Pflaumenwickler erkennen, vorbeugen und bekämpfen im Jahresverlauf
Wurmstichige Pflaumen und früh fallende Früchte? Häufig steckt der Pflaumenwickler dahinter – besonders schädlich ist die zweite Generation im Sommer.
Hier erfährst du, wie du den Befall erkennst und mit zeitlich abgestimmten Maßnahmen vorbeugst und eindämmst – praxistauglich für den Hausgarten.
Wichtig bei Pflaumenwickler erkennen
- Eier werden einzeln an Steinobstfrüchten abgelegt; die Larve bohrt sich ein und frisst das Fruchtfleisch um den Kern.
- Ende August/Anfang September verlassen die Raupen die Frucht, überwintern am Boden oder in Rindenritzen und verpuppen sich erst im Frühjahr.
Der Pflaumenwickler (Grapholita funebrana): Den größten Schaden verursacht die zweite Generation. Der Schmetterling fliegt im Juli/August und legt seine Eier einzeln an Steinobstfrüchten ab. Die Raupe dringt in die Frucht ein und frisst das Fleisch um den Kern herum. Ende August, Anfang September lässt sie sich auf die Erde herab und überwintert entweder am Erdboden oder in Rindenritzen. Erst im Frühjahr verpuppt sie sich. Die befallenen Früchte werden notreif und fallen frühzeitig ab.
Maßnahmen:
Die frühzeitig abgefallenen Früchte müssen eingesammelt und vernichtet werden. Außerdem empfiehlt es sich, den Boden unter den Bäumen im Herbst und Frühjahr recht tief umzugraben, damit die Anfang Sommer ausschlüpfenden Falter nicht an die Oberfläche gelangen können.
Winterlichte Stammpflege und ein Weißanstrich sind durchzuführen. Im Juli bis September sollte ein Insektenfanggürtel angelegt werden, um die Raupen vor dem Einnisten und Verpuppen zur 2. Generation abzufangen. Während des Falterfluges im Mai / Juni und Juli / August können Pheromon-Fallen eingesetzt werden.
Befall sicher erkennen
Typische Anzeichen sind stecknadelgroße Einbohrlöcher, oft mit einem gummiartigen Harztropfen und rötlich-braunen Kotkrümeln am Stielansatz oder entlang der Fruchtnaht. Befallene Pflaumen und Zwetschgen werden weich, riechen gärig und fallen vorzeitig ab. Beim Aufschneiden findest du Fraßgänge und braunes, mehliges Fruchtfleisch rund um den Stein; die Larven sind cremefarben mit dunkler Kopfkapsel.
Flug- und Befallszeit im Jahresverlauf
Die erste Faltergeneration fliegt meist ab Mai/Juni, die zweite im Juli/August und verursacht die größten Schäden. Eier werden einzeln an die Früchte gelegt; kurz nach dem Schlupf bohren sich die Raupen ein und fressen am Kernbereich. Ab Ende August bis Anfang September verlassen sie die Früchte, überwintern im Boden oder in Rindenritzen und verpuppen sich erst im Frühjahr. Spätreifende Sorten sind daher stärker gefährdet als sehr frühe.
Konkrete Maßnahmen für den Hausgarten
Kontrolliere ab Blüteende wöchentlich und sammle Fallobst täglich ein; befallene Früchte auch vom Baum pflücken und sicher entsorgen (nicht kompostieren). Halte die Baumscheibe sauber und grabe den Boden im Herbst und nochmals im Frühjahr spatentief um, um überwinternde Stadien zu stören. Fanggürtel aus Pappe oder Wellpappe ab Ende Juni bis September eng um den Stamm in 50–60 cm Höhe anlegen, wöchentlich kontrollieren und mitsamt Raupen entsorgen. Pheromonfallen ab Mitte Mai und erneut vor der zweiten Generation zur Befallskontrolle einsetzen (Kapseln regelmäßig wechseln); sie zeigen den Flugbeginn an, ersetzen aber keine weiteren Maßnahmen. Im Winter lose Borke mit einer Bürste entfernen und den Stamm weiß anstreichen, um Rindenrisse und Unterschlupfe zu reduzieren; eine luftige, gut belichtete Krone trocknet schneller ab und ist weniger attraktiv für die Eiablage. Bei Neupflanzungen helfen frühreife Sorten, das Risiko der starken Sommergeneration zu verringern.
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