Obstbaumkrebs (Nectria galligena) erkennen, vorbeugen und behandeln
Zeigt dein Obstbaum Knollen an der Rinde oder Wunden, die sich Jahr für Jahr vergrößern? Ursache kann Obstbaumkrebs durch den Pilz Nectria galligena sein.
Hier erfährst du, wie du offene und geschlossene Krebse erkennst, Ansteckungswege verstehst und mit gezielten Pflegeschritten vorbeugst und rechtzeitig eingreifst.

Baumkrebs ( Nectria galligena ): Man unterscheidet den offenen und geschlossenen Krebs. Beide treten an allen Holzteilen der Bäume auf. Die offene Krebswunde nimmt von Jahr zu Jahr zu und schließt sich nie. Der geschlossene Krebs erscheint in Form von kleineren und größeren Knollen.
An jüngeren Trieben breiten sich die Wunden schnell um deren ganzen Umfang aus, wodurch die über ihnen liegenden Teile in kurzer Zeit vertrocknen. Die Anfälligkeit der Obstsorten ist verschieden. Der Erreger ist ein Pilz, der im Inneren der krebs-igen Stelle lebt.
Nur bei seiner Fortpflanzung tritt er an die Oberfläche. Wind, Regen und Tiere sorgen für die Verbreitung. Maßnahmen:
Wichtig ist die Verhinderung stauender Nässe sowie die Vermeidung einer Überdüngung. Die Baumrinde ist zu schonen und bei Verletzungen mit einem Wundverschlussmittel zu behandeln (Baumwachs, Baum-Pflaster, Sprüh-Verband). Winterliche Baumpflege inkl. Weißanstrich durchführen. Winterspritzung mit Schachtelhalm-Brühe oder Bentonit-Wasserglas. Kranke Zweige frühzeitig abschneiden und entsorgen, infizierte Rinde bis ins gesunde Holz ausschneiden. Die Wunden sind sorgfältig zu verschließen (s.o.).
Anwendungsfertige Kalkmilch aus Calciumhydroxid unterstützt vorbeugend Pflanzen gegenüber Obstbaumkrebs und anderen Pilzkrankheiten.
Symptome und Befallszeit
Typisch sind ringförmige Wülste oder Knollen sowie eingesunkene, aufplatzende Krebsstellen mit konzentrischen Rissen. An feucht-kühlen Tagen im Spätherbst bis Winter erscheinen oft orange-rote Pünktchen (Fruchtkörper) auf der Rinde. Jüngere Triebe werden schnell rundum befallen; die darüberliegenden Teile vertrocknen. Häufige Eintrittsstellen sind Blattnarben zur Laubfallzeit, frische Schnittwunden, Frostrisse, Hagelschäden und Reibstellen. Hauptinfektionen erfolgen im nassen Herbst, in mild-feuchten Wintern und bis ins frühe Frühjahr; lang anhaltende Nässe und schlechte Durchlüftung begünstigen den Befall.
Vorbeugung im Jahreslauf
Sorge für einen luftigen, sonnigen Standort und zuverlässigen Wasserabzug, Staunässe ist zu vermeiden. Düngen maßvoll und nicht stickstoffbetont; eine dichte Krone regelmäßig auslichten, damit Holz rasch abtrocknet. Schneide vorzugsweise bei trockenem, frostfreiem Wetter (Sommer- oder Spätwinter), mit glatten, kurzen Schnitten knapp außerhalb des Astrings, und schütze die Rinde vor mechanischen Verletzungen. Ein winterlicher Weißanstrich mindert Frostrisse. Werkzeuge zwischen Bäumen desinfizieren. Optional sind Winterspritzungen mit Schachtelhalm-Brühe oder Bentonit-Wasserglas möglich; Kalkmilch (Calciumhydroxid) kann vorbeugend als Anstrich auf Stamm und stärkere Äste aufgebracht werden.
Befall behandeln
Entferne befallene Zweige frühzeitig: bis ins gesunde Holz zurückschneiden, mindestens 20 cm unterhalb der letzten sichtbaren Symptome. Schnittflächen glätten und die Wunde sorgfältig mit Wundverschluss schließen. Am Stamm oder an stärkeren Ästen befallene Rinde oval ausschneiden (1–2 cm ins gesunde Holz), Ränder glätten und verschließen. Schneide nur bei trockenem Wetter, nicht bei Regen oder Frost. Ausgeschnittenes Material nicht kompostieren, sondern sicher entsorgen; Werkzeuge nach jedem Schnitt reinigen und desinfizieren. Kontrolliere die Bereiche in den folgenden Monaten und arbeite bei erneutem Austrieb zeitnah nach.