Schnittgut verwerten statt Biotonne: häckseln, lagern, mulchen
Nach dem Rückschnitt türmen sich Halme und Stängel – in der Biotonne gehen Nährstoffe und Lebensräume verloren.
Du erfährst, wann Häckseln sinnvoll ist, wie du Schnittgut naturschonend zwischenlagerst und es später als Mulch oder für den Kompost einsetzt.
Kurz erklärt
Lagere abgeschnittene Halme erst aufrecht in einer Ecke und häcksle größere Mengen später; nutze das Material als Mulch oder für den Kompost statt für die Biotonne – so bleiben Nährstoffe und Lebensräume im Garten.
Wichtig bei Schnittgut verwerten statt Biotonne
- Über Winter stehen gelassene Stauden und Gräser bieten Struktur und wertvolle Überwinterungsquartiere; ein später Rückschnitt ist ökologisch vorteilhaft.
- Die Entsorgung in der Biotonne entzieht dem Garten Nährstoffe und reduziert die Artenvielfalt, weil Insekten Schlupf- und Überwinterungsorte verlieren.
Wann solltest du mit dem Rückschnitt beginnen?
Falls du mit dem Zurückschneiden deiner Stauden vom letzten Jahr erst jetzt beginnst, hast du für die Natur bereits einiges richtig gemacht. Es ist nämlich ökologisch sinnvoll, die vertrockneten Halme über den Winter stehen zu lassen. Gräser und Stauden bereichern gerade in der kalten Jahreszeit das Gartenbild und bieten obendrein vielen Tieren Lebensraum. Doch sobald es ans Entfernen geht, stellt sich die Frage: Was machst du mit dem Schnittgut?
Schnittgut häckseln – das solltest du wissen
Wenn größere Mengen anfallen, ist das Häckseln ideal. Zerkleinertes Schnittgut kannst du wunderbar auf Beeten und Kompost einsetzen, wo es nach und nach alle wertvollen Nährstoffe in den Gartenkreislauf zurückbringt. Bedenke dabei aber, dass durch das Häckseln viele kleine Gartenbewohner gestört werden, die in den Halmen Unterschlupf gefunden haben.
So entsorgst du Schnittgut richtig
Am einfachsten ist es natürlich, das Schnittgut über die Biotonne loszuwerden. Allerdings gehen auf diese Weise wichtige Nährstoffe aus deinem Garten verloren, die du später andernorts wieder zuführen musst. Außerdem schadet diese Vorgehensweise der Artenvielfalt im Garten, denn zahlreiche Insekten, die im Februar oder sogar noch später schlüpfen oder überwintern, verlieren ihren Zufluchtsort. Auch ökologisch bringst du deinen Garten damit nicht weiter.
Denk an die Natur: Schnittgut zwischenlagern
Natürlich möchtest du keine unschönen Haufen mit Schnittgut mitten im Garten liegen haben. Eine praktische Lösung ist es, einen Teil der abgeschnittenen Halme ordentlich gebündelt oder einfach locker, aber immer aufrecht in einer Gartenecke aufzubewahren. So kann das Material noch einige Wochen oder sogar bis in den Sommer hinein stehen bleiben, bevor du es weiterverarbeitest. Ein versteckter Bereich am Kompost oder hinter dem Arbeitsbereich eignet sich perfekt dafür.
Tipp: Wenn du Schnittgut aus verschiedenen Ecken deines Gartens zusammenträgst, stellst du sicher, dass verschiedene Tierarten einen Unterschlupf finden.
Der natürliche Kreislauf im Garten
Mit dieser Methode gibst du nicht nur Schneeglöckchen, Krokussen und ersten Frühlingsblühern den Raum, sich zu entfalten. Du unterstützt auch aktiv die Natur und trägst dazu bei, dass dein Garten lebendig und ökologisch wertvoll bleibt.
Weitere Tipps
Binde Halme locker zu Bündeln und stelle sie aufrecht hinter dem Arbeitsbereich oder am Kompost bis in den Sommer; sammle Material aus verschiedenen Gartenecken für mehr Artenvielfalt und verarbeite es anschließend als Mulch oder auf dem Kompost.