Drahtwurm erkennen und bekämpfen: Vorbeugen und Fallen
Die gelb bis braunen Larven der Schnellkäfer fressen an Wurzeln, Stängeln und Saatgut. In feuchten Böden schädigen sie besonders Kartoffeln, Möhren und Salat.
Hier erfährst Du, wie Du Drahtwürmer vorbeugst und mit einfachen Fallen dezimierst – durch geeignete Bodenbearbeitung, Fangpflanzen und Köderstücke.
Die Drahtwürmer (z.B. Agriotes lineatus L.):
Drahtwürmer sind die Larven der Schnellkäfer; ihren Namen verdanken sie ihrer drahtähnlichen Gestalt und Härte. Ihre Farbe ist gelb oder braun. Die Käfer sind meist ungefährlich, nicht aber die Larven, die vorherrschend von Pflanzenteilen leben; sie gehen an Stängel, Wurzeln oder Sämereien.
Zu den Schnellkäfern gehören verschiedene Arten. Die Drahtwürmer bevorzugen durchweg Boden mit viel Feuchtigkeit. Sie verharren, ehe sie zur Verpuppung schreiten, ähnlich wie die Engerlinge, mehre Jahre – und zwar bis zu 5 Jahren – im Boden.
Während dieser Zeit schaden sie durch ihre Gefräßigkeit.
Maßnahmen:
Möhren, Salat, Kartoffeln und andere gefährdete Pflanzen nicht auf frisch umgebrochenem Wiesenland anbauen. Den Boden wiederholt bearbeiten (beispielsweise über Kreuz fräsen) und gut lockern. Salat als Fangpflanze setzen. Halbierte Kartoffeln oder Möhren an Schnüren befestigen und mit der Schnittfläche nach unten 10 bis 15 cm tief eingraben. Diese Fallen regelmäßig einsammeln.
Schadbild und Befallszeit
Typisch sind runde, schmale Fraßgänge in Kartoffelknollen und Möhren; außen erkennst Du kleine Einstichlöcher, innen ziehen sich harte, glatte Tunnel. Keimlinge und junge Salatpflanzen welken oder fallen um, obwohl der Boden feucht ist; Saat geht lückenhaft auf. Stärkere Aktivität zeigt sich vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn der Boden feucht und kühl ist; in trockener, warmer Witterung wandern die Larven tiefer. Auf frisch umgebrochenem Wiesenland ist das Risiko besonders hoch, da die Larven mehrere Jahre im Boden bleiben können.
Vorbeugung durch Bodenbearbeitung und Kulturführung
Lockere und bearbeite den Boden wiederholt, vorzugsweise an trockenen Tagen, damit Drahtwürmer an die Oberfläche gelangen und austrocknen oder von Vögeln aufgenommen werden. Vermeide Staunässe und gieße maßvoll, denn anhaltend feuchte Böden begünstigen den Befall. Baue gefährdete Kulturen wie Kartoffeln, Möhren und Salat nicht direkt nach umgebrochener Wiese an und wechsle die Beete regelmäßig, damit junge Pflanzen nicht wiederholt auf kontaminierten Flächen stehen. Lege ein feinkrümeliges, gut erwärmtes Saatbeet an, damit Saatgut schnell keimt und weniger lange gefährdet ist.
Fallen und Fangpflanzen wirksam nutzen
Setze Salat als Fangpflanze: früh pflanzen, regelmäßig prüfen und befallene Pflanzen mit anhaftendem Erdreich entfernen. Lege Köder mit halbierten Kartoffeln oder Möhren an mehreren Stellen pro Beet 10–15 cm tief mit der Schnittfläche nach unten ein; befestige sie an Schnüren oder Stäbchen, damit Du sie leicht bergen kannst. Kontrolliere die Fallen alle 2–3 Tage und sammle Drahtwürmer konsequent ab; ersetze die Köder, sobald sie weich oder faulig werden. Beginne mit den Fallen bereits 2–3 Wochen vor der Aussaat oder Pflanzung und führe sie während der Hauptwachstumszeit fort.
Weitere passende Ratgeber: Kohlschnake, Kartoffelkäfer natürlich bekämpfen, Kirschfruchtfliege natürlich bekämpfen.
