Trieb- und Zweigbohrer an Obstbäumen erkennen und bekämpfen

Vertrocknete, abfallende Triebspitzen an Birnen und anderen Obstbäumen? Oft ist der Trieb- und Zweigbohrer (Rhynchites coeruleus) die Ursache.

Hier erfährst du, wie du typische Schäden erkennst und mit einfachen, saisonalen Maßnahmen vorbeugst: winterliche Rindenpflege, Insektenfangring, konsequentes Entsorgen.

Trieb- und Zweigbohrer

Wichtig bei vertrockneten Trompetenbaum

  • Der Kratztest an der Rinde zeigt, ob unter der Oberfläche noch lebendes, grünes Gewebe vorhanden ist.
  • Wurzeltiefes Wässern ist sinnvoller als häufige kleine Wassergaben an der Oberfläche.
  • Totes Holz sollte erst nach der Vitalitätsprüfung entfernt werden, damit keine lebenden Partien verloren gehen.

Der Trieb- und Zweigbohrer (Rhynchites coeruleus) tritt an Obstbäumen, vor allen Dingen an Birnen auf. Der große Schaden entsteht dadurch, dass der Rüsselkäfer die Triebenden fast ganz durchnagt. Dann legt er je ein Ei in jeden abgenagten Trieb, der dann vertrocknet und oft abfällt. In dem vertrockneten Trieb entwickelt sich die Larve, die sich im Boden verpuppt. Der Käfer überwintert meist unter der Borke von Baumstämmen.

Maßnahmen:

Winterliche Rindenpflege (inkl. Stammanstrich) gegen die in der Baumrinde überwinternden Käfer durchführen. Aufsammeln und Entsorgen befallener Käfer (mit den Eigelegen). Im Herbst Insektenfangring anlegen (als Winterquartier), im Frühjahr abnehmen und entsorgen.

Symptome sicher erkennen

Welken und später abfallende Triebspitzen, besonders an Birnen, deuten auf den Trieb- und Zweigbohrer hin. Die Triebenden sind stark angenagt; einzelne Triebe sterben vom Ende her braun ein und knicken leicht ab. In den vertrockneten Spitzen entwickelt sich die Larve, die sich anschließend im Boden verpuppt. Prüfe bei unklarer Ursache die Vitalität mit dem Kratztest an der Rinde und gieße bei Trockenheit selten, aber durchdringend; schneide totes Holz erst nach der Vitalitätsprüfung, damit lebende Partien erhalten bleiben.

Befallszeit und Lebenszyklus im Blick

Die Käfer überwintern bevorzugt unter der Borke von Baumstämmen. Mit dem Neuaustrieb fressen sie an frischen Trieben und legen je ein Ei in zuvor nahezu vollständig angenagte Spitzen, die daraufhin vertrocknen und oft abfallen. Die Larven reifen im vertrockneten Trieb und verpuppen sich anschließend im Boden. Plane Kontrollen von Frühjahr bis Sommer ein und nutze Herbst und Winter gezielt für vorbeugende Arbeiten.

Konkrete Maßnahmen zur Eindämmung

Führe im Winter eine sorgfältige Rindenpflege mit Stammanstrich durch, um überwinternde Käfer zu reduzieren. Lege im Herbst einen Insektenfangring als Winterquartier am Stamm an, nimm ihn im Frühjahr ab und entsorge ihn vollständig. Sammle vertrocknete, abgefallene Triebspitzen und sichtbare Käfer konsequent ein und gib sie in den Restmüll, damit keine Larven oder Eigelege im Garten verbleiben. Kontrolliere regelmäßig und entferne erst nach dem Kratztest wirklich totes Holz.

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