Mehr nützliche Insekten im eigenen Garten fördern
Vielfältige Pflanzen auswählen
Wenn du möchtest, dass viele verschiedene Insekten in deinem Garten zu Hause sind, sorge für eine bunte Mischung an Blumen, Sträuchern und Stauden, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Auf diese Weise finden die kleinen Helfer das ganze Jahr über Nahrung.
Heimische Arten bevorzugen
Achte darauf, vor allem heimische Pflanzen zu setzen. Sie sind bestens an die Bedürfnisse von Bienen, Schmetterlingen und anderen Gartenbesuchern angepasst und bieten ihnen ideale Lebensgrundlagen.
Blütenreich gestalten
Je mehr blühende Pflanzen du in deinem Garten einsetzt, desto attraktiver wird er für Bestäuber und andere nützliche Insekten. Besonders beliebt sind offene, ungefüllte Blüten, da sie leicht zugänglichen Nektar bereithalten.
Wilde Ecken zulassen
Lass in deinem Garten ruhig mal ein paar wilde Ecken stehen, in denen Gras wachsen und Laub liegen bleiben darf. Diese Bereiche bieten zahlreichen Insekten Unterschlupf und Versteckmöglichkeiten.
Nistplätze schaffen
Wenn du Insektenhotels, Totholz oder kleine Steinhaufen einrichtest, hilfst du Bienen und anderen nützlichen Insekten beim Nisten. Achte darauf, dass diese Plätze vor Wind und Regen geschützt sind.
Weniger chemische Mittel einsetzen
Verzichte nach Möglichkeit auf chemische Pflanzenschutzmittel, denn sie schaden nicht nur Schädlingen, sondern auch nützlichen Gartenbewohnern. Greife lieber auf natürliche Alternativen zurück.
Wasserstellen bereitstellen
Platziere flache Schalen mit Wasser auf deinem Grundstück. Sie dienen als Tränke für Insekten — ein einfacher Schritt, um ihnen über trockene Tage hinwegzuhelfen.
Kräuterbeet anlegen
Mit einem kleinen Kräutergarten kannst du nützlichen Insekten ebenfalls Freude machen. Kräuter wie Thymian, Lavendel und Salbei locken viele Bestäuber an und du kannst sie ganz nebenbei auch in der Küche verwenden.
Kein künstlicher Rasen
Wenn du auf einen perfekten, lückenlosen Rasen verzichtest und stattdessen Wildkräutern erlaubst zu wachsen, schaffst du wertvolle Lebensräume für verschiedene Insektenarten.
Gartenpflege anpassen
Schneide deine Pflanzen nicht immer sofort komplett zurück, sondern lass verblühte Stängel und Samenstände bis in den Winter stehen. Viele Insekten überwintern dort und finden Schutz in der kalten Jahreszeit.
Unverzichtbare Helfer im Garten: So lockst du nützliche Insekten an
Zehn Tipps für mehr Nützlinge im naturnahen Garten
Käfer, Bienen und viele andere nützliche Insekten sorgen als natürliche Schädlingsbekämpfer, Schneckenjäger und fleißige Bestäuber für ein gesundes Gleichgewicht im Garten. Wenn du die folgenden Tipps beherzigst, wirst du dich schon bald über mehr Nützlinge auf deinen Beeten freuen können.
Heimische Pflanzen bieten Nützlingen ein Zuhause
Um Marienkäfer, Wildbienen und andere Helfer in deinen Garten zu ziehen, lohnt es sich, verstärkt heimische Gehölze und Blütensträucher zu setzen. Auch Blumenwiesen, ein naturnaher Gartenteich und Insektenhotels machen deinen Garten zu einem Paradies für Insekten. Je vielfältiger die heimischen Pflanzen, desto mehr unterschiedliche Arten werden sich ansiedeln und ihren Beitrag zum Insektenschutz leisten.
Warum heimische Gehölze unschlagbar sind
Früher galten exotische Nadelbäume als trendy, doch sie sorgen für wesentlich weniger Insektenarten im Garten – und damit für weniger Vögel. Viel attraktiver für Nützlinge sind Sträucher wie Weißdorn, Holunder, Schlehe oder Eiche. Über 400 verschiedene Insekten fühlen sich dort wohl. Eine gemischte Hecke aus regionalen Blütensträuchern schafft ebenfalls wertvollen Lebensraum für zahlreiche hilfsbereite Gartenbewohner.
Pflanzenschutz: Schonend und clever für Nützlinge
Wenn du Krankheiten oder Schädlinge loswerden möchtest, solltest du möglichst auf nützlingsschonende Methoden setzen. Vermeide breit wirkende chemische Pflanzenschutzmittel, denn sie schwächen auch die nützlichen Insekten im Garten. Am besten fährst du mit natürlichen Hausmitteln wie Pflanzenjauchen oder Kräuterbrühen. Unterstützt du Nützlinge, müssen sich Schädlinge automatisch ein gutes Stück zurückziehen.
Blütenvielfalt, die echte Nahrung bietet
Viele Zierpflanzen bezaubern mit dichten, gefüllten Blüten, doch häufig sind sie für Hummeln, Schmetterlinge oder Wildbienen uninteressant. Bei Rosen, Pfingstrosen oder klassischen Beetblumen kommen Insekten oft gar nicht an den Nektar heran – manchmal wird er sogar komplett weggezüchtet. Offene, einfach gebaute Blüten mit gut erreichbarem Zentrum sind dagegen wahre Insektenmagneten.
Marienkäfer: Effektive Helfer gegen Blattläuse
Bestimmt hast du schon den Siebenpunkt-Marienkäfer entdeckt. Sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer fressen mit Vorliebe Blattläuse – ein einziges Weibchen vertilgt im Laufe seines Lebens Tausende davon. Weil Marienkäfer als ausgewachsene Tiere bei uns überwintern, starten sie im Frühjahr direkt durch und vermehren sich dann besonders stark, wenn auch die Blattläuse zur Plage werden. Von blattlauspflegenden Ameisen lassen sie sich allerdings gelegentlich vertreiben. Wenn du Laubhaufen oder spezielle Marienkäferquartiere anbietest und auf Pflanzenschutzmittel verzichtest, fühlen sich diese Nützlinge besonders wohl und helfen dir zuverlässig bei der Blattlausbekämpfung.
Ein Gartenteich als Paradies für Insekten
Wie Dein Teich Leben schenkt
Wenn Du schon immer darüber nachgedacht hast, wie Du Deinen Garten naturnäher gestalten kannst, lohnt sich ein Teich ganz besonders. Für viele Insekten wie Wasserkäfer oder Wasserwanzen ist solch ein Gewässer sogar überlebenswichtig, denn sie verbringen ihr ganzes Leben dort. Andere Arten wie Libellen wachsen im Wasser auf, manche Larven bleiben dort sogar mehrere Jahre, bevor sie sich als fertige Insekten zeigen. Die erwachsenen Libellen schätzen eine dichte Bepflanzung am Ufer, denn hier gehen sie auf Beutefang. Ab dem Frühjahr, etwa ab Ende März, beginnen Libellen damit, ihre Eier an Wasserpflanzen abzulegen. Auch viele andere Tiere bringen Teichen große Bedeutung entgegen, denn Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen nutzen sie gerne als sichere Wasserquelle. Für diese Gäste kannst Du an einer Seite des Teichs einen Bereich mit sehr flachem Wasser einrichten – ein Zentimeter genügt bereits. Wenn Du möglichst viele Insekten anlocken möchtest, verzichte am besten auf Fische im Teich.
Bunte Schmetterlinge und ihre Rolle im Garten
So sorgst Du für ein Schmetterlingsparadies
Schmetterlinge bringen mit ihrem fröhlichen Flattern Farbe in Deinen Garten und sorgen gleichzeitig für Bestäubung. Während sie am Nektar naschen, tragen sie Pollen von Blüte zu Blüte und unterstützen so zahlreiche Pflanzen. In einem naturnahen Garten halten Vögel die Raupen auf natürliche Weise im Gleichgewicht. Besonders Sommerflieder, Rotklee, Phlox, Dost, Fetthenne, Astern und Thymian sind echte Magneten für die flatternden Schönheiten – sogar der seltene Schwalbenschwanz lässt sich hier gerne sehen. Ihn zieht es vor allem zu warmen, steinigen Plätzen, wo er auch seine Eier ablegt.
Eine Blumenwiese für mehr Artenvielfalt
Warum Du auf die Blumenwiese setzen solltest
Ein Stück blühende Wiese statt eintönigem Kurzrasen bringt Dir deutlich mehr Leben in den Garten. Blüten liefern Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und Schwebfliegen reichlich Nahrung. Inmitten der grünen Pflanzen leben Heuschrecken und Zikaden, während im Boden Käfer, Tausendfüßler und viele andere kleine Tiere zu finden sind. Diese Fülle an Leben sorgt nicht nur für gesunde Erde und erfolgreiche Bestäubung, sondern dient auch vielen Vögeln als Futter. Sie wiederum helfen Dir ganz nebenbei, Schädlinge im Zaum zu halten. Damit Deine Wiese prachtvoll blüht, solltest Du ab April die Samen auf einen eher nährstoffarmen und offenen Boden ausbringen und sie zweimal pro Jahr mähen.
Wildbienen – die fleißigen Helfer im Garten
Wildbienen fördern und schützen
Ohne Wildbienen würde Deine Ernte an Obst und Gemüse wesentlich geringer ausfallen, denn sie gehören zu den wichtigsten Bestäubern überhaupt. Viele Arten leben als Einzelgänger und bauen für ihre Nachkommen kleine Brutröhren. Um ihnen die Suche nach geeignetem Nistplatz zu erleichtern, kannst Du ein Wildbienenhotel entweder selbst bauen oder fertig kaufen. Besonders beliebt bei Mauerbienen, die oft in Obstgärten leben, sind Holzblöcke mit gebohrten Röhren – achte dabei auf einen Durchmesser von acht Millimetern und eine Tiefe von acht Zentimetern. Wichtig ist, quer zur Holzmaserung zu bohren, damit keine Risse entstehen, und das Holz nicht zu streichen oder zu lackieren. Platziere Dein Bienenhotel an einem sonnigen, geschützten Ort. Übrigens musst Du Dir keine Sorgen machen: Die meisten Wildbienen sind sehr friedlich und ihr Stachel ist so winzig, dass er für unsere Haut ungefährlich bleibt.
Komposthaufen – Mehr als nur Dünger für den Garten
Die Rolle von Komposthaufen als Lebensraum
Wenn du einen Komposthaufen anlegst, tust du deinem Gartenboden und vielen kleinen Gartenbewohnern zugleich etwas Gutes. Die Erde, die dabei entsteht, ist nicht nur ein hervorragender Nährstofflieferant für deine Gemüse- und Blumenbeete. Der Kompost bietet außerdem vielen bedrohten Insekten eine geschützte Heimat. Durch ihre Arbeit, bei der sie organisches Material zerkleinern und abbauen, kannst du dir das aufwändige Umsetzen des Komposts manchmal sparen. Besonders aktiv sind dabei die Larven von Nashornkäfern, Rosenkäfern und Großlaufkäfern, die sich durch das Pflanzenmaterial fressen. Auch kleine Asseln, die zu den Krebstieren gehören, leisten einen wichtigen Beitrag bei der Zersetzung.
Warum Herbstlaub im Garten liegen bleiben sollte
Wenn du deinen Garten naturnah gestalten möchtest, darfst du ruhig einen Teil des Herbstlaubs auf den Beeten belassen. Diese Laubschicht wird schnell zum Unterschlupf für viele kleine Tiere. Darunter sind nützliche Insekten wie schneckenjagende Laufkäfer oder die Larven des Leuchtkäfers, die bei dir überwintern. Sogar Marienkäfer verbringen die kalten Monate gerne im schützenden Laub. Im Laufe der Zeit helfen unzählige Bodentiere dabei, die Blätter zu nährstoffreichem Humus umzuwandeln – so erhältst du ganz nebenbei einen gesunden, fruchtbaren Boden.
