Miniermotten erkennen und eindämmen – auch an der Rosskastanie
Schlangenförmige Gänge in Blättern? Dahinter stecken oft Miniermotten: Ihre Larven fressen versteckt im Blatt und hinterlassen typische Minen.
Mit einfachen Schritten kannst du den Befall eindämmen – Rinde vorsichtig säubern, Weißanstrich am Stamm und befallenes Falllaub konsequent einsammeln und vernichten, besonders an Rosskastanien.

Die Miniermotte (Lyonetia clerkella und Cemiostoma scitella):
Tritt in verschiedenen Arten auf; sie legt ihre Eier auf die Blätter ab. Die Raupen fressen im Innern der Blätter zwischen Blattober- und -unterseite und verursachen durch ihren Fraß Gänge oder Minen, die je nach Art der Raupe ein verschiedenes Aussehen haben.
Man sieht länglich runde, kreisrunde, meistens aber schlangenförmig gewundene Gänge. Die Überwinterung erfolgt bei den einzelnen Arten verschieden, entweder als Ei, Puppe oder Schmetterling. Seit etlichen Jahren breitet sich die Rosskastanien-Miniermotte ( Cameraria ohridella ) in Deutschland explosionsartig aus.
Diese Art befällt im Wesentlichen nur die weißblühende Rosskastanie.
Maßnahmen:
Ein Teil der Falter überwintert unter Borkenschuppen. Bei der Baumpflege im Herbst oder Winter daher lose Borkenschuppen (vorsichtig!) entfernen. Empfehlenswert ist ein Baum- / Weißanstrich. Auch wenn das Erscheinungsbild täuscht, ist der Schaden an den Bäumen meist gering.
Es reicht, soweit dies möglich ist, befallene Blätter einzusammeln und zu vernichten. Die Kastanien-Miniermotte ist dagegen ein ernstzunehmender Schädling, an dessen Bekämpfung noch geforscht wird. Wie bei anderen Miniermotten auch sollte das Falllaub vernichtet werden.
Miniermotten sicher erkennen
Typisch sind helle, später braun werdende Fraßgänge im Blattinneren. Je nach Art verlaufen sie schlangenförmig, länglich oder bilden rundliche Flecken. Gegen das Licht gehalten wirken die Minen durchsichtig, oft mit dunkler Kotspur in der Mitte. Bei starkem Befall treten frühzeitige Blattbräune und vorzeitiger Laubfall bereits ab Juli/August auf; feine Ausfluglöcher zeigen das Verlassen der erwachsenen Falter an.
Befallszeit und Entwicklung – besonders an der Rosskastanie
Der Befall beginnt im Frühjahr, die Miniermotten durchlaufen bis in den Herbst meist mehrere Generationen (oft 2–3). Die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) befällt vor allem die weißblühende Rosskastanie: Erste Minen erscheinen ab Mai/Juni, die Blätter können schon im Hochsommer stark verbräunen. Die Überwinterung erfolgt je nach Art unterschiedlich; ein Teil überwintert unter Borkenschuppen, an der Rosskastanie überwiegend in Blättern am Boden als Puppe.
Konkrete Maßnahmen zur Eindämmung
Räume befallenes Laub während der Saison und besonders im Herbst konsequent ab und vernichte es: in dicht verschlossenen Säcken über den Restmüll oder über Heißrotte/Kompost mit ausreichend hoher Temperatur; nicht kalt kompostieren oder liegen lassen. Entferne in der laubfreien Zeit lose Borkenschuppen vorsichtig und streiche den Stamm mit einem Weißanstrich. Auch wenn die Verfärbungen dramatisch wirken, ist der Schaden bei vielen Arten meist gering; an Rosskastanien ist gründliche Laubhygiene jedoch besonders wichtig, um die Population zu senken.
Wann du eingreifen solltest
Bei der Stechpalmen-Blattminierfliege reicht meist eine ruhige Beobachtung. Entferne einzelne stark befallene Blätter, wenn die Miniergänge optisch stören, und kontrolliere besonders im Mai und Juni den frischen Austrieb. Wichtig ist eine gleichmäßige Wasserversorgung, damit die Stechpalme nicht zusätzlich unter Trockenstress leidet.
Eine Behandlung ist vor allem sinnvoll, wenn der Befall jedes Jahr stärker wird oder junge Pflanzen sichtbar geschwächt wirken. Dann helfen Pflanzenstärkung, sauberes Entfernen befallener Blätter und eine standortgerechte Pflege besser als hektische Einzelmaßnahmen.
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