Ist Gartenarbeit besser als Yoga?
Entspannung findet längst nicht mehr nur auf der Yogamatte statt. Neueste Studien zeigen, dass bereits 30 Minuten Gartenarbeit das Wohlbefinden merklich steigern können. Doch was macht das Gärtnern so besonders, und warum wird es zunehmend als neue Form der aktiven Erholung betrachtet?
Gärtnern als Quelle der Entspannung für Körper und Geist
Gartenarbeit im Freien hat nachweislich positive Effekte auf die physische und psychische Gesundheit – ähnlich wie Yoga. Spätestens seit der Corona-Pandemie haben wir gelernt, jedes verfügbare Fleckchen Grün zu schätzen. Gärtnern liegt im Trend und ist längst nicht mehr nur auf ländliche Regionen beschränkt. Auch in Städten – auf Balkonen, in Gemeinschaftsgärten oder auf Dachterrassen – wird Gartenarbeit zunehmend als Freizeitaktivität wahrgenommen, die mehr bietet als nur Ordnung im Beet.
Diese Entwicklung ist nicht überraschend: Studien belegen, dass Gartenarbeit das Wohlbefinden steigert und die Konzentration von Stresshormonen im Körper signifikant reduziert. Der sogenannte „Grounding-Effekt“, der durch den direkten Kontakt mit der Erde entsteht, wirkt beruhigend und bringt uns in Balance. Der Anblick von grünen Pflanzen oder weiten Wiesen allein kann schon Entspannung hervorrufen.
Besonders wirkungsvoll ist das sogenannte „achtsame Gärtnern“. Hierbei wird die gesamte Aufmerksamkeit auf Tätigkeiten wie Umtopfen, Unkrautjäten oder Pflanzenpflege gerichtet. Der meditative Fokus unterbricht negative Gedankenmuster und schafft Raum für innere Ruhe. Der Garten wird so zu einem persönlichen Rückzugsort, der neue Energie schenkt.
Fit und widerstandsfähig: Gartenarbeit stärkt das Immunsystem
Die positive Wirkung von Gartenarbeit ist auch der Bewegung an der frischen Luft zu verdanken. Tätigkeiten wie Pflanzen, Jäten oder Ernten trainieren verschiedene Muskelgruppen und wirken wie ein natürliches Fitnessprogramm. Gleichzeitig unterstützt die Zeit im Freien das Immunsystem durch Sonnenlicht und frische Luft. Die Kombination aus körperlicher Aktivität und Naturerlebnis macht Gärtnern zu einem einzigartigen Workout mit Mehrwert.
Gartenarbeit vs. Yoga: Was ist besser?
Sowohl Gärtnern als auch Yoga fördern die physische und psychische Gesundheit. Während Yoga oft in geschlossenen Räumen praktiziert wird, nutzt Gartenarbeit die beruhigende Wirkung der Natur. Psychische Gesundheitseinrichtungen machen sich diesen Vorteil zunutze und setzen gezielt auf Gartentherapie. Diese Therapieform hilft Menschen, Körper und Geist zu stärken und neue Lebensfreude zu finden.
Gartenarbeit als Mittel gegen Schlafprobleme
Gartenarbeit könnte sogar eine effektivere Lösung gegen Schlafstörungen sein als herkömmlicher Sport. Eine US-Studie, die Daten von rund 62.000 Erwachsenen analysierte, zeigt, dass Gärtner seltener unter Schlafproblemen leiden. Die Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen war bei regelmäßigen Gärtnern um 42 Prozent geringer als bei wenig körperlich aktiven Personen. Selbst im Vergleich zu anderen sportlich Aktiven schnitt das Gärtnern besser ab, mit einer um 33 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit für Schlafstörungen.
Darüber hinaus schlafen Gärtner im Durchschnitt etwa 10 bis 15 Minuten länger pro Nacht als andere. Der Grund: Gartenarbeit verbindet körperliche Anstrengung mit geistiger Entspannung und der wohltuenden Wirkung von Tageslicht und Natur. Je mehr Zeit Menschen im Garten verbringen, desto besser scheint ihre Schlafqualität zu werden.
Die heilsame Wirkung der Natur
Zahlreiche Studien belegen die vitalisierende Kraft der Natur. Zeit im Grünen senkt Puls, Blutdruck und Stresslevel, während das Immunsystem gestärkt wird. Im Gehirn werden Areale aktiviert, die für Entspannung und Ruhe verantwortlich sind. Auch Kinder profitieren: Symptome von ADHS können durch Aufenthalte in der Natur nachweislich reduziert werden.
Also:
Gartenarbeit ist mehr als nur ein Hobby – sie ist eine wertvolle Quelle für Gesundheit und Wohlbefinden. Ob als Ausgleich zum Alltag, zur Stressbewältigung oder als natürliche Einschlafhilfe: Das Gärtnern verbindet Bewegung, Achtsamkeit und die beruhigende Kraft der Natur auf einzigartige Weise. Ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Aktivitäten – vielleicht sogar gegenüber Yoga.
Außerdem: Gärtnern stärkt das Wohlbefinden