Kirschfruchtfliege erkennen und bekämpfen: wirksame Maßnahmen

Maden in Kirschen verderben schnell die Ernte – oft steckt die Kirschfruchtfliege dahinter. Sie legt ihre Eier an sich rötende Früchte, die Larven fressen nahe am Kern.

Mit einfachen Schritten senkst du den Befall deutlich: saubere Erntehygiene, richtiger Erntezeitpunkt und Gelbtafeln ab Mitte Mai helfen zuverlässig.

Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi):

Dieser Schädling legt seine Eier an sich rötende Kirschen in der Nähe des Stieles ab. Die Stichwunde selbst vernarbt. Die entschlüpfende Made frisst dicht am Kern, dabei meistens in der Nähe der Stielgegend. Das Fruchtfleisch geht dadurch in Fäulnis über.

Die notreif gewordene Frucht fällt häufig ab und wird dann von der Made verlassen. Die Kirschfruchtfliege kann sich gleichfalls an Wildlingen und in den Früchten von Geißblattgewächsen und der Schneebeere entwickeln. Zur Verpuppung geht die Made flach in die Erde.

Maßnahmen:Vorzeitig abgefallene Kirschen sammeln und entsorgen. Bäume frühzeitig und vollständig leerpflücken. Baumscheiben im Frühling mulchen, um das Ausschlüpfen der wärmebedürftigen Puppen zu verzögern. Das Aufhängen von Gelbtafeln oder Gelbpapier ab Mitte Mai begrenzt den Befall.

Befallszeit und typische Symptome

Die Kirschfruchtfliege ist vor allem von Mitte Mai bis zur Ernte aktiv, wenn sich die Früchte von Gelb nach Rot verfärben. Erste Hinweise sind kleine Einstiche oder punktförmige Einsenkungen nahe des Stiels. Später wird das Fruchtfleisch um den Kern weich und braun, die Kirsche fällt häufig vorzeitig ab. In den abgefallenen Früchten findet sich eine weißliche Made, die zur Verpuppung flach in den Boden wandert. Befall kann auch von Wildkirschen sowie Geißblattgewächsen und Schneebeere in der Umgebung ausgehen.

Wirksame Maßnahmen während der Reife

Hänge ab Mitte Mai Gelbtafeln zur Kontrolle und Teilfang in die sonnenzugewandte Kronenseite (mehrere pro Baum) und prüfe sie wöchentlich. Ernte früh und zügig, lasse keine überreifen Früchte hängen und sammle Fallobst täglich ein; entsorge befallene Kirschen in dicht verschlossenen Beuteln über den Restmüll oder lasse sie in der Sonne im Beutel „aufkochen“. Lege unter dem Baum während der Reifephase eine Folie oder ein Vlies aus, um herabfallende Früchte und Larven leicht zu entfernen. Kleine Bäume kannst du noch vor Beginn der Rotfärbung engmaschig einnetzen und das Netz am Boden abschließen, damit keine Fliegen in die Krone gelangen.

Vorbeugen für die nächste Saison

Halte nach der Ernte konsequent Erntehygiene ein und lasse keine Restfrüchte im Baum. Störe den Puppenbestand unter der Krone durch flache Bodenbearbeitung oder decke den Bereich in der Schlupfzeit mit einer dichten Mulchschicht ab. Entferne in Gartennähe mögliche Wirtssträucher wie Schneebeere oder schneide deren Fruchtstände vor der Reife ab. Wer kann, wählt frühreifende Sorten oder erntet Teilflächen bevorzugt früh, um das Eiablagefenster zu verkürzen; Gelbtafeln ab Mitte Mai helfen dir, den Beginn der Aktivität zuverlässig zu erkennen.

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