Blattrandkäfer an Erbsen: Befall erkennen und gezielt bekämpfen
Halbkreisförmige Fraßspuren an den Blatträndern deiner jungen Erbsen? Oft steckt der Blattrandkäfer (Sitona lineata) dahinter – klein, lässt sich bei Störung fallen und ist schwer zu entdecken.
So gehst du vor: nachts absammeln, Rainfarn oder Wermut spritzen und das Wachstum fördern – besonders im Frühjahr und erneut im Sommer sorgfältig kontrollieren.
Kurz erklärt
Halbkreisförmige Fraßkerben an jungen Erbsen weisen auf den 4 mm kleinen Blattrandkäfer hin. Nächtliches Absammeln und Spritzungen mit Rainfarn- oder Wermut-Ansätzen stoppen den Befall früh.

Wichtig bei Blattrandkäfer an Erbsen
- Entferne bei blattrandkäfer an erbsen befallenes Laub oder Früchte zeitnah und arbeite mit sauberem Werkzeug.
- Sorge für schnelles Abtrocknen nach Regen, weil feuchtes Pflanzenmaterial Pilze begünstigt.
- Stärke gesunde Pflanzenteile vorbeugend und vermeide unnötig dichte, schlecht belüftete Standorte.
Blattrandkäfer (Sitona lineata):
Der Blattrandkäfer ist ein Rüsselkäfer, der in erster Linie die jungen Erbsen befällt. Charakteristisch sind die halbkreisförmigen Fraß-Stellen, die die Blätter am Rande aufweisen. Später wird auch oft die ganze Blattfläche durch den Käfer zerstört.
Die 4 mm großen Käfer sind nur schwer zu erkennen, da sie sich bei der geringsten Störung zu Boden fallen lassen. Groß wird der Schaden vor allem dann, wenn die Pflanzen infolge ungünstiger Witterung nur langsam wachsen.
Der Käfer überwintert im Boden und beginnt im Frühjahr seinen Schadfraß. Die Eiablage erfolgt in den Boden. Eine zweite Käfergeneration tritt im Sommer auf. Maßnahmen:
Die Käfer können nachts abgesammelt werden. Zum Spritzen eignen sich Rainfarn oder Wermut. Im Übrigen ist durch Hacken usw. für eine rasche Entwicklung der jungen Pflanzen zu sorgen.
Befall sicher erkennen
Ab Frühjahr, sobald deine Erbsen austreiben, zeigen halbkreisförmige Kerben an den Blatträndern den nachtaktiven Blattrandkäfer (Sitona lineata) – etwa 4 mm groß, grau‑braun und bei Störung fallend. Die Hauptschadperiode startet im Frühjahr, eine zweite Generation folgt im Sommer. Prüfe in der Dämmerung: Halte ein helles Tuch unter die Pflanzen und schüttle kurz – die Käfer fallen darauf. Neben Blattfraß schwächen im Boden lebende Larven die Pflanzen, indem sie an Wurzeln und Stickstoffknöllchen fressen; Folge sind gehemmtes Wachstum und gelblich wirkendes Laub, besonders bei trockenem Wetter.
Gezielt bekämpfen
Bei frischen Fraßspuren abends oder nachts absammeln: Tuch unterlegen, Pflanzen leicht rütteln und die Käfer zügig einsammeln. Rainfarn- oder Wermut-Ansätze als Kontaktmittel einsetzen und an den Blatträndern benetzen; Anwendung in der Dämmerung, mehrere Wiederholungen im Abstand von 3–5 Tagen. Rezeptbeispiel: 100 g frisches Kraut (oder 10–15 g getrocknet) in 1 l Wasser 12–24 Stunden ziehen lassen, abseihen und 1:5 verdünnt spritzen. Unterstütze den Bestand durch lockere, unkrautfreie Erde und gleichmäßige Wasserversorgung, damit Jungpflanzen zügig wachsen. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach dem Auflaufen dicht anbringen und erst entfernen, wenn die Pflanzen kräftig sind.
Vorbeugen durch Anbaupraxis
Plane 3–4 Jahre Anbaupause für Erbsen und andere Leguminosen auf derselben Fläche und entferne Leguminosen-Unkräuter als alternative Wirte. Säe, sobald der Boden im Frühjahr bearbeitbar ist, damit die Pflanzen dem Fraß schneller entwachsen; bei späteren Sätzen erneut wachsame Kontrollen einplanen. Kontrolliere von April bis Juni sowie im Juli/August wöchentlich in der Dämmerung und reagiere bereits bei den ersten Kerben.
Passende Produkte
Weitere passende Ratgeber: Apfelschalenwickler (Capua reticulana) erkennen & bekämpfen.