Ernte das ganze Jahr – Was du im Sommer noch aussäen kannst
Jetzt im Sommer: Zeit für neue Gemüsesorten
Du schaust auf deine Beete und sie sind stellenweise bereits leer? Vielleicht hast du bisher einfach keine Zeit fürs Pflanzen gefunden oder die ersten Ernten sind schon eingefahren: Radieschen, Zuckererbsen oder einige Salate hast du bereits geerntet. Doch das ist kein Grund, deine Beete ruhen zu lassen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe an Gemüsepflanzen, die du auch mitten im Sommer problemlos aussäen oder pflanzen kannst. So sicherst du dir frisches Gemüse bis in den Herbst und manchmal sogar noch länger.
Samen oder junge Pflanzen – was ist jetzt sinnvoll?
Ob du zur Samentüte greifst oder gleich auf Jungpflanzen setzt, hängt vom jeweiligen Gemüse und deinem eigenen Zeitplan ab. Der Vorteil von Jungpflanzen liegt darin, dass sie bereits robuste Setzlinge sind und schneller wachsen – allerdings sind sie auch etwas teurer. Wurzelgemüse wie Radieschen oder Rettiche solltest du am besten direkt ins Beet aussäen. Sollte die Zeit für eine Aussaat schon knapp sein, kannst du ebenfalls auf vorgezogene Pflanzen zurückgreifen und so verhindern, dass Beete ungenutzt bleiben.
Welche Gemüse passen jetzt noch ins Beet?
Viele Gemüsearten wie späte Salate, Mangold, Kohlrabi oder auch Spinat geben dir noch die Möglichkeit für eine Folgekultur. Wenn du konkrete Tipps für den Sommer suchst, findest du auf der Seite über Gemüseaussaat im Juni Inspiration, was du in den nächsten Wochen noch aussäen kannst. Für alle, die komplett neu einsteigen, sind einfache Sorten und weitere Anregungen auf Gemüse anbauen leicht gemacht besonders hilfreich.
Behalte im Hinterkopf, dass du mit frischer Erde und einer guten Vorbereitung die besten Startbedingungen schaffst. So verwandelst du freie Flächen im Garten schnell wieder in ergiebige Gemüseecken und genießt eine reiche Ernte bis zum späten Jahr.
Jetzt noch Kohl, Salate und anderes Gemüse aussäen
Worauf du bei späten Aussaaten achten solltest
Selbst im Sommer kannst du noch viele Gemüsesorten direkt aussäen. Zuckererbsen und Buschbohnen mit kurzer Entwicklungszeit eignen sich besonders gut, wenn du den Empfehlungen zum letztmöglichen Aussaattermin auf der Samentüte folgst. Um eine reiche Ernte zu ermöglichen, braucht jede Pflanze nämlich genügend Zeit bis zum ersten Frost, damit sie noch ausreifen kann.
Gemüse für die Sommeraussaat
Sorten wie Feldsalat, Spinat oder Mangold machen sich ausgezeichnet, wenn du sie im Juli oder August aussäst. Auch Winterportulak – dieser ist dir vielleicht als Postelein bekannt – wächst jetzt wunderbar heran und bereichert deinen Speiseplan im Herbst und Winter.
Bei den Kreuzblütlern wartet eine große Vielfalt auf dich: Brokkoli, Blumenkohl, Asia-Salate, Pak Choi, aber ebenso Radieschen und Rettiche sind typische Vertreter dieser Pflanzenfamilie. Sie sorgen dafür, dass dein Beet auch in der kühleren Jahreszeit mit frischem Grün gefüllt ist. Allerdings bringt diese Vielfalt auch das Risiko mit sich, dass sich über die Jahre spezielle Krankheiten oder Schädlinge, die auf Kreuzblütler spezialisiert sind, im Boden ansiedeln können.
Pflanzfamilien clever wechseln
Damit du lange Freude an kräftigen und gesunden Pflanzen hast, solltest du darauf achten, Vertreter derselben Pflanzenfamilie nicht unmittelbar hintereinander auf derselben Fläche zu kultivieren. Das Wechseln der Gemüsesorten hilft dabei, Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen. Hast du zum Beispiel im Frühjahr Radieschen geerntet, empfiehlt es sich, im Sommer auf andere Familien wie Salate, Mangold oder Spinat zu setzen. Mit diesen Tipps kannst du außerdem den perfekten Fruchtwechsel in deinem Beet organisieren. Alles rund um die richtige Kombination findest du in unseren Ratgebern zum Thema Hochbeet bepflanzen und Fruchtfolge planen.
Für weitere Anregungen, was du im Garten zwischen Sommer und Herbst noch säen kannst, schau gern bei unserem Tipps für die Gartenarbeiten im Juli vorbei.
Entspanntes Gärtnern trotz eingeschränkter Fruchtfolge
Locker bleiben bei Platzmangel
Wenn dein Garten nicht genug Raum bietet, um die Fruchtfolge ganz genau einzuhalten, brauchst du dir keine großen Sorgen machen. Im überschaubaren Hausgarten finden kleine Schädlinge wie der Erdfloh ohnehin leicht von einem Beet zum nächsten. Es lohnt sich deshalb, Kreuzblütler beim Säen oder Pflanzen direkt mit einem Schutznetz zu versehen. Damit hältst du unliebsame Gäste wie Kohlfliegen und Erdflöhe fern. Achte darauf, dass das Netz eine Maschenweite von 0,8 Millimeter hat – so sind deine Pflanzen bestens geschützt.
So beugst du der Kohlhernie vor
Um die gefürchtete Kohlhernie in Schach zu halten, kannst du deine Beete mit Kalk versorgen. Die auslösenden Schleimpilze mögen keine Böden mit hohem pH-Wert – mit dieser Maßnahme gibst du ihnen also keine Chance. Wenn du noch mehr Tipps rund um Fruchtfolge und eine kluge Gartenplanung suchst, findest du viele Anregungen im Beitrag zu Gemüsegarten planen.
Geschickte Kulturwahl für den Sommer
Hast du etwas Spielraum bei der Bepflanzung, dann probiere im Sommer doch mal andere Pflanzenfamilien aus als im Frühjahr. Möchtest du zum Beispiel nach den Radieschen etwas Neues aussäen, bieten sich Feldsalat oder Postelein an. Postelein versorgt dich den ganzen Winter hindurch immer wieder mit frischen Blättern – an milden Tagen im Freiland, sonst im geschützten Gewächshaus. Noch mehr Anregungen, wie du deinen Nutzgarten vielseitig und erfolgreich bestellst, erhältst du auch hier: Nutzgarten im Juni: Ernten, pflegen und nachsäen – deine To-dos.
Hitzetolerante und trockenheitsverträgliche Gemüsesorten
Gemüseanbau im Sommer: Welche Sorten eignen sich?
Gerade in den Sommermonaten ist es wichtig, auf Gemüsearten zu setzen, die auch mit wenig Wasser zurechtkommen. Immer häufiger werden wir mit längeren Hitzeperioden und trockenen Wochen konfrontiert – da lohnt es sich besonders, Sorten wie Mangold, Rote Bete, Radieschen, Rettich, Asia-Salate, Rucola, Topinambur oder Schnittlauch anzubauen. Sehr beliebt sind inzwischen auch Kichererbsen und Linsen, weil sie als besonders widerstandsfähig gelten. Einzige Ausnahme: Sie reagieren empfindlich auf sehr starken oder dauerhaften Regen.
So bewässerst du im Sommer richtig
Achte darauf, dass deine jungen Pflanzen und Samen gleichmäßig mit Feuchtigkeit versorgt werden. Wenn der Boden einmal ausgetrocknet ist, kann er Wasser nur schwer aufnehmen. Gerade in der heißen Jahreszeit ist es also wichtig, regelmäßig, aber nicht verschwenderisch zu gießen. Hitze und Trockenheit können außerdem dazu führen, dass der Boden Humus verliert – diesen Abbau gilt es zu verhindern.
Den Boden nachhaltig verbessern
Um deinem Boden zu helfen, Humus zu erhalten und aufzubauen, solltest du regelmäßig Kompost ausbringen und auf wechselnde Fruchtfolgen achten. Besonders wirksam ist auch die Gründüngung: Pflanzen wie Tagetes oder Ringelblumen können neben der Humusanreicherung sogar helfen, unerwünschte Nematoden zu vertreiben. Damit schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe – gesunder Boden und weniger Schädlinge. Mehr Tipps zu natürlichem Gärtnern findest du auch unter natürlichem Pflanzenschutz für Garten und Balkon.
Schnecken und deine Blume
Diese Blumen zieht Schnecken magisch an
- Studentenblumen (Tagetes): Werden oft als “Opferpflanzen” genutzt, da Schnecken sie über alles lieben.
- Dahlien: Die zarten jungen Triebe und Blüten sind ein purer Magnet.
- Rittersporn: Junge Pflanzen werden im Eiltempo abgefressen.
Wenn du einen Garten hast, kennst du das Problem wahrscheinlich nur zu gut: Schnecken machen sich über dein Gemüse her und hinterlassen kahlgefressene Beete. Doch wusstest du, dass es eine Blume gibt, die Schnecken viel lieber fressen als Salat, Kohl oder Zucchini? Pflanzt du diese gezielt an, lenkst du die gefräßigen Tierchen quasi automatisch von deinem Gemüsebeet ab.
Warum Schnecken auf diese Blume stehen
Bestimmte Blumen sind für Schnecken regelrechte Delikatessen. Ihr Duft, ihre zarten Blätter und die weiche Struktur machen sie zu einem Festmahl für die Kriechtiere. Statt deine Mühe und Arbeit am Gemüse zu zerstören, machen sich die Schnecken lieber über diese Blume her – ein echter Vorteil für dich als Gärtner.
Mit Pflanzen clever gegen Schnecken vorgehen
Möchtest du deine Ernte schützen, ist es also eine sinnvolle Strategie, sogenannte Opferpflanzen zu nutzen. Indem du die Lieblingsblumen der Schnecken am Rand deiner Beete einsetzt, lenkst du die Tiere gezielt dorthin, wo sie keinen Schaden anrichten. Willst du dabei auf Chemie verzichten, findest du viele Tipps rund um natürlichen Pflanzenschutz im Garten und auf dem Balkon.
Noch mehr Tipps für deinen Garten
Gärten lassen sich mit den richtigen Tricks effektiver und nachhaltiger gestalten. Ob du deine Beete im Quadratgarten-Stil anlegst oder auf pflegeleichte Wildstauden setzt – jede Maßnahme hilft, Schädlingen vorzubeugen und deine Pflanzen gesund zu halten.
Richtig mulchen für gesunde Pflanzen
Wie du beim Mulchen vorgehst
Wenn du verhindern möchtest, dass der Boden zu schnell austrocknet, solltest du ihn mit einer Mulchschicht bedecken. Verwende dafür zum Beispiel getrockneten Grasschnitt, aber bringe ihn wirklich nur in einer dünnen Lage aus. Achte auch darauf, dass das Mulchmaterial nicht direkt an deine jungen Gemüsepflanzen gerät. Andernfalls riskierst du, dass ihre Stängel faulen, sobald das Mulch langsam verrottet.
Schnecken fernhalten: Der richtige Mulch
Machst du im Garten Ärger mit Schnecken durch, kannst du zu Miscanthus-Mulch greifen – dieser spezielle Mulch schreckt die gefräßigen Tiere eher ab und schützt deine Gemüsepflanzen besser. Damit dein Garten wachsen kann, solltest du dabei zusätzlich auf die Fruchtfolge achten, alle Pflanzen gleichmäßig mit Wasser versorgen und bei Bedarf feine Kulturschutznetze einsetzen, um tierische Schädlinge auf Abstand zu halten.
Tipps für eine erfolgreiche Ernte im Herbst
Wenn du diese Hinweise beherzigst, steht einer satten Ernte, auch im Spätherbst, nichts im Wege. Für noch mehr Ideen und Tipps rund ums natürliche Gärtnern schau gern vorbei bei den Möglichkeiten rund ums natürlichen Pflanzenschutz, der dir hilft, Gemüse und Obst gesund und ohne Chemie großzuziehen.
Tipps für die späte Saison im Gemüsegarten
Muss wirklich alles vor dem Frost geerntet werden?
Steht der erste Frost bevor, fragst du dich vielleicht, ob du jetzt sämtliche Pflanzen einsammeln solltest. Das ist jedoch nur bei bestimmten Arten notwendig. Radieschen, Rettiche, Zuckererbsen und Bohnen solltest du aus dem Beet holen, sobald die Temperaturen sinken. Andere Gemüsearten wie Feldsalat, Postelein oder Asia-Salate vertragen jedoch die kalte Jahreszeit überraschend gut und können ruhig draußen bleiben. Sie sind äußerst robust und schaffen es, unsere Winter im Freien zu überstehen.
So schützt du dein Gemüse bei starken Frösten
Wenn der Wetterbericht richtig knackige Minusgrade ankündigt und kein schützender Schnee liegt, greif am besten zu einem Gartenvlies. Diese einfache Maßnahme hilft, deine Pflanzen effektiv vor der Kälte zu bewahren. Vor allem Spinat und Mangold danken es dir: Häufig legen sie nach der Winterruhe im Frühling wieder richtig los und treiben neu aus.
Mit diesen Schutzmaßnahmen wächst in deinem Garten selbst im Winter einiges an frischem Grün. So kannst du dich beinahe das ganze Jahr über auf eigenes Gartengemüse freuen und mit etwas Planung eine kontinuierliche Ernte erzielen. Noch mehr Tipps, wie du auch im Winter knackige Kräuter und Salate ernten kannst, findest du im Artikel über Winterernte im Gemüsegarten.
