Monilia an Kirschen: Spitzendürre und Fruchtfäule erkennen & bekämpfen
Vertrocknete Blüten, hängende Blätter und faulende Kirschen sind typische Zeichen für Monilia – besonders bei Sauerkirschen.
Hier erfährst Du, wie die Infektion ab der Blüte entsteht, woran Du sie sicher erkennst und welche Maßnahmen jetzt wirklich helfen.

Wichtig bei Monilia an Kirschen
- Sauerkirschen in deinem Garten sind besonders anfällig; vertrocknete Blüten und Blätter bleiben typischerweise am Zweig hängen.
- Später werden reife Früchte befallen; Verletzungen und Schorf an deinen Kirschen begünstigen die Fruchtfäule mit sichtbaren Sporenpolstern.
Spitzendürre und Fruchtfäule der Kirsche (Monilia cinerea):
Auch die Kirsche, insbesondere die Sauerkirsche, wird von der Monilia befallen. Der Pilz verursacht hier die bekannte Spitzendürre und Fruchtfäule. Die Infektion kann schon während der Blüte erfolgen, wobei die Narben der Blüten die Eingangsstellen sind.
Die Blüten vertrocknen und die moniliakranken Zweige sterben ab. Charakteristisch ist, dass die vertrockneten Blüten und auch Blätter an den Zweigen hängen bleiben. Später können auch die reifen Früchte infiziert werden.
Sie zeigen dann bald auf ihrer Oberfläche die bekannten Sporenpolster, wie wir sie auch auf von der Monilia befallenen Äpfeln finden.
Maßnahmen:
Im August / September sind sämtliche spitzendürren Zweige bis ins gesunde Holz aus der Baumkrone herauszuschneiden. Vorbeugend Meerrettich zur Pflan-zenstärkung spritzen. Der eigentlichen Fruchtfäule kann vorgebeugt werden, indem man die Früchte schorffrei hält und vor Wespenfraß und anderen Verletzungen schützt. Befallene Früchte einsammeln und entsorgen.
Monilia an Kirschen sicher erkennen
Ab der Blüte vertrocknen ganze Blütenbüschel, Blätter rollen sich ein, verfärben sich braun und bleiben wie „Fahnen“ an den Triebspitzen hängen; die betroffenen Triebe sterben von der Spitze her ab. An reifenden Früchten beginnen kleine, weiche Braunstellen, auf denen sich bald helle, ringförmig angeordnete Sporenpolster zeigen; die Kirschen schrumpfen zu harten Fruchtmumien und bleiben oft am Baum. Besonders Sauerkirschen reagieren ausgeprägt, gelegentlich mit Gummifluss an Übergängen zwischen krankem und gesundem Holz.
Befallszeit und Infektionsweg
Die Erstinfektion erfolgt meist während der Blüte über die Narben der Blüten, begünstigt durch feuchte, kühle Witterung; Sporen stammen häufig von überwinternden Fruchtmumien und abgestorbenen Trieben und werden durch Regen, Wind und Insekten verbreitet. Später werden reifende Früchte über Verletzungen, Risse, Fraßstellen (z. B. Wespen, Vögel) oder vorhandene Schorfstellen infiziert; daher reicht das Risiko von der Blüte bis kurz vor der Ernte.
Maßnahmen: jetzt eingreifen und vorbeugen
Schneide im August/September alle abgestorbenen Triebspitzen großzügig bis ins gesunde Holz zurück (mindestens 10–20 cm unterhalb der letzten Welkezone) und desinfiziere die Werkzeuge; Schnittholz sowie alle faulen Früchte und Fruchtmumien konsequent entfernen und über den Restmüll entsorgen. Halte die Krone luftig (z. B. durch Auslichtung), damit Blüten und Laub rasch abtrocknen, und minimiere Verletzungen an Früchten durch rechtzeitige Ernte sowie Schutz vor Wespen- und Vogelfraß; schorffreie, unverletzte Früchte faulen seltener. Zur Stärkung kannst Du um die Blüte einen Auszug aus Meerrettich einsetzen.
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