Weidenbohrer an Apfel- und Birnbäumen erkennen und bekämpfen

Der Weidenbohrer schädigt Apfel- und Birnbäume: Seine Larven bohren Gänge im unteren Stamm und bleiben lange unentdeckt. Typisch sind Essiggeruch und Bohrmehl.

Hier erfährst du, wie du Befall sicher erkennst, die Raupen direkt im Gang mit einem Draht abtötest und die Öffnungen anschließend mit Baumwachs verschließt.

Weidenbohrer

Wichtig beim Weidenbohrer an Apfel- und Birnbäumen erkennen und bekämpfen

  • Im Juni/Juli begegnest du den Faltern; die Eier werden an der Borke der unteren Stammabschnitte bis etwa Brusthöhe abgelegt.
  • Du findest die Raupen anfangs gesellig unter der Rinde; ab dem zweiten Jahr bohren sie tiefer ins Holz und überwintern in ihren Gängen.

Der Weidenbohrer (Cossus cossus):

ist ein großer Nachtfalter, der im Juni/Juli fliegt. Er legt seine Eier auf die Borke (höchstens bis zur Brusthöhe) an den unteren Teilen der Stämme von Apfel- und Birnbäumen. Die ausschlüpfenden Raupen leben zuerst gesellig unter der Rinde.

Im zweiten Jahr gehen sie tiefer in das Holz, das sie nach allen Richtungen hin durchbohren. In diesen Gängen überwintern sie. Kot und Bohrspäne werden aus der am unteren Ende des Ganges befindlichen Öffnung ausgestoßen.

Am Ende der Öffnung verpuppen sich die Raupen nach 3 bis 4 Jahren in einem mit Bohrspänen untermischten Gespinst, aber auch in der Erde. Vor dem Ausschlüpfen des Falters schiebt sich die Puppe aus dem Gespinst hervor.

Maßnahmen:

Findet man Bohrlöcher (diese riechen stark nach Essig) und sind äußere Schäden am Baum noch nicht zu bemerken, so versuche man die Raupe durch Stochern mit einem Draht in ihren Bohrlöchern zu erstechen. Die Bohrlöcher mit Baumwachs verschleißen.

Weidenbohrer sicher erkennen

Kontrolliere vor allem den unteren Stamm bis etwa Brusthöhe: Typisch sind ein stechender Essiggeruch, feuchtes, grobes Bohrmehl und bräunliche Kotkrümel, die aus Öffnungen austreten und sich am Stammfuß ansammeln. Die Fraßlöcher sind oft oval und leicht nach unten gerichtet. Frisches Bohrmehl fällt vor allem in warmen Monaten auf. Im Juni/Juli fliegen die Falter; leere Puppenhüllen können im Sommer an Öffnungen oder am Boden liegen. Auch wenn Krone und Triebe zunächst gesund wirken, können die Larven bereits tiefe Gänge im Holz angelegt haben.

Larven im Gang abtöten und Öffnungen verschließen

Finde aktive Gänge über frisches, feuchtes Bohrmehl und sondiere die Öffnung mit einem langen, stabilen, aber flexiblen Draht, bis du die Raupe triffst; bewege den Draht mehrmals im Gang und räume lose Späne vorsichtig aus. Wiederhole die Kontrolle an allen Verdachtsstellen, vorzugsweise an warmen Nachmittagen, wenn die Larven näher an der Öffnung sitzen. Verschließe die Bohrlöcher erst, wenn mehrere Tage kein neues Bohrmehl austritt, dann sauber mit Baumwachs, damit keine Feuchtigkeit und Keime eindringen.

Regelmäßige Kontrolle und einfache Vorbeugung

Prüfe von Mai bis Oktober den unteren Stamm und Stammfuß in kurzen Abständen und halte diesen Bereich gut zugänglich, ohne dicht anliegenden Mulch, Gras oder Rankpflanzen. Vermeide Rindenverletzungen; größere Wunden glättest du und deckst sie mit Baumwachs ab. Entferne stark befallenes, abgestorbenes Holz aus dem Garten. In der Falterzeit Juni/Juli achtest du besonders auf frisches Bohrmehl und Eigelege an der unteren Borke, um frühzeitig eingreifen zu können.

Produkt-Tipp

Baumwachs

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