Blattläuse natürlich bekämpfen: Nützlinge, Weißanstrich und Leimringe
Blattläuse schwächen Pflanzen, indem sie den Pflanzensaft aus dem Phloem saugen. Oft werden sie dabei von Ameisen geschützt, die sich vom Honigtau ernähren.
Hier erfährst du, wie du sie biologisch eindämmst: ausgewählte Nützlinge, Weißanstrich gegen überwinternde Eier an Obstbäumen, Leimringe im Frühjahr und bewährte Kräuteranwendungen mit Brennnessel und Rainfarn.
Blattlaus/Pflanzenlaus (Sternorrhyncha)
Blattläuse bzw. Pflanzenläuse sind für viele Kulturen ernstzunehmende Gegner. Sie ernähren sich hauptsächlich vom Pflanzensaft einer Pflanze indem sie das Phloem aussaugen. Dabei gehen viele Läuse eine Symbiose mit Ameisen ein indem diese die Blattläuse vor Fraßfeinden beschützen und sich gleichzeitig von den Ausscheidungen der Läuse – dem Honigtau – ernähren.
Maßnahmen:
Neben dem Einsatz von ausgewählten Nützlingen sind weitere biologische Maßnahmen sinnvoll. Den überwinternden Blattlauseiern in Rindenspalten und Zweigspitzen der Obstbäume begegnet man mit Weißanstrich. Im Frühjahr Leimringe anbringen, um die Zuwanderung von Ameisen (die Blattläuse schützen und pflegen) zu verhindern. Traditionell empfohlen werden Kräuter-anwendungen (Brennnessel, Rainfarn).
Befall erkennen und typische Zeitfenster
Kontrolliere ab dem Austrieb im Frühjahr regelmäßig junge Triebspitzen: Dort sammeln sich die ersten Blattlauskolonien, Blätter kräuseln sich, und es entsteht klebriger Honigtau. Dunkler Rußtaupilz auf dem Honigtau sowie reger Ameisenverkehr am Stamm sind deutliche Hinweise. Später im Jahr verbreiten geflügelte Blattläuse den Befall weiter auf Nachbarpflanzen.
Nützlinge gezielt unterstützen
Fördere Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen, indem du blühende Kräuter und Stauden stehen lässt und auf breite Insektizidanwendungen verzichtest. Spüle kleine Kolonien früh morgens mit kräftigem Wasserstrahl von den Trieben oder knipse stark befallene Triebspitzen aus – so bleiben genügend Beutetiere für Nützlinge, ohne die Pflanze stark zu schwächen.
Weißanstrich, Leimringe und Kräuter-Anwendungen richtig nutzen
Trage an Obstbäumen den Weißanstrich im Spätherbst bis Winter auf Stamm und stärkere Äste auf, um Rindenspalten zu glätten und überwinternden Eiern die Bedingungen zu verschlechtern. Bringe Leimringe im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb an und halte sie klebrig sowie überbrückungsfrei, damit Ameisen die Blattläuse nicht „pflegen“. Für Kräuter-Auszüge: Brennnessel-Kaltansatz (z. B. 1 kg frische Brennnesseln in 10 l Wasser, 12–24 h ziehen lassen, 1:10 verdünnt sprühen) und Rainfarn-Abkochung abends auf Blattunterseiten aufbringen; pralle Sonne meiden.