Knospenwickler erkennen und bekämpfen: Grauer & Roter
Bleiben Knospen geschlossen, Blätter skelettiert und Früchte angenagt, sind oft der Graue (Olethreutes variegana) und der Rote Knospenwickler (Tmetocera ocellana) die Ursache.
Hier erfährst du, wie ihr Jahresverlauf aussieht, woran du einen Befall früh bemerkst und mit welchen einfachen Maßnahmen du die Raupen eindämmst.

Grauer Knospenwickler (Olethreutes variegana), Roter Knospenwickler (Tmetocera ocellana):
Man unterscheidet den grauen und den roten Knospenwickler. Nach der Winterruhe verlassen die Räupchen im zeitigen Frühjahr ihren in den Knospenachseln sitzenden Kokon und bohren sich in die Blatt- und Blütenknospen ein, die sich dann nicht entfalten. Nach kurzer Puppenruhe schlüpfen im Sommer die Falter, die ihre Eier einzeln an Blätter und Knospen ablegen. Die Jungraupen, die noch im Spätsommer schlüpfen, skelettieren die Blätter und nagen die Früchte an.
Maßnahmen:
Baumpflege und Stamm- / Weißanstrich durchführen, um die in kleinen Rindenrissen eingesponnenen, überwinternden Raupen zu bekämpfen. Raupenleim angebracht von August bis September, fangen die Raupen noch vor der Winterruhe ab.
Befall früh erkennen
Typische Schäden zeigen sich vor allem an Obstgehölzen wie Apfel und Birne sowie an Rosen und Ziersträuchern: Im Frühjahr bleiben Blatt- und Blütenknospen geschlossen, sind verformt oder bräunlich; zwischen Knospenschuppen und an Triebspitzen findest du feine Gespinste und bröseliges Fraßmehl. Junge Früchte weisen kleine Einbohrlöcher auf, später vernarbte Fraßstellen; ab Spätsommer werden Blätter skelettiert. Öffnest du verdächtige Knospen, sitzen darin kleine Raupen in dünnen Gespinsten.
Jahresverlauf und Befallszeit
Grauer (Olethreutes variegana) und Roter Knospenwickler (Tmetocera ocellana) überwintern als junge Raupen in Kokons in Knospenachsen oder feinen Rindenrissen. Im zeitigen Frühjahr bohren sie sich in Knospen, die sich daraufhin nicht entfalten. Nach kurzer Puppenruhe schlüpfen im Sommer die Falter und legen ihre Eier einzeln an Blätter und Knospen. Die Jungraupen schlüpfen noch im Spätsommer, skelettieren Blätter und nagen an Früchten, bevor sie sich wieder Verstecke zur Überwinterung suchen. Kontrolliere daher besonders aufmerksam von März bis Mai sowie erneut von August bis September.
Wirksame Maßnahmen im Garten
Brich im Frühjahr befallene Knospen, Gespinste und verkrüppelte Triebspitzen aus und entsorge sie über den Restmüll. Bürste im Winter/Spätwinter lockere Rinde ab und erneuere den Weißanstrich am Stamm, um Überwinterungsplätze zu reduzieren. Bringe von August bis September Raupenleim an Stämmen und Stützpfählen an und erneuere ihn nach Regen, damit abwandernde Jungraupen abgefangen werden. Pflege die Bäume mit maßvollem, nicht zu stickstoffreichem Dünger und lichte dichte Kronen aus, damit sie schneller abtrocknen und weniger attraktiv sind. Fördere Nützlinge durch Blühangebote und Nistplätze und verzichte während der Falterflugzeit auf breit wirkende Spritzungen. Zur Befallskontrolle kannst du von Juni bis August Pheromonfallen aufhängen und die Fänge wöchentlich prüfen, um Flugspitzen zu erkennen.