Probleme im Garten: 6 Dinge, die Umwelt und Gesundheit belasten

Warum manche Gartenpraktiken mehr schaden als nützen

Nicht alles, was im Garten hilfreich oder bequem erscheint, ist auch gut für die Natur. Viele Produkte, die im Handel als nützlich angepriesen werden, belasten langfristig die Umwelt. Sie schädigen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch deine eigene Gesundheit. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen. Oft gibt es einfache, natürliche Alternativen, die genauso effektiv sind – und dabei viel schonender für unsere Lebenswelt.

Ein Garten kann ein wertvoller Rückzugsort sein, wenn er mit Rücksicht auf die Natur gepflegt wird. Dazu gehört, schädliche Gewohnheiten zu erkennen und schrittweise zu verändern. Hier zeigen wir dir sechs Punkte, auf die du verzichten solltest, wenn du umweltbewusst gärtnern möchtest.

1. Chemische Pflanzenschutzmittel – gefährlich für Boden und Bienen

Produkte wie Unkrautvernichter oder Schneckenkorn enthalten giftige Stoffe, die dem Boden, Insekten und sogar deiner eigenen Nahrung schaden können. Diese Stoffe gelangen oft in die Pflanzen und bleiben als Rückstände auf Gemüse und Obst zurück. Auch Bienen und andere Nützlinge werden stark beeinträchtigt.
Probleme im Garten
Ein Verzicht auf chemische Mittel ist ein großer Schritt in Richtung gesunder Garten. Stattdessen kannst du natürliche Lösungen verwenden, etwa Jauchen aus Brennnessel oder Knoblauch. Auch der gezielte Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern kann helfen.

2. Kunstdünger – kurzfristiger Nutzen, langfristiger Schaden

Mineraldünger sorgt zwar schnell für Wachstum, aber der Preis dafür ist hoch. Der Boden wird mit der Zeit ausgelaugt, verliert seine natürliche Struktur und wird anfälliger für Erosion. Auch das Grundwasser wird durch Auswaschung belastet, was auf Dauer zu Umweltproblemen führt.
Probleme im Garten
Setze stattdessen auf natürliche Düngemittel. Kompost, Regenwurmhumus, Mist oder Kräuterextrakte bringen den Boden langfristig in ein gesundes Gleichgewicht zurück. Wenn du mehr Platz hast, kannst du auch Pflanzen zur Gründüngung anbauen.

3. Billige Pflanzen – schlecht für die Artenvielfalt

Günstige Pflanzen aus dem Baumarkt sind oft nicht heimisch und bringen der heimischen Tierwelt wenig Nutzen. Dazu kommt, dass sie mit Pestiziden behandelt wurden, die nicht nur Bienen gefährden, sondern auch das Gleichgewicht im Garten stören. Zudem sind sie häufig anfällig und gehen schneller ein.

Robuste, heimische Pflanzen aus biologischem Anbau sind nicht nur besser für Insekten, sondern auch langlebiger und pflegeleichter.

3b. Einheitliches Saatgut – Vielfalt geht verloren

Viele Samen aus dem Supermarkt sind sogenannte F1-Hybriden. Diese lassen sich nicht oder nur schlecht weitervermehren. So geht wertvolles Wissen über alte Sorten verloren, und du musst jedes Jahr neues Saatgut kaufen.

Samenfestes Bio-Saatgut ist eine nachhaltige Alternative. Du kannst es selbst vermehren und so aktiv zur Erhaltung alter Sorten beitragen.

4. Probleme im Garten, zu viel Ordnung – kein Platz für Tiere

Ein perfekt gepflegter Garten sieht zwar ordentlich aus, bietet aber kaum Lebensraum. Ein kurz gemähter Rasen, gestutzte Hecken und aufgeräumte Beete lassen keinen Platz für Wildbienen, Vögel oder kleine Säugetiere. Auch Igel finden hier kaum Schutz.
Probleme im Garten
Ein wenig Unordnung tut dem Garten gut. Wildblumen, Laubhaufen oder verblühte Stauden schaffen wertvolle Rückzugsorte für viele Tiere – vor allem im Winter.

5. Laubsauger und Mähroboter – stilles Risiko für Kleintiere

Laubsauger saugen nicht nur Blätter, sondern auch kleine Tiere wie Spinnen, Käfer oder Frösche auf. Vor allem Geräte mit Häckselfunktion sind für diese Tiere tödlich. Auch Mähroboter sind eine Gefahr – besonders für Igel, die sich bei Gefahr nicht bewegen, sondern zusammenrollen.

Nutze lieber einen Rechen oder Besen. Und wenn du einen Mähroboter hast, dann setze ihn nur tagsüber ein, wenn keine Tiere aktiv sind. Noch besser: Lasse wilde Ecken einfach unberührt.

6. Torfhaltige Erde – schlecht fürs Klima

Torf wird durch das Trockenlegen von Mooren gewonnen. Dabei gehen nicht nur wertvolle Lebensräume verloren, sondern es wird auch viel CO₂ freigesetzt. Trotzdem steckt in vielen Blumenerden noch immer Torf.

Besser ist es, torffreie Erde zu verwenden. Diese gibt es mittlerweile in vielen Gartencentern. Noch nachhaltiger ist selbst gemachter Kompost aus Küchen- und Gartenabfällen.

Übersicht: Mit kleinen Schritten Großes bewirken

Ein naturnaher Garten braucht nicht viel Aufwand. Was zählt, ist das bewusste Weglassen von schädlichen Mitteln und der achtsame Umgang mit Pflanzen und Tieren. Wenn du natürliche Alternativen nutzt, Vielfalt förderst und Ordnung nicht übertreibst, entsteht ein Garten, der dir und der Natur gleichermaßen guttut – bunt, lebendig und gesund.

Probleme im Garten: