Obstbaum jetzt pflanzen? So geht’s im Sommer

Obstbaum jetzt pflanzen? So geht’s im Sommer

Obstbaum jetzt pflanzen? So geht’s im Sommer

Obstbaum jetzt pflanzen? So geht’s im Sommer

Du kannst im Sommer einen Obstbaum pflanzen, und zwar gut, wenn du ein paar Punkte beachtest. Denn der Boden ist warm, die Wurzeln wachsen dadurch schnell, und mit etwas Schutz vor Hitze klappt die Anwachsphase meist stabil. Wenn du vorab genauer verstehen willst, was beim Sommerpflanzen im Baum passiert, dann lies gern auch Was passiert, wenn du jetzt im Sommer einen Obstbaum pflanzt?. Hier bekommst du eine einfache Anleitung Schritt für Schritt, mit vielen kleinen Tipps, die dir das Einpflanzen im warmen Halbjahr leicht machen.

Der richtige Zeitpunkt und Standort

Wähle einen hellen, sonnigen Platz, aber achte gerade in der ersten Woche auf leichten Schatten zur Mittagszeit, denn junge Blätter vertragen Hitze noch nicht so gut. Der Standort sollte luftig, aber nicht zugig sein, und er sollte Wasser halten, aber nicht staunass sein. Plane das Einpflanzen am besten früh am Morgen oder am Abend, weil der Boden dann kühler ist und das Wasser nicht so schnell verdunstet. Für Apfelbäume gilt: volle Sonne ist ideal, und doch hilft in der Startphase ein Sonnensegel oder ein Schirm, damit die Blätter nicht verbrennen.

Vorbereitung: Wurzelballen, Werkzeug und Pflanzgrube

Verwende im Sommer möglichst einen Baum im Topf (Containerware), denn dieser kann fast ganzjährig gesetzt werden. Stelle den Wurzelballen vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser, und warte, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So saugt sich das Substrat voll, und der Baum startet gut. Hebe die Pflanzgrube doppelt so breit wie den Ballen aus, aber nur so tief, dass der Ballen später bündig mit der Umgebung liegt. Lockere den Boden rundum, mische lockere Erde mit etwas reifem Kompost, und vermeide starke Startdüngungen, weil diese im Sommer schnell zu Salzstress führen können. Schneide am Ballen vorsichtig kreisende Wurzeln an, damit sie sich nach außen verzweigen.

Einpflanzen Schritt für Schritt

Schlage zuerst den Baumpfahl in die Grube, denn so verletzt du die Wurzeln nicht. Setze dann den Baum ein, und achte darauf, dass die Veredlungsstelle (die Verdickung am Stamm) deutlich über dem Boden bleibt. Richte den Baum gerade aus, fülle Erde schrittweise ein, und drücke sie seitlich leicht an, aber nicht zu fest. Forme einen Gießrand, also einen kleinen Wall um den Ballen, damit Wasser nicht wegläuft. Binde den Stamm mit einem weichen Band am Pfahl an, und gib zum Abschluss eine kräftige Startgabe Wasser, und zwar langsam, damit alles tief ankommt.

Gießen und Hitzeschutz im Sommer

Gieße lieber seltener, aber dann durchdringend, und prüfe zwischendurch mit der Fingerprobe, wie feucht die Erde in 10 bis 15 cm Tiefe ist. Dazu passt der Beitrag Pflanzen richtig gießen: Fingerprobe, Zeiten, Wasser, denn er erklärt dir kompakt, wann und wie lange du wässern solltest. Mulche den Bereich um den Stamm mit einer dünnen Schicht aus gehäckseltem Schnittgut oder Laub, aber halte 5 bis 10 cm Abstand vom Stamm, damit nichts schimmelt. In den ersten Tagen hilft ein leichter Schattenschutz zur Mittagszeit, zum Beispiel ein Tuch oder ein Sonnenschirm. Zur sanften Stärkung der Blätter kannst du nach Bedarf ein Pflanzenstärkungsmittel einsetzen, etwa Bio-Pflanzenspray Ackerschachtelhalm & Hafer 500ml, und zwar nach Gebrauchsanweisung.

Leichter Pflanzschnitt und Wundpflege

Im Sommer schneidest du nur, was wirklich nötig ist: beschädigte, trockene oder sich kreuzende Triebe. Lasse gesundes Laub möglichst dran, denn es versorgt den Baum. Wenn du doch einmal eine stärkere Wunde hast, kannst du die Schnittstelle bei Bedarf mit Baumwachs Sprüh-Verband 200ml schützen. Das kann das Austrocknen der Wunde verringern, und es sorgt optisch für einen sauberen Abschluss. Kontrolliere die Bindung am Pfahl regelmäßig, und lockere sie, sobald der Stamm dicker wird. So bleibt der Baum gerade, und er scheuert nicht am Holz.

Pflege in den ersten Wochen

Halte den Wurzelbereich unkrautfrei, denn Gras und Beikräuter nehmen Wasser weg. Prüfe nach Wind und Gewitter, ob der Pfahl noch fest sitzt, und richte den Baum gegebenenfalls neu aus. Dünge in den ersten Wochen nicht stark nach, sondern gib dem Baum vor allem Ruhe, Wasser und Luft. Wenn Blätter mittags schlapp wirken, ist das oft nur Hitze; kontrolliere am Abend, und gieße erst, wenn der Boden wirklich trocken ist. Achte außerdem auf Fraßspuren, und greife bei Bedarf früh und sanft ein, zum Beispiel mit mechanischem Absammeln; zur allgemeinen Stärkung kannst du weiterhin Bio-Pflanzenspray Ackerschachtelhalm & Hafer 500ml nutzen.

Häufige Fehler vermeiden

Setze den Baum nicht zu tief, denn ein zu tiefer Stand fördert Fäulnis an Stamm und Veredlungsstelle. Pflanze nicht in eine zu kleine Grube, weil die Wurzeln sonst nicht in gelockerten Boden wachsen. Gib kein starkes Kunstdüngersalz in den Pflanzschacht, denn das kann Wurzeln verbrennen, gerade bei Hitze. Gieße nicht nur oberflächlich jeden Tag ein bisschen, sondern seltener und dafür ausgiebig, damit die Wurzeln in die Tiefe gehen. Entferne Netze, Drähte oder Folien am Ballen, sofern vorhanden, damit die Wurzeln frei wachsen können. Und achte darauf, dass der Mulch den Stamm nicht bedeckt, weil das Schädlinge und Pilze fördern kann.

Wenn du so vorgehst, dann bekommt dein junger Obstbaum auch im Sommer einen guten Start, und er kann sich in Ruhe einwurzeln. Plane Zeit fürs erste Angießen ein, bleib bei Hitze aufmerksam, und arbeite Schritt für Schritt. So bleibt die Pflanzung überschaubar, und dein Baum steht stabil – jetzt und für die nächsten Jahre.

Quelle: Der Pflanzenarzt (René Wadas)