Apfelblütenstecher: Schadbild erkennen, Vorbeugung und Bekämpfung
Deine Apfelknospen bleiben geschlossen und verfärben sich rotbraun, als wären sie verbrannt? Dahinter steckt oft der Apfelblütenstecher.
Hier erfährst du, wie du Anthonomus pomorum sicher erkennst und mit einfachen, schonenden Maßnahmen vorbeugst und seine Population verringerst.

Der Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum):
Der Käfer überwintert am Baum unter der Borke oder an anderen geschützten Orten, besonders gern am Boden unter abgefallenen Blättern. Zeitig im Frühjahr erscheint er auf den Apfelbäumen und bohrt die Blütenknospen an. In die Löcher legt das Weibchen einzeln etwa 30 Eier.
Aus diesen entwickelt sich die Larve (Kaiwurm genannt), die sich von inneren Blütenteilen nährt. Die Blütenblätter färben sich rotbraun, so dass sie wie verbrannt aussehen. Die Verpuppung erfolgt in der toten Knospe. Der aus der Puppe hervorgehende Käfer benagt im Sommer die Blätter.
Maßnahmen:
Bei der winterlichen Reinigung vernichtet das (vorsichtige!) Abbürsten der Borke einen Teil der in Rindenritzen überwinternden Käfer (abfallende Borke sollte verbrannt werden). Ein Stammanstrich mit Weißanstrich tut das Übrige. Das Anbringen eines Insektenfanggürtels in einem Meter Stammhöhe und morgendliches Einsammeln der Käfer kontrolliert und vermindert deren Anzahl.
Schadbild sicher erkennen
Typisch sind fest geschlossene Apfelknospen, die sich von außen rost- bis rotbraun verfärben und eintrocknen. Häufig findest du an der Knospe ein kleines Einstichloch; in geöffneten, abgestorbenen Knospen sitzt oft eine weißliche, beinlose Larve mit etwas braunem Fraßkrümel. Im Sommer zeigen die frisch geschlüpften Käfer buchtenförmige Fraßspuren an jungen Blättern. Abgrenzung zu Frostschäden: Bei Frost öffnen sich Blüten meist und zeigen geschwärzte Staubgefäße, beim Apfelblütenstecher bleiben die Knospen dagegen geschlossen.
Befallszeit und Kontrolle
Der Käfer wird zeitig im Frühjahr aktiv – ab Knospenschwellen bis kurz vor der Blüte, besonders an warmen, sonnigen Tagen über etwa 10 °C. Kontrolliere ab diesem Zeitpunkt regelmäßig mit der Klopfprobe: Halte morgens (wenn die Käfer noch träge sind) ein helles Tuch oder eine Schale unter einen Trieb und stoße ihn an; herabfallende Käfer stellen sich tot und lassen sich leicht absammeln. Achte parallel auf neu entstehende braun vertrocknende Knospen, um Befallsherde früh zu erkennen.
Vorbeugung und schonende Bekämpfung
Reduziere Überwinterungsplätze: Im Winter lose Borke vorsichtig abbürsten und entfernte Stücke sicher entsorgen; ein heller Stammanstrich unterstützt die Vorbeugung. Halte den Bereich unter der Krone möglichst frei von dichtem Laub und Schnittresten. Bringe rechtzeitig vor dem Austrieb einen Insektenfanggürtel in etwa 1 m Stammhöhe an und kontrolliere/erneuere ihn regelmäßig. Sammle Käfer in den kühlen Morgenstunden per Abklopfen oder Abstreifen in einen Eimer mit etwas Seifenwasser. Brich befallene, bereits braun gewordene Knospen frühzeitig aus und entferne sie aus dem Garten. Fördere Nützlinge durch artenreiche Blühflächen und strukturreiche Bereiche – das stärkt natürliche Gegenspieler und hält die Population des Apfelblütenstechers langfristig klein.