Kleiner Frostspanner: erkennen, vorbeugen und natürlich bekämpfen
Sobald die ersten Frostnächte kommen, wird der Kleine Frostspanner aktiv. Die flugunfähigen Weibchen kriechen ab Oktober die Stämme hinauf und legen ihre Eier unbemerkt an den Knospen ab.
Im Frühjahr schlüpfen die Raupen, fressen Knospen und junge Blätter und können an Kirschbäumen sogar junge Früchte aushöhlen. Hier erfährst du, wie du Befall früh erkennst und mit einfachen, umweltfreundlichen Maßnahmen vorbeugst.
Kurz erklärt
Die Weibchen des Kleinen Frostspanners sind flugunfähig und kriechen ab Oktober die Stämme hoch, um Eier hinter Knospen abzulegen. Stoppt du sie im Herbst mit Leimringen, verhinderst du im Frühjahr Kahlfraß durch die Raupen.
Wichtig bei Kleiner Frostspanner
- Die Raupen schlüpfen im Frühling, verspinnen Fraßstellen und können Knospen und junge Blätter bis zum Kahlfraß schädigen; an Kirschbäumen werden sogar junge Früchte ausgehöhlt.
- Ab Juni lassen sich die Raupen am Faden zu Boden und verpuppen sich im Erdreich; Larven und Puppen überwintern in Rindenritzen und im Boden – Risse und Spalten bieten Verstecke.
Ein kleiner Schädling mit großer Wirkung
Der Kleine Frostspanner ist ein sehr gefährlicher Schädling, der seinem Namen alle Ehre macht. Denn er tritt genau dann auf, wenn es draußen kalt wird und die ersten Frostnächte beginnen. Besonders auffällig ist, dass nur das Männchen fliegen kann. Die Weibchen hingegen haben keine funktionsfähigen Flügel. Deshalb kriechen sie, ab Anfang Oktober, langsam die Baumstämme hinauf. Dort legen sie ihre Eier direkt hinter den Knospen in der Baumkrone ab. Das geschieht oft unbemerkt.
Schäden im Frühjahr – wenn es eigentlich losgehen sollte
Sobald im Frühling die Sonne scheint, schlüpfen die kleinen Raupen. Sie beginnen sofort damit, Knospen und junge Blätter zu verspeisen. Dabei spinnen sie ihre Nahrung oft mit feinen Fäden ein. Diese Art des Fressens führt bei starkem Befall sogar zum Kahlfraß, also dem völligen Verlust der Blätter. Ab Juni seilen sich die Raupen an Fäden zu Boden ab und verpuppen sich im Erdreich. Besonders schlimm ist der Befall an Kirschbäumen, denn dort werden sogar die jungen Früchte ausgehöhlt.
Vorbeugung ist der beste Schutz
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man rechtzeitig etwas tun. Eine gute Maßnahme ist die Pflege der Baumrinde im Winter. Denn viele Larven und Puppen überwintern dort. Außerdem hilft ein Weißanstrich am Stamm, um Ritzen und Spalten zu verschließen. So wird den Tieren der Unterschlupf genommen.
Leimringe: Einfach und effektiv
Eine sehr bewährte Methode ist das Anbringen eines Leimringes ab Ende September. Dieser wird um den Stamm gelegt und verhindert, dass die Weibchen in die Krone gelangen. Es ist wichtig, den Ring gut anzubringen, damit keine Lücken entstehen. Wer möchte, kann stattdessen auch Raupenleim grün direkt auf den Stamm streichen. Beides wirkt zuverlässig und ist umweltfreundlich.
Zusätzliche Tipps für gesunde Bäume
Auch das Beobachten der Bäume im Herbst und Frühjahr hilft, einen Befall früh zu erkennen. Meisen und andere Vögel sind natürliche Feinde der Frostspanner und sollten gefördert werden. Wer außerdem seine Bäume regelmäßig stärkt – etwa mit Pflanzenextrakten wie Rainfarn oder Wermut – verbessert die Abwehrkraft der Pflanzen. So kann man den Frostspanner auf natürliche Weise in Schach halten und die Gesundheit der Bäume dauerhaft erhalten.
Weitere Tipps
Bringe ab Ende September einen straffen Leimring rund um jeden Stamm und Stützpfahl an und dichte Ritzen mit Raupenleim ab; entferne anliegenden Bewuchs, damit keine Brücken über den Leim entstehen.
