Gartenarbeit als Balsam für die Psyche

Mit Beginn der Gartensaison zieht es viele Menschen wieder hinaus ins Freie. Ob beim Umgraben, Pflanzen oder Laubkehren – die Tätigkeit im Grünen wirkt sich nicht nur positiv auf den Garten, sondern auch auf unsere geistige Gesundheit aus. Forschungsergebnisse belegen: Wer regelmäßig gärtnert, profitiert von gesteigerter Entspannung und besserer Stressbewältigung.
Gärtnern stärkt das Wohlbefinden
Schon einfache Tätigkeiten wie das Jäten oder Harken führen oft zu einem Gefühl von Zufriedenheit. Die Universität Tokio fand heraus, dass regelmäßige Gartenarbeit die Laune hebt und das allgemeine Wohlbefinden steigert. Ein Grund dafür ist Serotonin – ein Neurotransmitter, der bei Kontakt mit Erde und Tageslicht vermehrt ausgeschüttet wird und das emotionale Gleichgewicht stabilisiert.

Im Garten erleben wir unmittelbar, wie unser Einsatz Früchte trägt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein selbst geernteter Salat oder der Bezug eines Nistkastens durch Vögel sind kleine, aber bedeutsame Erfolge. Solche Erlebnisse stärken unser Gefühl der Selbstwirksamkeit – eine wichtige Ressource im Umgang mit Herausforderungen.

Erdkontakt gegen Stress

Interessanterweise entfaltet Gartenarbeit auch eine schnelle körperliche Entspannungsreaktion. Schon 30 Minuten Arbeit im Garten senken den Cortisolspiegel messbar, wie eine Studie aus Großbritannien zeigt. Mitverantwortlich ist ein im Boden lebendes Bakterium namens Mycobacterium vaccae, das über Hautkontakt oder Einatmen aufgenommen wird. Es hilft dem Körper, besser mit Stress umzugehen – ein natürlicher Mechanismus, der laut der „Old-Friends-Hypothese“ in unserer Evolutionsgeschichte fest verankert ist.

Sinnesfreuden und Hirntraining

Gartenarbeit ist ein Erlebnis für alle Sinne: der Duft feuchter Erde, das Summen der Insekten, frisches Gemüse direkt vom Beet – all das spricht unsere Wahrnehmung intensiv an. Wer dabei achtsam vorgeht, also bewusst und ohne Eile, kann von erstaunlichen Effekten profitieren. Studien zeigen, dass durch achtsames Tun im Grünen das Angstzentrum im Gehirn schrumpft, während Hirnareale für Erinnerung, Mitgefühl und Kreativität wachsen.
Vor allem bei älteren Menschen kann Gärtnern dazu beitragen, die geistige Fitness zu erhalten. Langzeitstudien belegen, dass regelmäßige Gartenarbeit neurodegenerativen Prozessen entgegenwirkt.

Garten als Therapie

Aufgrund der umfassenden positiven Effekte wird Gartenarbeit zunehmend therapeutisch eingesetzt. Dabei geht es nicht nur ums Buddeln – gezielte Maßnahmen werden zur Förderung des psychischen und physischen Wohlbefindens genutzt, etwa in der Rehabilitation oder bei psychischen Erkrankungen. In Dänemark und Großbritannien gehört „grünes Verschreiben“ inzwischen zum Gesundheitssystem. Dort empfehlen Ärzte und Ärztinnen Aktivitäten im Grünen als ergänzende Therapie.

Gärtnern ohne Garten – kein Problem

Wer keinen eigenen Garten besitzt, kann dennoch von den positiven Effekten profitieren. Schon ein Balkonkasten oder ein Pflanztopf auf der Fensterbank genügt. Hauptsache, man ist regelmäßig draußen und hat Erde unter den Fingernägeln.

Praktische Tipps für mentale Gartenfreude:

Klein anfangen – Ein überschaubares Beet ist besser als ein überfordernder Großgarten.
Innehalten – Arbeiten Sie ohne Hast und genießen Sie die sinnliche Vielfalt.
Flexibel bleiben – Nicht alles wächst wie geplant. Kreativer Umgang mit Rückschlägen stärkt das Selbstvertrauen.
Gemeinschaft suchen – Urban Gardening oder Nachbarschaftsprojekte fördern nicht nur Pflanzen, sondern auch soziale Kontakte.
Außerdem: Ein pflegeleicher Garten und wohlfühlen im eigenen Garten

Gärtnern stärkt das Wohlbefinden

Ist Gartenarbeit das neue Yoga?