – Stoffe, die normalerweise durch Züchtung in Speisezucchini kaum noch vorkommen. Bekommen die Pflanzen jedoch durch Hitze oder Trockenheit Stress, können sie diese Bitterstoffe wieder produzieren und in den Früchten anreichern. Besonders dann, wenn in deiner Nähe auch Zierkürbisse wachsen, kann diese Eigenschaft durch Fremdbestäubung zum Problem werden. Hast du Zweifel am Saatgut, greife jedes Jahr lieber auf frisches, gekauftes Saatgut zurück. Auch ganz wichtig: Verzehre niemals bittere Zucchini oder andere Kürbisgewächse – sie können starke Beschwerden verursachen.
Ernte und Pflege der Kartoffeln im Sommer
Die ersten frühen Kartoffeln kannst du ganz nach Bedarf ernten – solange das Laub noch saftig grün ist, wachsen die Knollen unter der Erde weiter und werden größer. Warte aber nicht zu lange, denn sobald du die ersten gelben Blätter entdeckst, büßen die Kartoffeln an Frische ein. Häufle die Pflanzen regelmäßig an und halte das Beet unkrautfrei, um Krankheiten vorzubeugen und den Ertrag zu steigern. Wenn das Laub komplett abstirbt, wird es Zeit, alle Kartoffeln aus der Erde zu holen.
Mehr Tipps rund um die Kartoffelernte und die richtige Pflege findest du im Beitrag Kartoffeln anbauen: Pflanzzeit, Anbau im Beet und Kübel, Pflege & Ernte Kartoffeln anbauen: Pflanzzeit, Anbau im Beet und Kübel, Pflege & Ernte.
Feldsalat im eigenen Garten
Wo fühlt sich Feldsalat am wohlsten
Wenn du Feldsalat pflanzen möchtest, solltest du ihm ein sonniges Plätzchen gönnen. Am besten gedeiht er auf lockerem, unkrautfreiem Boden, der nicht zu trocken ist. Für eine reiche Ernte im Herbst kannst du zarte Sorten wie 'Gala' oder 'Favor' wählen. Möchtest du, dass dein Feldsalat den Winter draußen übersteht, entscheide dich lieber für robuste und mehltaufeste Varianten wie 'Vit', 'Verte de Cambrai' oder den 'Holländischen Breitblättrigen'. Achte darauf, die Samen rund einen Zentimeter tief in Reihen auszusäen, die etwa 10 bis 15 Zentimeter auseinanderliegen. Nach dem Bedecken die Erde gut andrücken, damit die Körner festen Bodenkontakt bekommen, und anschließend durchdringend angießen. Während der Keimphase solltest du das Beet gleichmäßig feucht halten.
Petersilie richtig säen
Petersilie tut sich bei kühlem Wetter mit dem Keimen eher schwer. Im Juli hast du die besten Chancen auf Erfolg. Leg die Samen auch hier etwa einen Zentimeter tief mit 10 bis 15 Zentimeter Abstand in lockere, halbschattige Erde. Halte die Erde gleichmäßig feucht, damit die Samen gut auflaufen.
Möhrenaussaat im Juli nicht verpassen
Der Juli ist der Endspurt, wenn du noch Möhren aussäen möchtest. Da die Erde jetzt warm ist, sprießen die Samen blitzschnell und du bekommst besonders zarte Wurzeln. Sorten wie 'Milan' oder 'Fynn', die eine kurze Kulturzeit haben, eignen sich dafür perfekt. Im Sommer musst du übrigens keine Radieschen als Markierung beisäen, wie es oft empfohlen wird – stattdessen streue ein paar Dillsamen dazu. Dill ist ein hervorragender Mischkulturpartner und bringt zusätzlich tolles Aroma in deine Gerichte. Bedecke das Möhrenbeet bis Ende August mit einem Kulturschutznetz, da die Möhrenfliege in dieser Zeit noch aktiv ist. Wenn du mehr Inspiration zu Fruchtfolge und Mischkultur suchst, findest du Tipps zum Bepflanzen deines Hochbeets.
Sommerhitze: Fruchtgemüse vor Sonne schützen
Paprika und Co. lieben zwar warme Temperaturen, jedoch kann zu viel direkte Sonne schaden. Wenn die Temperaturen steigen, kommt es oft vor, dass Früchte auf der Südseite extrem aufheizen – Kirschtomaten gehen dabei sogar teilweise zugrunde. Dickwandige Gemüsepaprika oder Fleischtomaten bekommen meist nur braune Flecken. Schütze deine Pflanzen in der Mittagszeit mit einem leichten Vlies. Ein weiterer Tipp: Mulche die Erde rund um die Wurzeln, damit bleibt der Boden angenehm feucht und kühl.
Kräuter im richtigen Moment ernten
Bei Oregano und Thymian lohnt es sich, etwas Geduld zu haben. Warte, bis die zarten, hellvioletten Blüten voll erblüht sind – erst dann entwickeln die Blätter ihr intensives Aroma und behalten es auch beim Trocknen. Ernte am besten an einem sonnigen Morgen, wenn der Tau verschwunden ist. Sobald Bienen und andere Insekten an den Blüten naschen, ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten und deine Kräuter schmecken am aromatischsten.
Aromatische Kräuter und knackiger Eissalat – so gelingt dir die Ernte im Sommer
Kräuter ernten und richtig trocknen
Die Aromen deiner Kräuter kommen besonders gut zur Geltung, wenn du sie ein oder zwei Tage vor dem Ernten möglichst trocken hältst. Willst du zum Beispiel Oregano haltbar machen, kannst du die Zweige auf einen Rahmen mit Gaze legen oder kleine Bündel binden und sie an einem warmen, schattigen Platz zum Trocknen aufhängen. Nach etwa fünf bis sieben Tagen lassen sich die getrockneten Blätter leicht abstreifen und in Schraubgläsern lagern.
Kräuter vermehren – Stecklinge ganz einfach selbst machen
Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, um Lavendel, Oregano, Rosmarin oder auch Eberraute durch Stecklinge zu vermehren. Dafür schneidest du halb verholzte Triebspitzen ab, entfernst auf der unteren Hälfte die Blätter und steckst sie in Töpfchen mit sandiger Anzuchterde. So wachsen schon bald neue Pflanzen für deinen Garten heran.
Blumenkohl vor der Sonne schützen
Möchtest du, dass dein Blumenkohl appetitlich weiß bleibt, brauchst du nur eines zu tun: Schütze die Blume vor starker Sonne, indem du die großen äußeren Blätter einfach umknickst und über die Köpfe legst. Bei Bedarf kannst du die Blätter sogar mit einem Zahnstocher fixieren – stecke ihn durch die Blattenden und so bleibt dein Blumenkohl wunderbar hell.
So bleibt dein Kompost aktiv
In warmen Sommerwochen braucht dein Komposthaufen ab und zu einen kräftigen Schluck Wasser, damit der Rotteprozess nicht ins Stocken gerät. Gib immer gut zerkleinerte Pflanzenreste und anderes organisches Material auf den Kompost und mische alles gründlich durch – so verwandelst du deine Gartenabfälle in wertvollen Humus.
Eissalat – Sommerfrische aus dem eigenen Garten
Besonders beliebt im Sommer sind knusprige Sorten wie ‘Barcelona’ oder die altbewährte ‘Laibacher Eis’. Wer gern Neues ausprobiert, sollte ‘Batavia’ testen – diese französische Sorte eignet sich prima für warme Regionen, und ‘Maravilla de Verano’ begeistert mit zart-roten Blättern und langer Erntezeit. Bis Mitte des Monats kannst du diese Salate noch aussäen. Da die Samen bei über 18 Grad häufig schlecht keimen, empfiehlt es sich, die Aussaat abends durchzuführen und die Samen nur dünn mit Kompost zu bedecken – denn Salat gehört zu den Lichtkeimern. Danach gießt du mit eiskaltem Leitungswasser und deckst die Aussaat mit Vlies ab, bis die Keimlinge erscheinen. Ein Tipp: Säe Salat im Sommer in den kühlen Schatten zwischen größeren Gemüsepflanzen wie Buschbohnen oder Mangold – das sorgt für beste Wachstumsbedingungen. Noch mehr Ideen für die Aussaat in diesem Monat findest du in diesem Artikel zu Gemüse, Kräutern und Blumen, die du jetzt im Juni säen kannst: Gemüse, Kräuter und Blumen im Juni aussäen.
Chinakohl erfolgreich anbauen
Woher stammt Chinakohl eigentlich?
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Chinakohl aus einer Kreuzung von Pak Choi mit Speiserübe entstanden ist. Fest steht, dass das beliebte Gemüse aus Asien besonders warme Bedingungen für die Anzucht braucht. Am besten keimt dein Chinakohl bei Temperaturen über 22 Grad Celsius. Sinkt die Temperatur unter 18 Grad, kommt es ziemlich schnell zu vorzeitiger Blütenbildung, sogenannte “Schosser” werden begünstigt.
Die optimale Aussaat im Sommer
Säe deinen Chinakohl erst im Hochsommer aus, wenn der Boden schön locker und gut gedüngt ist. Am besten wählst du ein Beet, in dem zum Beispiel eben noch Frühkartoffeln oder Markerbsen standen. Sobald deine Sämlinge kräftige Stiele haben und die ersten drei bis vier Laubblätter ausgebildet sind, solltest du sie auf einen Abstand von 30 bis 40 Zentimetern auseinanderpflanzen.
Tipp: Mische vor dem Pflanzen etwas Algenkalk – rund 10 bis 15 Gramm pro Quadratmeter – in die Erde ein und gib bei jedem Pflanzloch noch eine halbe Handvoll dazu. Das schützt deine Pflanzen vor Kohlhernie und sorgt gleichzeitig dafür, dass sie ausreichend mit Kalzium und Magnesium versorgt sind. Die Fruchtfolge ist übrigens wichtig für gesunde Pflanzen. Wie Frühkartoffeln optimal wachsen und wie du sie ernten kannst, erfährst du im Beitrag über eigene Kartoffeln im Garten eigene Kartoffeln im Garten.
Auberginen schneiden und pflegen
Richtiges Ausputzen für große Früchte
Bei Auberginen solltest du schon handeln, wenn sich die ersten kleinen Früchte zeigen: Knipse die Spitze des Haupttriebs ab, so steckst du die Kraft der Pflanze gezielt in die Fruchtbildung. Kürze danach die Seitentriebe etwa zwei bis drei Blätter oberhalb der Früchte. Damit die Auberginen schön groß werden, lass an jeder Pflanze maximal fünf starke Seitentriebe stehen. Alle weiteren Triebe entfernst du direkt am Haupttrieb.
Die reifen Früchte schneidest du am besten mit einer Schere ab, etwa zwei Zentimeter hinter dem Ansatz des Stiels, sobald sie voll durchgefärbt sind. Die Kerne sollten dabei noch weiß sein. Übrigens: Lagere deine Auberginen besser nicht im Kühlschrank, denn dort werden Schale und Frucht schnell unansehnlich. An einem kühlen, luftigen Platz mit 10 bis 15 Grad Celsius fühlen sie sich am wohlsten.
Schädlinge im Blick behalten
Achte bei deinen Auberginen auch auf Kartoffelkäfer. Hast du nur ein paar Käfer, sammelst du sie am besten einfach ab. Bei stärkerem Befall eignen sich natürliche Mittel wie Schädlingsfrei Neem sehr gut, um die Pflanzen zu schützen. Was du bei natürlichen Lösungen beachten solltest, findest du im Artikel zum Thema Garten ohne Chemie Garten ohne Chemie.
Mit der Hacke für gesundes Gemüse sorgen
Der richtige Umgang mit dem Werkzeug
Wenn du regelmäßig in deinen Beeten hackst, hältst du nicht nur Unkraut in Schach – du bekommst auch gesündere Böden. Denn durch das Hacken werden feine Wasserkanäle zerstört, sodass weniger Wasser über die Bodenoberfläche verdunstet. Am effektivsten ist das Hacken nach längeren Regenphasen, sobald der Boden schön feucht ist und die Oberfläche leicht verschlämmt. So sorgst du für ein optimales Mikroklima rund um dein Gemüse.
Wenn noch mehr ansteht, wie du deinen Nutzgarten das ganze Jahr über pflegst, Anregungen für die Ernte und Nachsaat findest du im Ratgeber zum Nutzgarten im Juni Nutzgarten im Juni.
Zwiebeln richtig ernten und lagern
Geduld bei der Ernte zahlt sich aus
Vielleicht hast du schon mal gehört, dass das Umknicken des noch grünen Zwiebellaubs die Reife beschleunigen soll. Tatsächlich bringt diese Methode die Zwiebel aber in eine Stresssituation. Das Resultat: Die Zwiebeln reifen zwar schneller ab, sind anschließend jedoch weniger lagerfähig, können von innen zu faulen beginnen oder treiben in der Lagerung aus. Es ist deshalb besser, einfach abzuwarten, bis die Röhrenblätter von selbst einknicken und fast vollständig vergilbt sind. In diesem Zustand steckt kaum noch Grün in den Pflanzen – jetzt sind deine Zwiebeln bereit für die Ernte.
Trocknen und lagern wie die Profis
Lockere die Zwiebeln behutsam mit einer Grabegabel aus dem Boden. Anschließend lässt du sie am besten direkt im Beet liegen, um sie dort rund zwei Wochen nachtrocknen zu lassen. Steht nasses Wetter bevor, kannst du sie auch regensicher auf Holzroste oder in flachen Kisten auf deinem Balkon mit Dach legen. So trocknen deine Zwiebeln sicher und gründlich ab.
Sobald das Laub dürr und trocken ist, drehst du es einfach ab. Danach kannst du die Zwiebeln in luftdurchlässige Netze verpacken oder zu dekorativen Zwiebelzöpfen flechten. Um sie möglichst lange frisch zu halten, solltest du sie kühl, frostfrei und an einem gut belüfteten Ort lagern. Auf diese Weise genießt du auch in den kommenden Monaten deine eigene Ernte.
Möchtest du mehr Tipps rund ums Lagern und Ernten, dann schau dir unsere Übersicht zum Nutzgarten im Juni an.