San-José-Schildlaus: erkennen, vorbeugen, bekämpfen
Die San-José-Schildlaus ist einer der gefährlichsten Schädlinge an Obstgehölzen. Flache, runde Schilde auf Trieben und Früchten sowie dunkelrote Flecken auf Äpfeln und Birnen sind Warnzeichen – besonders bei Johannisbeeren.
So handelst du richtig: Einschleppung über Baumschulware und Früchte vermeiden, Befall sicher einordnen und gezielt gegensteuern. In Südwestdeutschland hilft oft eine Schlupfwespe; sonst bewähren sich ölhaltige Präparate.

Die San-José-Schildlaus (Aspidiotus perniciosus Comst.): ist eine der gefährlichsten Obstschädlinge. Die flachen, runden, stecknadelkopfgroßen Schildläuse zeigen sich auf Ästen, Stamm und Früchten, im geringen Umfange auch auf Blättern der Obstbäume und Beerensträuchern.
Sie werden leicht durch Baumschulmaterial oder durch befallene Früchte ein-geschleppt. Eine starke Anfälligkeit für die Schildlaus zeigen die Johannisbeeren. Dunkelrote Flecken auf Äpfeln und Birnen, in deren Mitte die winzig-kleine Schildlaus sitzt, sind immer verdächtig.
Maßnahmen:
In den Befallsgebieten Südwestdeutschlands wird das Auftreten dieses Schädlings durch den während der vergangenen 50 Jahre eingebürgerten Nützling, der Schlupfwespe Prospaltella perniciosi in der Regel so stark beeinträchtigt, da die Schadensschwelle nicht überschritten wird. Ansonsten können die gleichen Maßnahmen wie bei den heimischen Schildläusen ergriffen werden (Einsatz ölhaltiger Präparate, z.B. Rapsöl). Bei stärkerem Befall sollte der zuständige Pflanzenschutzdienst zu Rate gezogen werden.
San-José-Schildlaus sicher erkennen und Befallszeit
Typisch sind flache, runde, graue Schilde auf jungen und älteren Trieben, am Stamm und auf Früchten; auf Äpfeln und Birnen zeigen sich oft dunkelrote Höfe um die winzige Laus. Besonders gefährdet sind Johannisbeeren sowie andere Obstgehölze und Beerensträucher. Überwintert wird überwiegend als Junglaus unter dem Schild; die mobilsten Junglarven („Crawler“) schlüpfen vor allem ab späten Frühjahrswochen. In warmen Lagen sind pro Jahr meist zwei Generationen möglich – ideale Zeitfenster für gezielte Maßnahmen sind daher Austrieb/Frühjahr und der Schlupf der Crawler.
Gezielt gegensteuern: mechanisch, Nützlinge, Öl
Schneide stark befallene Triebpartien bis ins gesunde Holz zurück und entsorge das Material über den Restmüll (nicht kompostieren). Kleinere Kolonien kannst du mit einer weichen Bürste vorsichtig vom Holz lösen. In Südwestdeutschland reguliert die Schlupfwespe Prospaltella perniciosi den Schädling oft ausreichend – fördere Nützlinge, indem du auf breit wirksame Insektizide verzichtest. Ansonsten bewähren sich ölhaltige Präparate (z. B. auf Rapsölbasis) zur gründlichen Benetzung von Rinde und Triebgabeln, vorzugsweise im Knospenstadium bzw. zum Crawler-Schlupf; nicht in die Blüte spritzen. Bei starkem oder wiederholtem Befall wende dich an den zuständigen Pflanzenschutzdienst.
Einschleppung vermeiden und Bestände überwachen
Kontrolliere neue Obstgehölze vor dem Pflanzen sorgfältig auf kleine runde Schilde; halte Neuzugänge getrennt und prüfe sie einige Wochen nach. Befallene Früchte nicht in Baumnähe lagern, um Verschleppung zu vermeiden. Prüfe im Winterhalbjahr mit Lupe die Rinde: Lebende Tiere sitzen fest unter dem Schild; leere oder parasitierte Schilde wirken trocken und brüchig. Reinige Schnittwerkzeuge nach dem Rückschnitt. Regelmäßige Kontrollen im Frühjahr und Sommer helfen, erste Nester früh zu finden und rechtzeitig zu handeln.
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