Schwarze Kirschblattwespe: Befall erkennen und richtig handeln

Skelettierte Blätter an Kirschen, anderem Steinobst oder Birnen? Oft steckt die Schwarze Kirschblattwespe dahinter: Larven fressen ab Juni die Blattoberseiten, Früchte können vorzeitig abfallen.

So erkennst du den Schädling sicher und triffst die richtige Entscheidung: Bei der ersten Generation befallene Triebe herausschneiden; tritt der Schadfraß erst im August (2. Generation) auf, lohnt Bekämpfung nicht mehr.

Schwarze Kirschblattwespe

Wichtig bei Schwarze Kirschblattwespe

  • In deinem Obstgarten tritt sie vor allem an Steinobst und Birnbäumen auf; die im Juni aus überwinterten Puppen schlüpfenden Wespen legen ihre Eier an die Blätter.
  • Bei starkem Befall schwächt das den Baum: Braune Blattreste und sogar Früchte können vorzeitig abfallen; die Larven überwintern eingespinnt im Boden und verpuppen sich erst im Frühjahr.

Die Schwarze Kirschblattwespe (Eriocampoides limacina):

Die im Juni aus der überwinterten Puppe hervorgehende Wespe legt ihre Eier hauptsächlich an den Blättern von Steinobst und Birnbäumen ab. Nach 8 bis 14 Tagen schlüpfen die Larven aus, die von Juni bis September die Blätter, vorwiegend von oben, oft bis auf das Adernetz skelettieren.

Nur die braun verfärbte Oberhaut der Blattunterseite bleibt stehen. Die kleinen, Nacktschnecken nicht unähnliche Larven sind grünlich gelb, oben mit glänzend schwarzem, nach Tinte riechendem Schleim bedeckt, der nach der letzten Häutung fehlt.

Im Herbst lassen sich die Larven zur Erde nieder und spinnen sich dort ein; die Verpuppung erfolgt erst im Frühjahr. Bei starkem Befall können nicht nur die braun gewordenen Blattreste, sondern auch die Früchte vorzeitig abfallen.

Maßnahmen:

Kommt es erst im August durch die Larven der 2. Generation zu Schadfraß, lohnt sich eine Bekämpfung nicht mehr. Bei der 1. Generation reicht meist das Herausschneiden befallener Triebe.

So erkennst du die Schwarze Kirschblattwespe

An Kirschen, anderem Steinobst und Birnen zeigen sich ab Juni zuerst „Fensterfraß“-Stellen auf der Blattoberseite; später bleiben nur Blattadern stehen und die Unterseitenhaut wirkt pergamentartig braun. Larven sind gelbgrün und nackt­schneckenähnlich, anfangs mit schwarz glänzendem Schleim, der nach der letzten Häutung fehlt. Bei starkem Befall fallen neben den braunen Blattresten auch Früchte vorzeitig ab. Typisch sind zwei Befallswellen: die erste ab Juni (aus überwinterten Puppen), die zweite häufig im August; Fraß kann bis September andauern.

Was du jetzt tun solltest

Kontrolliere ab Juni regelmäßig die Blattoberseiten. Bei der ersten Generation befallene Triebteile frühzeitig herausschneiden und im Hausmüll entsorgen. An kleineren Bäumen lassen sich Larven am frühen Morgen mit Handschuhen abstreifen oder durch kräftiges Schütteln über einer Unterlage abfangen; auch ein starker Wasserstrahl spült sie ab, anschließend einsammeln. Tritt deutlicher Fraß erst im August auf, ist eine Bekämpfung nicht mehr sinnvoll – dann die natürliche Entwicklung auslaufen lassen.

Überwinterung im Boden: Risiko verringern

Da die Larven sich im Herbst im Boden einkokonnieren und erst im Frühjahr verpuppen, kannst du unter der Kronentraufe im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr die oberste Bodenschicht flach lockern, um Kokons freizulegen und Fressfeinden sowie Witterung zugänglich zu machen. Aufgesammelte Blattreste und Schnittgut nicht kompostieren, sondern sicher entsorgen. Ab Anfang Juni wöchentlich auf frische Fraßfenster achten – frühes Entfernen einzelner Larven verhindert größere Schäden.

Weitere passende Ratgeber: Maulwurfsgrille, Lauchmotte erkennen und bekämpfen, Birnenpockenmilben am Birnbaum natürlich bekämpfen.