Pflaumensägewespe erkennen und vorbeugen: Hoplocampa minuta an Pflaume und Zwetschge
Fallen junge Pflaumen früh ab und tritt am Fruchtansatz Gummi aus? Häufig steckt die Pflaumensägewespe dahinter: Sie fliegt im April und Mai und befällt Blüten sowie junge Früchte.
Hier erfährst du, wie du das Schadbild sicher erkennst und mit einfachen Schritten Ertragsverluste eindämmst – von der Sortenwahl bis zum zügigen Aufsammeln abgefallener Früchte.

Die Pflaumensägewespe vermindert die Pflaumen- und Zwetschenernte ganz erheblich. Die Wespe fliegt im April und Mai und legt ihre Eier einzeln in den Kelch der Steinobstblüten unter der Oberhaut ab. Die sich entwickelnde Larve bohrt sich in die junge Frucht ein und frisst den noch weichen Kern aus.
Dabei begnügt sie sich nicht mit dem Zerstören einer Frucht, sondern geht auch auf gesunde Nachbarfrüchte über. Aus der Einbohrstelle fließt Gummi. Die Früchte fallen ab. Um sich zu verpuppen, gehen die Larven in die Erde.
Maßnahmen:
Früh- oder spätblühende Sorten sind im Vorteil. Abgefallene Früchte müssen umgehend eingesammelt und vernichtet werden.
Schadbild sicher erkennen
Typisch sind sehr früh abfallende, kleine Früchte kurz nach der Blüte, oft mit klebrigem Gummifluss am Kelchbereich und einem winzigen Einstich- oder Bohrloch; die Fruchtchen verfärben sich gelblich, bleiben zurück und wirken verformt. Schneidest du eine gefallene Pflaume auf, siehst du einen Fraßgang bis zum noch weichen Kern; der Stein ist ausgehöhlt. Häufig sind mehrere Früchte eines Büschels betroffen, weil eine Larve nacheinander in weitere, zunächst gesunde Nachbarfrüchte wechselt.
Befallszeit und Lebenszyklus
Die adulten Pflaumensägewespen schwärmen in der Regel von April bis Mai zur Blüte, legen ihre Eier einzeln in den Kelch der Blüten ab, und die schlüpfende Larve bohrt sich kurz nach dem Fruchtansatz in die junge Frucht ein. Nach dem Fraß verlässt sie die Frucht, wechselt noch ein- bis mehrmals zu weiteren Früchten und lässt diese abfallen; zur Verpuppung wandert sie danach in den Boden unter der Baumkrone, wo sie bis zum nächsten Frühjahr verbleibt.
Konkrete Maßnahmen zur Eindämmung
Wähle nach Möglichkeit früh- oder spätblühende Sorten, die zeitlich weniger mit dem Wespenflug überlappen; sammle ab Fruchtansatz bis zur Ernte abgefallene Früchte mindestens wöchentlich, besser häufiger, konsequent auf und entsorge sie über den Restmüll (nicht kompostieren). Unter der Krone kannst du den Oberboden im Sommer/Herbst flach lockern, um Puppen zu stören. Hänge zur Blüte weiße Leimtafeln in die Krone, um den Flug zu überwachen und den Sammel- sowie Kontrollrhythmus rechtzeitig anzupassen.
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