Herbstlaub clever entsorgen – die große Gartenfrage

Trockene Herbstblätter, die auf grünem Laub in einer Freiluftkulisse verstreut sind, erzeu

Jedes Jahr im Herbst ist es wieder so weit: Die Blätter tanzen von den Bäumen und überziehen Rasen, Gehwege und Beete mit buntem Teppich. So schön das Farbenspiel auch ist – spätestens wenn die Blätter massenhaft liegen, stellt sich die Frage: Wohin nur mit dem vielen Laub? Irgendwie muss es ja weg, und gleichzeitig lauern auch noch ärgerliche Fallstricke, die nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel schaden können.

Das solltest du beim Entsorgen von Laub unbedingt beachten

Viele Gartenbesitzer meinen, die Biotonne sei der einfachste Weg, um das Herbstlaub loszuwerden. Doch Vorsicht: Die meisten Gefäße bieten einfach nicht genügend Platz, um all das Laub zusammen mit Küchenabfällen und anderem Grün gut unterzubringen. Noch weniger sinnvoll ist der Griff zur Restmülltonne – hier ist Laub in der Regel fehl am Platz. Die Kapazitäten reichen nicht aus und außerdem wird so wertvolle Biomasse einfach verschwendet.

Bloß nicht: Laub im Wald oder auf Wiesen loswerden

Falls du mit dem Gedanken spielst, das Laub einfach im nahegelegenen Wald zu entsorgen, sei gewarnt! Diese scheinbar harmlose Methode ist illegal und kann teuer werden – Bußgelder von 300 bis hin zu stolzen 2.000 Euro je nach Menge und Bundesland sind möglich. Der Grund: Fremdes Pflanzenmaterial kann Ökosysteme empfindlich stören und die Artenvielfalt an wertvollen Waldrändern gefährden.

Laub verbrennen? Keine gute Idee!

Vielleicht erscheint das Verbrennen des Laubes als schnelle Lösung, aber auch davon ist dringend abzuraten. Seit 2015 ist das Verbrennen von Gartenabfällen wie Laub, Gras- oder Gehölzschnitt in den meisten Gemeinden ausdrücklich verboten.

Wer sich darüber hinwegsetzt, riskiert Bußgelder von bis zu 50.000 Euro! Außerdem entsteht beim Abbrennen jede Menge schädlicher Rauch, und seltene Insekten und Kleintiere, die im Laub überwintern, haben dabei keine Chance zu entkommen.

In Ausnahmefällen kann es regionale Sonderregeln geben – im Zweifelsfall frag lieber beim örtlichen Amt nach.

Kompostieren: Das Beste aus dem Herbstlaub machen

Wer einen eigenen Komposthaufen besitzt, kann einen Teil des Laubes direkt dafür nutzen. Allerdings solltest du darauf achten, dass Laub maximal etwa 20 Prozent des gesamten Komposts ausmacht. Ideal ist es, wenn du es mit anderem organischen Material wie Rasenschnitt, Staudenresten oder Zweigen mischst – dann wird die Rotte richtig schön homogen und das Mikroklima stimmt.

Besonders langsam verrottendes Laub von Eiche, Walnuss, Kastanie oder Pappel solltest du vorher schreddern. So verrotten die einzelnen Blätter nicht erst nach vielen Jahren, sondern können schon bald wertvollen Humus liefern.

Speiseabfälle, Pilzreste oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile solltest du aber unbedingt draußen lassen – sie gehören nicht auf den Kompost!

Mit Laubhaufen Tieren helfen und den Garten aufwerten

Nicht alles Laub muss verschwinden – im Gegenteil! Einen gesammelten Haufen an einer windgeschützten Stelle im Garten solltest du unbedingt stehen lassen. Viele Tiere, allen voran der Igel, überwintern im dichten Laub und sind auf solche natürlichen Unterschlupfe angewiesen. Lass die Laubhaufen bis zum Frühjahr möglichst unberührt, um die kleinen Gartenhelfer nicht zu stören. Zugleich reichert das langsam verrottende Laub die Beete mit wertvollen Nährstoffen an und lockt nützliche Insekten an.

Wenn du mit deinem Herbstputz noch mehr Gutes für den Garten tun möchtest, empfehlen wir dir Gartenarbeit im Herbst: Aussaat, Blumenzwiebeln, Einlagern & Winterschutz – dort findest du viele weitere praktische Tipps.

Gib also dem Herbstlaub einen zweiten Sinn und genieße den Garten im Wandel der Jahreszeiten!