Pflanzenschutz im Mai: Schädlinge erkennen und natürlich vorbeugen
Im Mai explodiert das Wachstum – und mit ihm das Risiko für Schädlinge und Pilzkrankheiten. Wenn du jetzt aufmerksam kontrollierst, schützt du Beete, Rosen und Gemüse rechtzeitig.
Hier bekommst du praxiserprobte Maßnahmen: Nützlinge fördern, Schnecken eindämmen, befallene Pflanzenteile entfernen, Starkzehrer düngen und Mittel gezielt einsetzen.
So stärkst du deinen Garten
Pflanzen regelmäßig kontrollieren
Im Mai sprießt und gedeiht dein Garten besonders üppig. Das macht es auch für Schädlinge leicht, sich zu verstecken. Schau am besten öfter nach deinen Pflanzen und achte auf die ersten Anzeichen von Krankheiten oder Ungeziefer. Ein prüfender Blick auf Blätter, Triebe und Unterseiten hilft dir, Probleme rechtzeitig zu erkennen und direkt zu handeln.
Die passende Pflege wählen
Nach späten Frösten brauchen viele Pflanzen im Mai besondere Fürsorge. Achte darauf, dass du sie richtig gießt, denn Trockenheit oder Staunässe schwächen die Widerstandskraft. Hilfreich ist es außerdem, abgestorbene oder befallene Pflanzenteile regelmäßig zu entfernen, damit Krankheiten sich gar nicht erst ausbreiten.
Nützlinge gezielt fördern
Im Kampf gegen Schädlinge müssen es nicht immer chemische Mittel sein. Du kannst Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Schlupfwespen anlocken und so natürliche Helfer im Garten haben.
Pflanzenschutzmittel verantwortungsvoll nutzen
Falls es doch einmal nötig wird, etwas gegen Schädlinge oder Pilze zu unternehmen, wähle möglichst umweltschonende Mittel. Ziehe natürliche Präparate und Hausmittel bevorzugt in Betracht. Setze chemische Pflanzenschutzmittel erst dann ein, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht ausreichen, und nutze sie immer sehr gezielt.
Starkzehrern genug Nährstoffe gönnen
Vor allem Gemüsepflanzen wie Tomaten oder Kürbisse entwickeln im Mai einen starken Hunger nach Nährstoffen. Gib ihnen jetzt ausreichend Kompost oder organischen Dünger, damit sie gesund heranwachsen. Gesunde, kräftige Pflanzen sind viel weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge, weshalb die richtige Düngung ein wichtiger Teil des Pflanzenschutzes ist. Tipps zur optimalen Düngung bekommst du auch in unserem Beitrag zu richtig düngen.
Pflanzenschutz im Mai: So bleiben deine Pflanzen gesund
Die wichtigsten Maßnahmen zum Pflanzenschutz im Mai
Der Monat Mai ist für deine Pflanzen ein entscheidender Zeitpunkt, um sie vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen. Gerade jetzt solltest du deine Sträucher, Stauden und Blumen besonders im Blick behalten. Sind die Knospen am Rhododendron bräunlich verfärbt?
Dann schneide sie direkt ab, denn höchstwahrscheinlich steckt ein Pilz dahinter. Auch wenn du an Beerensträuchern weiße, mehlige Beläge entdeckst, solltest du die betroffenen Triebe großzügig entfernen und möglichst über die Biotonne entsorgen.
Im Gewächshaus kannst du auf die Unterstützung von Nützlingen setzen – etwa Schlupfwespen oder Florfliegen holen sich die ungebetenen Gäste und sorgen so für ein natürliches Gleichgewicht. Welche weiteren Tipps für starke und gesunde Pflanzen im Mai besonders wichtig sind, verrate ich dir im Folgenden.
Effektiver Schutz vor Schnecken
Schnecken sorgen in beinahe jedem Garten für Ärger, denn sie haben es auf frische Triebe und junge Pflanzen abgesehen. Während Nacktschnecken großen Schaden anrichten können, leben die meisten Gehäuseschnecken eher von welkem Pflanzenmaterial und sind darum meist weniger problematisch.
Setze gezielt auf eine vielfältige Gartenbepflanzung, damit natürliche Feinde wie Spitzmäuse, Igel oder Vögel sich wohlfühlen und den Schneckenbestand regulieren. Metallene Schneckenzäune mit einer nach außen gebogenen Kante bieten Jungpflanzen einen hervorragenden Schutz – Schnecken finden kaum einen Weg darüber.
Auch sogenannte Schneckenkragen schützen zarte Setzlinge zuverlässig. Oder Schneckenzaum.
Eine weitere Möglichkeit ist es, in den Beeten Holzbrettchen oder Mulch aus Rinden auszulegen. Solche Plätze sind für Schnecken äußerst attraktiv und du kannst sie morgens ganz einfach einsammeln. Probier doch mal aus, deine Beete mit Wurmfarnblättern zu mulchen, falls du welchen im Garten hast – das mögen Schnecken nämlich überhaupt nicht und meiden die Pflanzen. Noch mehr hilfreiche Infos findest du im Beitrag über Schnecken bekämpfen im Garten.
Blattrollwespen an Rosen – Das kannst du tun
Sobald der Mai Einzug hält, machen sich oft kleine grüne Larven an deinen Rosenblättern zu schaffen: Die Blattrollwespe legt ihre Eier am Blattrand ab, woraufhin sich die Ränder typisch einrollen. In diesen bladernen Verstecken sind die Larven einige Wochen gut geschützt, bis sie später im Sommer in die Erde wandern.
Entferne eingerollte Blätter am besten immer sofort, solange sich die Larven noch darin aufhalten. So reduzierst du den Befall deutlich. Du kannst außerdem einen Sud aus Wermut ansetzen und damit sowohl den Boden als auch die Rosenblätter gießen – das vertreibt Schädlinge zuverlässig.
Pflanzen stärken mit Ackerschachtelhalm
Zarte Pflanzen profitieren besonders von einer natürlichen Stärkung. Ackerschachtelhalm ist eine echte Wunderwaffe, denn er enthält reichlich Kieselsäure, Flavonoide und viele andere pflanzengesunde Stoffe. Zusammen mit Hafer, der ebenfalls Pflanzenkraft spendet, kannst du daraus im Handumdrehen einen kräftigenden Tee zubereiten. Einfach den Schachtelhalm sammeln, mit Wasser übergießen und einige Stunden ziehen lassen – fertig ist ein wirksames Hausmittel, mit dem du deine Gartenpflanzen unterstützen kannst.
Noch mehr wertvolle Hinweise rund um die Gartenpflege im Frühling findest du in der praktischen Übersicht zur Gartenarbeit im Frühling.
Natürlicher Pflanzenschutz: So stärkst du deine Gartenpflanzen
Natürlicher Aufguss gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten
Wenn deine Pflanzen von saugenden Schädlingen wie Blattläusen oder von Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Rost bedroht sind, kannst du mit einem einfachen Hausmittel vorbeugen. Nimm dafür einen Liter Wasser und lege etwa ein Kilogramm Ackerschachtelhalm frische oder 150 bis 200 Gramm getrocknete Pflanzenteile für 24 Stunden darin ein.
Anschließend lässt du das Ganze für 30 Minuten köcheln, gießt es ab und verdünnst es im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser. Diesen Kräutertee versprühst du am besten am Vormittag, wenn die Sonne scheint, tropfnass auf die Blätter.
So schützt du deine Obstbäume und Tomaten frühzeitig vor lästigen Schädlingen und Pilzbefall. Auch im Ziergarten bietet sich diese Methode an, um deinen Pflanzen eine natürliche Starthilfe zu geben. Oder mit dem fertigen Produkt.
Mehr Tipps für dein Beet findest du auch im Beitrag zum Ziergarten im April.
Kompost – das Gold für deinen Gartenboden
Ohne reifen Kompost geht im Garten kaum etwas. Dein Boden bekommt damit nicht nur frischen Schwung zurück, du versorgst stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Zucchini und Kürbisse direkt mit wichtigen Nährstoffen. Besonders wertvoll: Zuerst freuen sich Milliarden von Bodenlebewesen über den organischen Dünger.
Diese fleißigen Helfer wandeln ihn in Pflanzennahrung um, womit du deine Pflanzen gleichmäßig und nachhaltig stärkst. Das Ergebnis: Deine Gewächse werden widerstandsfähiger und entwickeln seltener Mangelerscheinungen. In Nutz- und Zierbeeten ist es deshalb ratsam, regelmäßig Kompost auszubringen.
Damit deine Pflanzen wirklich optimal gedeihen, solltest du aber hin und wieder überprüfen, ob der Boden noch alle benötigten Mineralstoffe enthält. So gehst du sicher, dass im Beet alles im Gleichgewicht bleibt. Bio flüssig Komposter.
Den Erdbeerblütenstecher unter Kontrolle halten
Für alle, die Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Rosen oder Nelkenwurz im Garten pflegen, ist der Erdbeerblütenstecher ein bekanntes Problem. Dieser kleine Rüsselkäfer kann zwar nicht fliegen, aber dafür überwintert er geschützt im Laub.
Sobald im Frühling die Temperaturen etwa 18 Grad erreichen, wird der Käfer aktiv. Die Weibchen legen dann Eier in noch geschlossene Blüten und knabbern außerdem am Blütenstiel – mit der Folge, dass die Knospe abknickt und sich nicht mehr öffnet.
Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven in der Blüte und der Käfer frisst ab Juni oder Juli an Blättern weiter, bevor er sich erneut im Boden versteckt.
Du kannst vorbeugen, indem du rechtzeitig abgebrochene Blüten entfernst, noch bevor die Käfer schlüpfen. Damit reduzierst du die Zahl der Schädlinge fürs nächste Jahr deutlich. Bei starkem Befall lohnt sich ab dem Beginn der Blüte der Einsatz von Neem-Präparaten.
Tipps vom Pflanzenarzt für gesunde Beete
Egal ob du im Gemüsegarten, auf dem Balkon oder im Hochbeet gärtnert: Nicht immer wächst alles wie gewünscht. Wenn deine Pflanzen unter Schädlingen oder Erkrankungen leiden, gibt es zahlreiche natürliche Wege sie zu unterstützen.
Der Gärtner und Pflanzenexperte René Wadas teilt in seinem Buch „Der große Wadas“ sein praxiserprobtes Wissen, wie du Blattläusen, Raupen und Pilzkrankheiten meist ohne Chemie begegnen kannst. So wirst auch du Schritt für Schritt zum Pflanzenversteher – und sorgst für ein grünes Paradies in deinem Garten.
Umfangreiche Anregungen für die Saison findest du außerdem in der Checkliste für die Gartenarbeit im Frühling.
