Birnenknospenstecher erkennen und bekämpfen: Zeitpunkte und Maßnahmen
Vertrocknete, abfallende Birnenknospen? Dahinter steckt oft der Birnenknospenstecher. Seine Larven fressen die Knospen von innen aus und verhindern den Austrieb.
Hier erfährst du, wann Eiablage und Larvenentwicklung stattfinden, wann die Käfer erscheinen und wie du sie sicher nachweist. Außerdem zeigen wir einfache Schritte mit Leimring oder Insektenfanggürtel.

Der Birnenknospenstecher (Anthonomus cinctus): Der Schädling legt seine Eier im September und Oktober einzeln in die Laub- und Fruchtknospen des Birnbaumes, vereinzelt auch am Apfelbaum ab. Von Mitte Februar an entwickeln sich die Larven innerhalb der Knospen, in denen sie sich dann Anfang Mai verpuppen. Kurze Zeit darauf erscheint der Käfer. Die befallenen Knospen werden von den Larven ausgefressen; sie können dadurch nicht austreiben, sondern vertrocknen und fallen ab.
Maßnahmen:
Der Beginn der Käferaktivität lässt sich gut durch Abklopfen des Baumes und Auffangen der Käfer mit einem Tuch feststellen. Der nur ungern fliegende Käfer kann mit einem Insektenfanggürtel oder Leimring in großer Zahl gefangen werden.
Symptome sicher erkennen
Typisch sind einzelne, früh vertrocknende Birnenknospen, die im Gegensatz zu gesunden Nachbarknospen klein bleiben, braun werden und leicht abfallen. Oft findest du an der Knospe ein kleines, dunkles Einstichloch. Schneidest du eine verdächtige Knospe auf, entdeckst du eine cremeweiße, beinlose Larve oder eine ausgehöhlte, leere Knospe. Anders als Frostschäden zeigen befallene Knospen Fraßspuren im Inneren. Befall tritt meist vereinzelt an Laub- und Fruchtknospen auf, gelegentlich auch an Apfelbäumen in der Nähe.
Zeitpunkte und Kontrollen
Die Eiablage erfolgt im September und Oktober in einzelne Knospen. Ab Mitte Februar fressen sich die Larven im Inneren durch die Knospe; Anfang Mai erfolgt die Verpuppung, kurz darauf erscheinen die Käfer. Kontrolliere ab September sowie erneut ab dem Spätwinter an milden, trockenen Tagen: Klopfe Äste über einem hellen Tuch ab und beobachte, ob Käfer herabfallen. Sammle im März/April vertrocknete, abgefallene Knospen und prüfe sie stichprobenartig auf Larven – so bestätigst du den Befall und den richtigen Zeitpunkt für Maßnahmen.
Konkrete Maßnahmen im Hausgarten
Bringe Insektenfanggürtel oder Leimringe dicht am Stamm und an starken Gerüstästen an: erstmals Ende August/September zur Wanderung vor der Eiablage und erneut ab Februar vor dem Austrieb. Achte auf lückenlosen Sitz (Rindenrisse, Stützen und Gräser nicht als Brücken belassen) und erneuere die Fänge regelmäßig. Klopfe ab März/April an warmen Tagen die Krone ab und sammle die Käfer vom Tuch ab. Brich vertrocknete, auffällig braune Knospen früh aus und entsorge sie nicht über den Kompost. Durch konsequentes Sammeln und Fangen reduzierst du die Käferzahl deutlich, ohne Nützlinge unnötig zu beeinträchtigen.