Mehrjähriges Gemüse (Permaveggies): Sorten, Anbau, Ernte

Du möchtest weniger aussäen und trotzdem verlässlich ernten? Mehrjähriges Gemüse nimmt dir Planung und Voranzucht ab – einmal pflanzen, viele Jahre genießen.

Hier bekommst du einen Überblick über bewährte Permaveggies für deutsche Gärten wie Rhabarber, Grünspargel, Meerrettich, Topinambur, Schnittknoblauch und Winterheckenzwiebel – samt kompakten Tipps zu Standort, Pflanzung, Pflege und Ernte.

Einmal pflanzen, viele Male ernten: Permaveggies

Wichtig bei Mehrjähriges Gemüse (Permaveggies)

  • Setze Rhabarber sonnig bis halbschattig in nährstoffreiche Erde, gib ihm mindestens 1 m² Platz und schneide pro Ernte höchstens ein Drittel der Stiele.
  • Nutze die Winterheckenzwiebel doppelt: Schneide grünes Laub wie Schnittlauch oder ziehe ganze Halme mit der kleinen Zwiebel heraus und lass pro Horst ein paar Zwiebeln im Boden.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, welches Gemüse du im kommenden Jahr anbauen möchtest? Vielleicht klingt die ganze Planung und Anzucht für dich nach einer Menge Arbeit. Doch es gibt Pflanzen, die dir diese Mühe abnehmen: Mehrjähriges Gemüse musst du nicht jedes Jahr neu säen oder vorziehen. Steckst du sie einmal ins Beet, wachsen sie Jahr für Jahr weiter und du kannst sie regelmäßig ernten, ohne großen Aufwand.

Dieses Prinzip steckt hinter dem Begriff “Permaveggies”, also dauerhafte Gemüsepflanzen. Das Wort ist eine Mischung aus „permanent“ und dem englischen „Veggies“ für Gemüse. Auch wenn das erstmal nach einem neuen Trend klingt: Schon lange schätzen Gärtnerinnen und Gärtner robuste Arten wie Spargel oder Meerrettich. Vielleicht hast du ja Lust, deine eigenen Favoriten für den Garten zu entdecken – das lohnt sich nicht nur für den Geschmack, sondern macht auch die Pflege leichter!

Was bedeutet eigentlich Permaveggies?

Was du jetzt tun solltest

  • Pflanze also vor allem das, was dir auch wirklich schmeckt und nutze die kommenden Wochen, um vielleicht neue Lieblingssorten zu entdecken.
  • Setze die Knollen etwa fünf Zentimeter tief in die Erde, am liebsten an einen Platz, der Sonne oder zumindest Halbschatten bekommt.

Vielleicht hast du schon mal von Permaveggies gehört – das sind Gemüsepflanzen, die dir nicht nur für eine Saison Freude bereiten. Wenn du sie einmal gepflanzt hast, treiben sie Jahr für Jahr wieder aus und schenken dir regelmäßig frische Ernte, ganz ohne ständiges Nachsäen. Im Gegensatz zu klassischen Gemüsesorten, die jedes Jahr aufs Neue ins Beet dürfen, machen es diese Pflanzen dir wirklich leicht.

Bekannte Vertreter für den Garten

Wenn du diese unkomplizierten Dauergäste ausprobieren möchtest, bieten dir Rhabarber, Meerrettich oder auch Grünspargel die perfekte Gelegenheit. Gerade in deutschen Gärten triffst du diese Sorten besonders häufig an, denn sie gelten als robust, ziemlich pflegeleicht und liefern über viele Jahre hinweg gute Erträge. Gleichzeitig bringen sie Abwechslung in deine Küche.

Entdecke die Geheimtipps unter den Permaveggies

Neben den Klassikern warten aber auch richtige Geheimtipps auf dich. Die Cardy etwa erinnert mit ihrem Aussehen ein wenig an eine Artischocke und überzeugt mit außergewöhnlichem Geschmack. Und vielleicht möchtest du auch mal Topinambur ausprobieren? Diese vielseitig einsetzbaren Knollenpflanzen sind hierzulande noch nicht allzu weit verbreitet, bereichern aber jeden Garten mit ihrem unkomplizierten Wesen und der leckeren Ernte.

Vielfältige Stängel und Stiele für Deinen Garten

Rhabarber

Lust auf fruchtig-säuerlichen Geschmack im eigenen Garten? Dann ist Rhabarber eine tolle Wahl für Dich. Auch wenn die Stiele oft eher an Obst erinnern, gehört Rhabarber eigentlich zu den Gemüsen. Damit die Pflanzen richtig wachsen, solltest Du ihnen viel Platz gönnen: Plane mindestens einen Quadratmeter pro Exemplar ein.

Ernte nie zu viel – höchstens ein Drittel der Stiele solltest Du auf einmal abschneiden, damit sich die Pflanze rasch wieder erholt. Setze den Rhabarber an einen sonnigen bis halbschattigen Platz in nährstoffreicher Erde, gieße regelmäßig und freue Dich im nächsten Jahr auf neue kräftige Triebe.

Exotische Entdeckung: Cardy für experimentierfreudige Gärtner

Wenn Du Lust hast, etwas Neues im Garten auszuprobieren, versuch doch mal Cardy! Dieses hübsche Stielgemüse ist mit Artischocke verwandt, wächst hier aber noch relativ selten. Geerntet werden im Herbst die dicken Stiele, die besonders zart schmecken, wenn Du sie vorher bleichst.

Ab September bindest Du dazu die Blätter zusammen und deckst die Triebe mit Pappe ab – so bekommen sie vier Wochen lang kein Licht mehr. Die hellen Stiele sind dann mild im Geschmack und nach dem Schälen und Schneiden in Scheiben schnell in Salzwasser gegart.

Für Cardy wählst Du am besten einen geschützten, sonnigen Platz im Garten.

Grünspargel: Pflegeleicht und dekorativ im Gemüsebeet

Zunehmend beliebt ist auch Grünspargel, der im eigenen Beet nicht nur leckere Ernten verspricht, sondern mit seinen filigranen Trieben auch richtig schön aussieht. Grünspargel schätzt viel Sonne und einen gut durchlässigen, lockeren Boden.

Du setzt im Frühjahr Jungpflanzen – mit 25 bis 40 Zentimeter Abstand in der Reihe und mindestens einem Meter Abstand zwischen den Reihen. Das erste Jahr ist Spargel etwas zurückhaltend, aber ab dem zweiten Jahr kannst Du ernten, sobald die Triebe etwa 20 Zentimeter hoch sind.

Lass einige Stangen stehen, so entwickeln sich luftige, nadelförmige Blättchen, die im Herbst goldgelb leuchten und Dein Beet schmücken.

Duftende Gartenhelfer für die Küche

Schnittknoblauch

Wenn du auf der Suche nach einer vielseitigen Zutat bist, die deinen Gerichten eine milde Knoblauchnote verleiht, dann ist Schnittknoblauch genau das Richtige für dich. Hier erntest du einfach die grünen Halme, die stets nachwachsen und deinen Speisen Frische und Aroma schenken.

Das Schöne daran: Der Geschmack erinnert zwar an Knoblauch, ist aber wesentlich dezenter, sodass du ihn auch großzügig verwenden kannst. Zudem schmückt Schnittknoblauch mit seinen zarten weißen Blüten im Sommer nicht nur dein Beet, sondern lockt außerdem zahlreiche Bienen und andere Insekten in deinen Garten.

Ein echtes Multitalent für deine Gartenküche Winterheckenzwiebel

Vielleicht kennst du auch schon die Winterheckenzwiebel, die ähnlich hübsche Blüten wie der Schnittknoblauch bildet. Hier kannst du das grüne Laub ähnlich wie Schnittlauch abschneiden und verwenden. Alternativ lässt sich auch der ganze Halm samt einer kleinen Zwiebel wie eine Frühlingszwiebel aus der Erde ziehen.

Während die Pflanzen über die Jahre kräftige Horste ausbilden, solltest du pro Pflanzbüschel immer ein paar Zwiebeln in der Erde lassen. So kann sich deine Winterheckenzwiebel weiter ausbreiten und liefert dir regelmäßig frisches Grün und kleine Zwiebeln für Salate, Suppen und viele andere Rezepte.

Bodenschätze: Wurzeln mit Geschmack

Topinambur

Wenn du dich an Topinambur heranwagst, solltest du wissen: Diese Knolle ist ein echter Ausbreitungskünstler. Lässt du sie über Jahre einfach wachsen, nimmt sie schnell das Beet für sich ein und lässt kaum noch Nachbarn zu Wort kommen.

Deshalb macht es Sinn, sich vor dem Pflanzen ein paar Gedanken zu machen. Auf der anderen Seite sind Topinambur-Knollen so wertvoll für eine gesunde Ernährung, dass du sie dir ruhig regelmäßig gönnen solltest. Besonders praktisch: Du kannst von Herbst bis ins Frühjahr ernten – genau dann, wenn im Garten sonst wenig zu holen ist.

Die Knollen verstecken sich gut, daher ist fast immer ein Rest im Boden, der im Frühling wieder austreibt. Übrigens, die hübschen gelben Blüten erinnern stark an Sonnenblumen, was kein Wunder ist, denn Topinambur ist eng mit ihr verwandt.

Setze die Knollen etwa fünf Zentimeter tief in die Erde, am liebsten an einen Platz, der Sonne oder zumindest Halbschatten bekommt.

Meerrettich

Auch Meerrettich ist ein Geheimtipp unter den Wurzelgemüsen und hat schon lange einen festen Platz in vielen Gärten. Was seinen Reiz ausmacht, ist die Schärfe in der Wurzel, die du von Oktober bis März frisch ausbuddeln und in der Küche verwenden kannst.

Wenn du regelmäßig erntest, hast du außerdem die Kontrolle über seine Ausbreitung. Die dicken, schmackhaften Wurzeln bringst du direkt auf den Tisch, während du die dünneren Seitenwurzeln absammelst. Sobald diese in etwa so dick wie dein Finger sind, eignen sie sich bestens als sogenannter Fechser zur Vermehrung.

Dafür schneidest du rund 30 Zentimeter lange Stücke ab und setzt sie leicht schräg im Abstand von etwa 60 Zentimetern in den Boden.

Dein Garten, dein Geschmack – probiere dich aus

Welche Gemüsesorten du dauerhaft in deinem Garten haben möchtest, hängt ganz von deinem Gespür und deinem Geschmack ab. Pflanze also vor allem das, was dir auch wirklich schmeckt und nutze die kommenden Wochen, um vielleicht neue Lieblingssorten zu entdecken. Mit etwas Glück findest du Topinambur-Knollen oder sogar die seltene Cardy im gut sortierten Gemüsegeschäft – lass dich inspirieren und probiere einfach mal aus, was dir gefällt!