Schmalbauchrüssler (Phyllobius oblongus) erkennen und bekämpfen
Im Frühjahr fressen Schmalbauchrüssler an Obstbäumen, Beerensträuchern und Laubbäumen austreibende Knospen und Blätter. An Edelreisern zerstören sie Edelaugen und gefährden Veredelungen.
Die Larven leben an Wurzeln von Gräsern und Kräutern, überwintern dort und verpuppen sich kurz im Frühjahr. Mit einfachen Handmaßnahmen hältst du den meist geringen Schaden im Zaum.
Kurz erklärt
Der Schmalbauchrüssler frisst im Frühjahr austreibende Knospen und Blätter an Obst- und Beerengehölzen; an Edelreisern kann er Veredelungen zunichtemachen. Bekämpfe ihn mechanisch durch Abklopfen, Edelreiser schützt du mit Baumwachs.

Wichtig beim Schmalbauchrüssler (Phyllobius oblongus) erkennen und bekämpfen
- An Edelreisern besonders schädlich, weil die Edelaugen ausgefressen werden und Veredelungen ausfallen.
- Larven leben an Wurzeln von Gräsern und Kräutern, überwintern als Larven und verpuppen sich kurz im Frühjahr; trotz sichtbarer Fraßspuren ist der Gesamtschaden meist gering.
Der Schmalbauch ( Phyllobius oblongus ): Der zu den Kurzrüsslern gehörende Schmalbauchrüssler ist ein Käfer, der im Frühjahr oft in Massen an Obstbäumen, Beerensträuchern und verschiedenen Laubbäumen auftritt; er frisst die austreibenden Knospen und Blätter.
An Edelreisern ist der Schaden besonders groß, denn der Schädling frisst die Edelaugen aus und macht somit die Veredelung zunichte. Die Larven des Käfers leben an den Wurzeln von Gräsern und Kräutern, überwintern als Larven und machen im Frühjahr ein kurzes Puppenstadium durch.
Maßnahmen:
Der von Schmalbauch verursachte Schaden ist, wenn auch allgemein sichtbar, selten von Bedeutung. Es reicht die Käfer auf untergelegte Tücher abzuklopfen und zu vernichten. Propfreiser können durch Baumwachs geschützt werden.
Schmalbauchrüssler sicher erkennen
Ab dem Austrieb im Frühjahr findest du an Obst- und Beerengehölzen sowie Laubbäumen angefressene Knospen und junge Blätter. Typisch sind ausgehöhlte Knospen und buchtenartige Fraßkerben an den Blatträndern; zarte Jungblätter wirken verkräuselt oder löchrig. An Edelreisern zeigen sich nach dem Verbiss „blinde“ Edelaugen, die nicht mehr durchtreiben. Die Larven leben an den Wurzeln von Gräsern und Kräutern im Umfeld der Gehölze, überwintern dort und schädigen die Gehölze selbst in der Regel nicht direkt.
Befallszeit und Schadensbild
Der Hauptfraß beginnt mit dem Knospenaufbruch und reicht bis in den Frühsommer. Nach kurzer Verpuppung im Frühjahr treten die Käfer oft zahlreich auf und verursachen gut sichtbare Fraßspuren. Trotz der auffälligen Schäden bleibt der Gesamtschaden an etablierten Pflanzen meist gering; besonders kritisch ist der Befall jedoch an frisch veredelten Reben oder Obstgehölzen.
Bekämpfen und Schutzmaßnahmen
Lege in den Morgenstunden ein Tuch unter die betroffenen Zweige, klopfe oder schüttele die Äste kräftig, sammle die herabfallenden Käfer ab und vernichte sie; wiederhole das mehrmals im Abstand weniger Tage. Schütze Edelreiser, indem du Edelaugen und Schnittstellen dünn mit Baumwachs abdeckst und nach Regen oder Beschädigung erneuerst. Halte den Bewuchs aus Gräsern und Kräutern direkt am Stammfuß kurz, um Rückzugsräume zu verringern. Auf chemische Mittel kannst du in der Regel verzichten.
Produkt-Tipp
Weitere passende Ratgeber: Blausieb (Zeuzera pyrina) an Obst- und Laubbäumen erkennen und bekämpf.