Ameisen im Garten: Vorteile nutzen, Terrasse und Haus schützen

Ameisen sind wichtige Helfer im Garten: Sie räumen Aas weg, verbreiten Samen und fressen gelegentlich Raupen. So profitieren Boden und Pflanzen.

Problematisch wird es an Obstbäumen, auf der Terrasse und im Haus. Hier erfährst du, wie du Läuse und Ameisen an Bäumen stoppst, Platten stabil hältst und Eintrittsstellen sicher abdichtest.

Ameisen in deinem Garten, auf deiner Terrasse und in deinem Zuhause

Wie Ameisen deinen Garten bereichern

Ameisen lösen ganz unterschiedliche Gefühle aus. Sobald sie durch deinen Garten laufen oder im grünen Bereich ihres natürlichen Lebensraums aktiv sind, übernehmen sie wertvolle Aufgaben für das Ökosystem. Doch auf deiner Terrasse können sie durchaus lästig werden und manchmal sogar den Terrassenbelag lockern. Und im eigenen Zuhause wünscht sich eigentlich jeder, die kleinen Krabbler möglichst rasch wieder loszuwerden.

Ameisen – ein fester Bestandteil deines Gartens

Kaum ein Garten in Deutschland bleibt von Ameisen verschont. Nur dort, wo es keinerlei Leben gibt, erscheinen sie nicht. Entdeckst du in deinem Garten eine oder mehrere der rund 50 heimischen Ameisenarten, besteht kein Grund zur Sorge – es bringt dir sogar Vorteile. Tatsächlich spielen Ameisen eine wichtige Rolle und machen das Leben im Garten um einiges spannender.

Ameisen und Blattläuse: Ein faszinierendes Team im Garten

Das Zusammenspiel zwischen Ameisen und Blattläusen

Im Garten wirst du wahrscheinlich schon beobachtet haben, wie Ameisen sich um Blattläuse kümmern. Sie halten die kleinen Insekten nicht ohne Grund; die Blattläuse scheiden nämlich süßen Honigtau aus, den die Ameisen regelrecht einsammeln. Dafür sorgen die Ameisen dafür, dass ihre schutzbedürftigen Läuse in Ruhe fressen können und verteidigen sie gegen Angreifer.

Was das für dich als Hobbygärtner bedeutet

Direkten Nutzen hast du als Gärtner davon zwar nicht. Aber weil Ameisen alles lieben, was süß schmeckt, sind sie stets auf der Suche nach neuen Leckereien – und dabei entdecken sie auch andere potenzielle Nahrungsquellen in deinem Garten. Oft machen sie dabei Jagd auf Raupen oder andere kleine Tiere, die sie dann als Beute nach Hause schleppen.

Ameisen auf Obstbäumen

Warum Ameisen und Blattläuse so gerne Obstbäume besuchen

Quelle: SWR Schnittgut

Schon im März, wenn die ersten Knospen an Obstbäumen erscheinen, tummeln sich meist auch die ersten Blattläuse. Diese kleinen Tierchen zapfen den Blättern süßen Pflanzensaft ab. Dadurch entziehst du deinem Baum essenzielle Nährstoffe, was sich negativ auf sein Wachstum und die Anzahl der Früchte auswirken kann.

Oft sind Ameisen nicht weit – sie beschützen die Blattläuse vor deren natürlichen Feinden, da sie am zuckerhaltigen Honigtau interessiert sind, den die Läuse ausscheiden. Dieser süße Belag lockt wiederum Rußtaupilze an und kann verhindern, dass dein Baum durch die Blätter ausreichend Photosynthese betreibt.

Zudem übertragen Blattläuse häufig verschiedene Viren, die für missgebildete Blätter sorgen. Damit du Ameisen von deinen Obstbäumen fernhältst, lohnt sich der Einsatz von Leimringen oder Raupenleim direkt am Stamm – so schützt du deine Pflanzen effektiv.

Ameisen als natürliche Helfer im Garten

Ameisen machen sich nicht nur als Blattlaus-Beschützer bemerkbar, sie wirken im Garten auch als hilfreiche Aasverwerter. Liegengebliebene totes Getier wird von ihnen abtransportiert und verbraucht. Dadurch trägst du mit Ameisen im Garten dazu bei, dass weniger schädliche Organismen entstehen und ein gesundes Gleichgewicht herrscht.

Wie Ameisen bei der Ausbreitung bestimmter Pflanzen helfen

Einige Pflanzenarten haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie locken die Ameisen gezielt mit Duftstoffen zu ihren Samen. Das funktioniert so, dass am sogenannten Elaiosom, einem nährstoffreichen Anhang des Samens, bestimmte Stoffe produziert werden. Die Ameisen nehmen die Samen mit, fressen den leckeren Aufsatz und lassen den Samen an einem neuen Ort zurück, wo er dann keimen kann. Besonders Mauerpflanzen machen sich diese Strategie zunutze.

Unter anderem bedienen sich Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge, Hyazinthen, Hohler Lerchensporn, Gelber Lerchensporn, Busch-Windröschen, Veilchen, Kriechender Günsel, Leberblümchen und das Frühlings-Adonisröschen dieser raffinierten Art der Verbreitung.

Ameisen im Garten: So gehst du mit den kleinen Krabblern um

Ameisen im Rasen – was tun?

Sobald es geregnet hat, tauchen auf dem Rasen oft kleine Erdhügel auf, die von Ameisen stammen. Wenn das Gras wieder abgetrocknet ist, kannst du diese Hügel einfach mit dem Rechen beseitigen.

Mit Ameisen im Garten leben

Im Garten sind Ameisen generell nützlich und stören meist nicht weiter. Am besten lässt du sie einfach gewähren und greifst nur ein, wenn sie sich an deiner Terrasse niederlassen und es dort wirklich störend wird. Ansonsten kannst du die fleißigen Gartenbewohner ruhig machen lassen.

Terrasse richtig gestalten

Ameisen auf der Terrasse vermeiden

Hast du deine Terrassenplatten ursprünglich auf eine Sandschicht gelegt, kann das früher oder später zu Problemen führen. Ameisen lieben diesen locker gebetteten Untergrund und bauen darin gerne ihre Nester. Schon nach kurzer Zeit merkt man dann, dass die Platten durch die Aktivitäten der Tiere an Stabilität verlieren und wackelig werden.

Der beste Untergrund für Terrassenplatten

Legst du stattdessen auf groben Splitt, bietest du den Ameisen kaum eine Chance. Die kleinen Steinchen lassen sich von ihnen nämlich nicht einfach durch die Fugen abtransportieren und die Platten bleiben fest an ihrem Platz. Am zuverlässigsten schützt du deine Terrasse, wenn du die Platten direkt in Beton bettest – so bleibt alles dauerhaft eben und stabil.

Ameisen auf Terrasse und im Haus loswerden

Wege, wie du Ameisen vertreiben kannst

Sobald du Ameisen auf der Terrasse oder sogar drinnen entdeckst, kannst du aktiv werden. Heißes Wasser zu verwenden oder spezielle Ameisenköder auszulegen, kann zwar sofort helfen, löst das Problem aber meist nur für kurze Zeit. Denn oft suchen sich die Ameisen nach einer Weile einen neuen Weg zurück.

Die Ameisenquelle aufspüren und abdichten

Wenn du im Haus Ameisen bemerkst, solltest du herausfinden, an welcher Stelle sie hereinkommen. Versuche, diesen Zugang sorgfältig zu verschließen, damit die Besucher draußen bleiben. Kontrolliere außerdem, ob die Ameisen es auf deine Vorräte abgesehen haben, etwa in der Speisekammer. Lagere Lebensmittel unbedingt sicher und verschließe sie, damit die Tiere keinen Anreiz mehr finden, sich bei dir einzunisten.