Blausieb (Zeuzera pyrina) an Obst- und Laubbäumen: Schadbild erkennen und gezielt bekämpfen
Fraßgänge im Holz schwächen Obst- und andere Laubbäume – besonders Jungbäume. Die gelb-schwarz gepunkteten Larven des Blausiebs werden bis zu 4 cm lang und entwickeln sich über zwei Jahre.
Hier liest du, wie du Befall erkennst und sicher handelst: befallene Äste schneiden und fachgerecht entsorgen (nicht kompostieren), junge Larven vorsichtig mit Draht entfernen und das Bohrloch mit Wundverschluss abdichten.

Blausieb (Zeuzera pyrina): Ähnlich wie die Raupen des Weidenbohrers leben die Larven des Schmetterlings ausschließlich im Holz von Obst- und auch anderen Laubbäumen. Entsprechend ihrer Größe – sie werden bis zu 4 cm lang – können sie insbesondere Jungbäume völlig zerstören. Die gelbgefärbte, schwarzgepunktete Raupe benötigt zur vollen Entwicklung 2 Jahre. Der Schmetterling fliegt im Juni/ Juli.Maßnahmen:
Frist befallene Äste werden abgeschnitten und entsorgt (nicht über den Kompost!). Junge Larven, die noch nicht tief ins Holz vorgedrungen sind, können mit einem Draht heraus gestochert werden. Das Bohrloch wird anschließend mit einem Wundverschlussmittel (z.B. Baumwachs Brunonia, Sprühverband oder Baum-Pflaster) verschlossen.
Befall sicher erkennen
Typische Hinweise sind plötzlich welkende Triebspitzen, einzelne absterbende Zweige und grobes, helles Bohrmehl mit dunklen Kotresten an Stamm, Astgabeln oder unterhalb von Einbohrlöchern. An Obstgehölzen kann zusätzlich Harz- bzw. Gummifluss auftreten. Im Inneren der Gänge sitzen die gelb gefärbten, schwarz gepunkteten Larven (bis ca. 4 cm), die sich über zwei Jahre entwickeln. Achte vor allem bei Jungbäumen auf kleine, runde bis ovale Löcher und frisches Bohrmehl im Sommer.
Richtiger Zeitpunkt und Maßnahmen
Der Falter fliegt vor allem im Juni/Juli; ab dieser Zeit bis in den Herbst findest du frisches Bohrmehl besonders zuverlässig. Kontrolliere gefährdete Bäume regelmäßig. Befallene Triebe schneidest du bis ins gesunde Holz zurück und entsorgst sie über den Restmüll oder die kommunale Grüngutannahme – nicht kompostieren. Junge Larven, die noch nahe am Einbohrloch sitzen, kannst du vorsichtig mit einem stabilen Draht abtöten bzw. herausziehen; arbeite behutsam, um den Stamm nicht weiter zu schädigen. Verschließe das Bohrloch anschließend mit einem geeigneten Wundverschluss, damit keine Feuchtigkeit und Erreger eindringen.
Baum stärken, Risiko senken
Halte Jungbäume vital durch bedarfsgerechtes Wässern und eine zurückhaltende, ausgewogene Nährstoffversorgung; vermeide Stamm- und Rindenverletzungen und säubere größere Schnittstellen sauber und glatt. Kontrolliere gefährdete Obst- und Laubbäume während und nach der Flugzeit häufiger auf frisches Bohrmehl. Pheromonfallen zur Überwachung des Falterflugs helfen dir, den Kontrolldruck im Juni/Juli zu erhöhen und Befall frühzeitig zu entdecken. Entferne stark geschädigte, hohle Äste zeitnah, damit sich Larven nicht weiter in tragende Partien ausbreiten.