Schildläuse an Kiwi erkennen und wirksam bekämpfen

Schildläuse an Kiwi erkennen und wirksam bekämpfen

Klebrige Blätter, gelbliche Stellen und kleine, feste Schilde sind typische Anzeichen für Schildläuse an Kiwi. Ameisen und Rußtau bestätigen oft den Verdacht.

Mit einem systematischen Vorgehen bekommst du das in den Griff: erst mechanisch entfernen und reinigen, dann gezielt mit Orangenöl arbeiten und mit Neem nachsetzen – plus Ameisenstopp, Pflege- und Vorbeuge-Tipps.

Kiwi mit Schildläusen

Kiwi mit Schildläusen: so erkennst du den Befall

Deine Kiwi hat klebrige Blätter, und du siehst kleine, feste „Schildchen“ an Trieben oder unter den Blättern? Dann sind es sehr wahrscheinlich Schildläuse. Sie sitzen oft in Rindenrissen, an Blattunterseiten und an jungen Trieben.

Außerdem sondern sie Honigtau ab, deshalb klebt alles, und es kann sich schwarzer Rußtau bilden. Häufig laufen auch Ameisen über die Pflanze, denn sie sammeln den Honigtau. Die Blätter werden gelblich, rollen sich manchmal ein, und das Wachstum lässt nach.

Je früher du handelst, desto besser, denn Schildläuse vermehren sich still und oft unbemerkt.

Zuerst sanft vorgehen: mechanisch entfernen und sauber halten

Zuerst solltest du so viel wie möglich von Hand abnehmen, denn das schwächt den Befall deutlich. Nimm dafür Handschuhe, ein weiches Tuch oder eine alte weiche Zahnbürste. Befeuchte das Tuch mit lauwarmem Wasser, gern mit einem Spritzer milder Pflanzenseife, und wische die Schildchen vorsichtig ab.

Bei sehr stark befallenen Triebspitzen ist ein Rückschnitt oft sinnvoll, aber schneide lieber in Etappen und nicht bei großer Hitze. Entsorge das Schnittgut im Restmüll, damit die Schädlinge nicht wieder im Garten landen.

Danach spülst du die Pflanze mit Wasser ab, denn so entfernst du Honigtau und Rußtau, und die Blätter können wieder frei atmen.

Orangenöl gezielt einsetzen: wirksam, aber behutsam

Orangenöl kann gut gegen Schildläuse helfen, denn der natürliche Stoff D-Limonen löst bei vielen Weichhaut-Insekten die wachsige Schutzschicht an. Dadurch verlieren sie Wasser und trocknen aus. Wichtig ist aber eine schonende Anwendung: Teste die Mischung immer zuerst an einem einzelnen Blatt, warte 1–2 Tage, und prüfe, ob es zu Flecken oder Verbrennungen kommt.

Sprühe dann abends oder bei bedecktem Himmel, benetze die Tiere gezielt (vor allem die Blattunterseiten und Triebgabeln), und spüle empfindliche Blätter nach kurzer Einwirkzeit mit Wasser ab. Wiederhole die Behandlung nach 7–10 Tagen, denn oft schlüpfen dann neue Jungtiere.

Mehr Hintergründe, Dosier- und Anwendungstipps findest du hier: Orangenöl im Garten: Natürlicher Pflanzenschutz gegen Blattläuse, Spinnmilben & Co..

Neem als sanfte Ergänzung: wiederholt und gründlich anwenden

Neem-Produkte werden häufig als Ergänzung genutzt, denn sie wirken vor allem auf junge, noch ungeschützte Stadien. Gut ist eine kurmäßige Anwendung im Abstand von etwa einer Woche über mehrere Wochen, und zwar abends und mit gründlicher Benetzung.

Halte dich immer an die Angaben auf dem Etikett, denn so schützt du die Pflanze und schonst Nützlinge. Viele Tipps zur Wirkung und Anwendung bekommst du hier: Neemöl gegen Schädlinge: Wirkung, Anwendung für Garten & Zimmerpflanzen.

Wenn du ein passendes Neem-Produkt suchst, dann sieh dir dieses an: PFLANZENARZT GREEN POWER NEEM 350 ml.

Ameisen stoppen und Nützlinge schonen

Ameisen „pflegen“ Schildläuse wegen des Honigtaus, und deshalb schleppen sie die Schädlinge manchmal sogar umher. Wenn du die Ameisenwege unterbrichst, dann störst du diesen Kreislauf. An holzigen Kiwistämmen kannst du einen klebrigen Riegel anbringen, damit Ameisen nicht hochlaufen.

Hierfür eignet sich zum Beispiel Raupenleim grün 250g. Kontrolliere die Klebefläche regelmäßig und erneuere sie bei Bedarf, damit sie wirksam bleibt. Und weil du Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen schützen möchtest, sprühst du am besten abends und nur gezielt dort, wo die Schildläuse sitzen.

So verringerst du das Risiko für Bestäuber und andere Helfer.

Nachsorge: Kontrolle, Pflege und Geduld

Nach der ersten Runde ist noch nicht alles erledigt, denn unter den Schilden liegen oft Eier. Prüfe deine Kiwi deshalb in den nächsten Wochen wöchentlich. Wische neue Herde sofort ab, und wiederhole die Behandlung. Wasche Honigtau regelmäßig ab, damit kein Rußtau bleibt.

Achte außerdem auf gute Wachstumsbedingungen: viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne auf frisch behandelten Blättern; gleichmäßige Wasserversorgung, aber keine Staunässe; und bitte nicht zu viel Stickstoffdünger, denn zu starkes, weiches Wachstum lockt saugende Schädlinge an.

Eine luftige Krone nach dem Schnitt trocknet schneller ab, und das stärkt die Pflanze zusätzlich.

Vorbeugen: so bleibt deine Kiwi widerstandsfähig

Prüfe neue Pflanzen vor dem Einsetzen gründlich, und stelle Kübelpflanzen nicht direkt an befallene Gehölze. Reinige überwinterte Kiwis im Frühjahr, und kontrolliere vor dem Austrieb die Triebe, denn junge „Crawler“ (Wanderlarven) lassen sich dann am leichtesten erwischen.

Entferne alte Blätter und Pflanzenteile vom Boden, und halte Rankhilfen sauber, damit sich keine Kolonien verstecken. Und wenn du regelmäßig, aber maßvoll düngst und für gleichmäßiges Gießen sorgst, dann bleibt die Kiwi kräftig, und sie kann sich besser gegen Schädlinge wehren.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

  • Nur einmal sprühen: Wiederhole Behandlungen, denn Jungtiere schlüpfen zeitversetzt.
  • In der Mittagssonne sprühen: Behandle abends oder bei bedecktem Himmel, und teste vorher an einem Blatt.
  • Nur die Blattoberseite benetzen: Schildläuse sitzen häufig unten und an Triebgabeln.
  • Ameisen ignorieren: Unterbrich die Ameisenwege, zum Beispiel mit Raupenleim grün 250g.
  • Zu viel Dünger: Zu weiches Wachstum zieht Saugschädlinge an – besser maßvoll und bedarfsgerecht düngen.

Wenn es doch hartnäckig bleibt

Manchmal sitzen Schildläuse sehr fest, oder die Pflanze ist geschwächt. Dann ist kombinieren wichtig: zuerst mechanisch abnehmen, dann gezielt behandeln (z. B. mit Orangenöl, siehe Orangenöl im Garten: Natürlicher Pflanzenschutz gegen Blattläuse, Spinnmilben & Co.

) und anschließend mit Neem nachsetzen ( PFLANZENARZT GREEN POWER NEEM 350 ml ). Bleib dran, kontrolliere wöchentlich, und verbessere die Pflegebedingungen. So bekommst du den Befall meist Schritt für Schritt in den Griff – ganz ohne Übertreibungen, aber mit System und Geduld.

Quelle MDR um 4

Weitere passende Ratgeber: Schildläuse & Wollläuse bekämpfen.