Kohlfliege erkennen und bekämpfen: wirkungsvoller Schutz
Ab April legt die Kohlfliege ihre Eier an junge Kohlpflanzen. Die Maden schädigen Wurzeln und Stängel; befallene Pflanzen verfärben sich bleiern und gehen oft ein. Besonders kritisch ist die erste Generation im April bis Mai.
Hier erfährst du, wie du Befall früh erkennst und wirksam vorbeugst – mit passender Pflanzzeit, tiefem Setzen, Anhäufeln, Kohlkragen, Ernteschutznetzen und geeigneter Düngung.

Die Kohlfliege (Chortophila brassicae):
Die Kohlfliege legt ab April ihre Eier in kleineren oder größeren Mengen an den Stängel junger Kohlpflanzen möglichst nahe der Erde oder auch in Erdritzen in der Nähe der Wurzeln ab. Die ausgeschlüpften Maden fressen zuerst äußerlich an den zarten Wurzeln oder am Stängel und dringen dann in das Innere ein.
Die an ihrer bleiernen Verfärbung leicht erkennbaren befallenen Pflanzen gehen meistens ein. Die Maden verpuppen sich in der Erde, seltener am Fraß-Orte. Es treten bis zu vier Generationen auf, von denen die erste die gefährlichste ist.
Maßnahmen:Setzlinge frühzeitig oder spät, also nicht während der Hauptflugzeit der Fliege von April bis Mai, pflanzen. Tief setzen und anhäufeln, mit Algenkalk oder Gesteinsmehl bestäuben. Kohlkragen um die Pflanzen legen. Zur Flugzeit Beete mit Ernteschutznetz (am besten aus Baumwolle) abdecken. Keinen Mist zur Düngung verwenden, da dies die Fliegen anzieht. Besser mit Brennnessel-Jauche düngen.
Befall sicher erkennen
Typische Anzeichen sind stagnierender Wuchs und welkende Pflanzen trotz feuchter Erde. Die Blätter verfärben sich bleiern, oft graugrün, und die Pflanzen kippen leicht um. Prüfe den Wurzelhals: feine Bohrlöcher und Fraßgänge deuten auf Maden hin; Stängel und Feinwurzeln können innen ausgehöhlt sein. In der Erde nahe der Stängelbasis findest du weißliche, fußlose Maden oder später bräunliche Puppenhüllen. Befallene Jungpflanzen gehen häufig ein.
Flugzeit und Risiko einschätzen
Die erste Generation der Kohlfliege im April bis Mai richtet den größten Schaden an. Insgesamt können bis zu vier Generationen auftreten. Die Eier werden bevorzugt direkt am Stängelgrund junger Kohlpflanzen oder in Erdritzen in Wurzelnähe abgelegt. Besonders gefährdet sind frisch ausgepflanzte Setzlinge in den ersten Wochen nach dem Setzen – kontrolliere in dieser Phase regelmäßig den Wurzelhals und die Stängelbasis.
Schutzmaßnahmen richtig umsetzen
Pflanze Setzlinge frühzeitig oder erst nach der Hauptflugzeit (nicht im April–Mai). Setze sie etwas tiefer, sodass der Wurzelhals leicht bedeckt ist, und häufle nach 1–2 Wochen Erde an, um neue Seitenwurzeln zu fördern. Bestäube den Stängelgrund unmittelbar nach dem Pflanzen mit Algenkalk oder Gesteinsmehl und erneuere die Bestäubung nach Regen. Lege passgenaue Kohlkragen eng um den Stängel und decke Beete zur Flugzeit mit einem feinmaschigen Ernteschutznetz (am besten aus Baumwolle) ab; Ränder allseitig dicht beschweren oder eingraben. Verzichte auf Mist als Dünger und gieße stattdessen verdünnte Brennnessel-Jauche zur Wurzelstärkung gezielt an den Boden.
Weitere Tipps
Setze Brennnessel-Jauche zur Pflanzenstärkung an: 1 kg frische Brennnesseln in 10 l Wasser 1–2 Wochen vergären lassen, dann 1:10 verdünnt an die Wurzeln gießen; verzichte auf Mist, der Kohlfliegen anzieht.