Marmorierte Baumwanze breitet sich in Deutschland aus

Detaillierte Makroaufnahme einer Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) auf einer Beto

Was du über die Marmorierte Baumwanze wissen solltest

Vielleicht hast du sie schon entdeckt: Die Marmorierte Baumwanze fühlt sich in deutschen Städten ausgesprochen wohl. Inzwischen begegnet man ihr hierzulande immer häufiger. Gerade für alle, die Obst oder Gemüse anbauen, ist das ein Grund zur Sorge, da die Tiere auf Feldern und im Garten Kulturen befallen und dabei empfindliche Schäden anrichten können.

Herkunft und Verbreitung der Marmorierten Baumwanze

Ursprünglich stammt die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) aus Ostasien. Über den globalen Handel gelangte sie zuerst nach Nordamerika, bevor sie sich auch in Europa ausbreitete. Die erste Sichtung in Europa geht auf das Jahr 2004 zurück.

Nach Deutschland kam sie ein paar Jahre später: 2011 wurde das erste Exemplar in Konstanz entdeckt. Seitdem gibt es besonders viele Meldungen aus Südwestdeutschland, etwa aus Freiburg, Stuttgart oder Würzburg. Aber auch in Städten wie München und Berlin begegnet sie dir mittlerweile.

Wahrscheinlich mag sie das Stadtklima, da es dort durch die Bebauung oft wärmer bleibt als auf dem Land. Hitze scheint dieser Wanzenart besonders gut zu gefallen.

Übrigens ist die Marmorierte Baumwanze nicht nur innerhalb Deutschlands unterwegs: Auch in unseren Nachbarländern Frankreich und der Schweiz hat sie sich mittlerweile stark verbreitet.

Wenn du dich für umweltfreundliche Lösungen im Garten interessierst, lohnt sich auch ein Blick auf Tipps rund um den natürlichen Pflanzenschutz im Garten.

Typische Merkmale richtig deuten

Wenn du wissen möchtest, ob es sich tatsächlich um eine Marmorierte Baumwanze handelt, achte auf bestimmte Details: Auf dem kleinen, schildförmigen Bereich zwischen den Flügeln entdeckst du meist helle Punkte. Auch die Antennen sind charakteristisch, ebenso wie dunkle Streifen am transparenten Ende der Flügel. Mit etwas Übung erkennst du diese Merkmale schnell – so kannst du beide Arten regelmäßig sicher unterscheiden.

Falls du mehr über andere Schädlinge wie zum Beispiel Spinnmilben erfahren möchtest, findest du Tipps zur natürlichen Bekämpfung mit Efeu unter weißen Flecken auf den Blättern.

Wie Wanzen sich im Herbst verhalten

Sobald der Herbst Einzug hält, begeben sich Wanzen aktiv auf die Suche nach einem passenden Unterschlupf für die kalte Jahreszeit. Dabei krabbeln sie gerne in kleine Spalten an Hauswänden, Schuppen oder sogar in deine Wohnung.

Ist der Kontakt mit Wanzen gefährlich?

Falls du zu Hause oder im Garten eine Wanze entdeckst, brauchst du dir keine Sorgen um Stiche oder Bisse zu machen – das bleibt aus. Allerdings kann die Wanze, wenn sie sich bedrängt fühlt, einen sehr unangenehmen Geruch verströmen.

So kannst du dich und dein Zuhause schützen

Wenn du verhindern möchtest, dass Wanzen sich bei dir verstecken, lohnt es sich, das Haus und den Garten regelmäßig zu kontrollieren und kleine Spalten abzudichten. Möchtest du noch mehr über vorbeugende Maßnahmen und das Aufspüren von Winterverstecken von Schädlingen erfahren, findest du unter Schädlinge im Winter erkennen hilfreiche Tipps.

Schädlinge an Obst und Gemüse: So erkennst du die Gefahr

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass plötzlich einige deiner reifen Früchte oder knackigen Gemüsesorten seltsam aussehen oder sich der Geschmack verändert. Die Marmorierte Baumwanze ist ein echter Allesfresser, der an vielen verschiedenen Pflanzen nascht – insgesamt mehr als 300 Arten stehen auf ihrem Speiseplan.

Sie macht selbst vor vielen Obstbäumen und Gemüsepflanzen nicht Halt und fühlt sich beispielsweise auf Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pfirsichen oder Zwetschgen besonders wohl. Doch auch deine Tomaten, Paprika, Bohnen sowie Weinreben sind gefährdet.

Ihr Befall kann dazu führen, dass das geerntete Obst und Gemüse nicht mehr genießbar ist.

Wie du deine Pflanzen schützen kannst

Wenn du mit solchen Schädlingen zu kämpfen hast, lohnt es sich, auf chemiefreie Methoden zurückzugreifen, um dein Gemüse und Obst zu retten. Tipps zu einem möglichst natürlichen Pflanzenschutz findest du in dem Beitrag zu Garten & Balkon ohne Chemie, damit du auch weiterhin gesunde und leckere Erträge aus deinem Garten holst.

Schäden durch Wanzen erkennen

Wenn du im Garten Wanzen entdeckst, solltest du aufmerksam werden: Durch das Saugen dieser kleinen Insekten entstehen an Äpfeln und Birnen oftmals eingesunkene, braune Flecken. Jüngere Früchte bekommen manchmal richtige Verformungen.

Auch Tomaten und Paprika reagieren empfindlich auf Wanzenstiche – zuerst erscheinen blasse, leicht schwammige Stellen rund um die Einstichpunkte, mit der Zeit stirbt das darunterliegende Fruchtgewebe sogar ab. Solche Schäden können so stark ausgeprägt sein, dass du das Obst und Gemüse nicht mehr verwenden kannst.

Um deine Ernte zu schützen, lohnt sich ein genauer Blick auf die betroffenen Pflanzen.

Weitere Tipps für gesunde Obstbäume

Damit deine Obsternte möglichst unbeschadet bleibt, hilft es nicht nur, aufmerksam auf Wanzen zu achten, sondern beispielsweise die Bäume richtig zu pflegen. Für einen natürlichen Schutz und zur Vorbeugung gegen verschiedene Krankheiten kannst du dich über das Weißeln der Obstbäume informieren. Gesunde Bäume sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten.

Bei Früchten und Gemüse rechtzeitig handeln

Sollten bereits Früchte betroffen sein, ist es wichtig, rasch zu reagieren. Stark geschädigtes Obst ist meist nicht mehr lager- oder genießbar. Um zur richtigen Zeit zu ernten und die beste Qualität zu sichern, hilft es zu wissen, wann beispielsweise Kürbisse erntereif sind. Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Pflege kannst du viele Probleme frühzeitig erkennen und für gesunde Erträge sorgen.

Quellenangaben

Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, findest du zahlreiche hilfreiche Informationen unter anderem bei der European and Mediterranean Plant Protection Organization zu Halyomorpha halys. Auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft stellt spannende Beiträge rund um neue und schädigende Wanzenarten bereit.

Viele praktische Tipps und aktuelle Erkenntnisse zu Baumwanzen erhältst du dort sowie bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, welche sich mit neu entdeckten Wanzenarten in Deutschland beschäftigt.

Zusätzlich bietet das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wertvolle Hinweise, wenn du wissen willst, wie Baum- und Bodenwanzen als Überwinterungsgäste auftreten.

Falls du deinen Garten noch nachhaltiger gestalten möchtest, findest du praktische Anregungen und Tipps im Ratgeber Nachhaltig gärtnern von Schacht Nachhaltig gärtnern.

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