Kirschbaum schneiden – Das richtige Timing und warum das Wetter entscheidend ist
Wann du deinen Kirschbaum am besten schneidest
Wenn du Jahr für Jahr eine üppige Kirschernte erzielen möchtest, ist der Schnitt deines Kirschbaums unerlässlich. Dabei gibt es gerade beim Kirschbaum einiges zu beachten, damit er gesund bleibt und viele Früchte trägt. Gerade Süßkirschen beeindrucken nicht nur durch ihre Größe – sie können beeindruckende Höhen erreichen – sondern auch durch ein kräftiges Wachstum. Damit Süß- und Sauerkirschen gleichermaßen viele gesunde Früchte tragen, solltest du regelmäßig zur Schere greifen.
Auch in unserem eigenen Garten haben Sauerkirsche wie Süßkirsche ihren festen Platz. Was wir rasch festgestellt haben: Nur mit der richtigen Pflege und einem gezielten Rückschnitt kannst du das volle Erntepotenzial ausschöpfen. Welche Werkzeuge sich eignen und wie du beim Schnitt vorgehst, gebe ich dir hier Schritt für Schritt mit auf den Weg.
Warum der Sommer für den Schnitt ideal ist
Damit dein Kirschbaum vital bleibt und Jahr für Jahr herrliche Früchte schenkt, solltest du ihn optimalerweise direkt nach der Ernte im Sommer schneiden. Durch den Schnitt während der aktiven Wachstumsphase kannst du das starke Austreiben des Baumes kontrollieren und verhindern, dass dein Baum zu groß oder zu wuchtig wird. Außerdem bildet dein Kirschbaum nach dem Sommerschnitt neue frische Triebe, die im nächsten Jahr ausgiebig blühen und tragen.
Ein weiterer Pluspunkt: Schnittwunden heilen im Sommer schneller ab, was das Risiko für Pilz- oder Bakterieninfektionen deutlich senkt. Besonders wenn du größere Äste entfernen möchtest, solltest du diese Arbeiten lieber in der warmen Jahreszeit einplanen. Dünnere Zweige kannst du allerdings auch am Ende des Winters vorsichtig einkürzen.
Für weitere Tipps, wie du deinen Nutzgarten erfolgreich pflegst und welche Aufgaben im Sommer anstehen, findest du auf unserer Website viele nützliche Informationen, etwa zum Thema Nutzgarten im Juni und was dann zu tun ist.
Süßkirschen pflegen: So bleiben Äste vital und tragen reichlich Früchte
Süßkirschen blühen bevorzugt an jungen, zwei- bis dreijährigen Trieben. Wenn du längere Zeit auf einen gezielten Schnitt verzichtest, wandert der Fruchtansatz immer weiter nach außen, während das Kroneninnere verkahlt – mit der Folge, dass viele Früchte keine optimale Belichtung und Belüftung bekommen.
Deshalb empfiehlt es sich, alle seitlichen Triebe, die nach innen wachsen, ganz behutsam zu entfernen. Älteres Fruchtholz solltest du über einem jungen, vitalen Seitentrieb abschneiden, damit dieser zum neuen Fruchtträger wird. Besonders lohnend ist es, die sogenannten Buketttriebe zu erhalten, denn sie versprechen den meisten Fruchtertrag. Lasse sie möglichst stehen, es sei denn, sie wachsen steil nach oben und konkurrieren mit der Hauptachse – dann solltest du vorsichtig auslichten.
Wenn du mehr zum schonenden und natürlichen Umgang bei der Pflege von Gehölzen wissen möchtest, kannst du dich über natürlichen Pflanzenschutz im Garten informieren und deinen Obstbäumen auf diese Weise noch mehr Gesundheit schenken.
Sauerkirschen richtig schneiden – So gedeiht dein Baum optimal
Erkenne den Typ deiner Sauerkirsche
Bevor du zur Schere greifst, solltest du wissen, zu welchem Typ deine Sauerkirsche zählt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den bekannten Schattenmorellen und den Weichselkirschen. Beide Gruppen haben unterschiedliche Ansprüche, wenn es um den richtigen Schnitt geht.
Schattenmorellen gezielt zurückschneiden
Trägt deine Sauerkirsche zur Gruppe der Schattenmorellen, erklärt sich das Schnittprinzip fast von selbst. Ihre Früchte wachsen ausschließlich an jungen, einjährigen Ästen. Sobald du die Kirschen geerntet hast, empfiehlt es sich, gerade diese frischen Triebe zu kürzen oder direkt zu entfernen. Lässt du sie zu lang wachsen, neigen sie dazu, wie lange Peitschen herunterzuhängen und bleiben meistens ohne Kirschbehang.
Weichselkirschen wie Süßkirschen schneiden
Zählt deine Sauerkirsche zu den Weichselkirschen, erinnert ihr Wuchsverhalten an die Süßkirschen. Ihre Kirschen entstehen an zwei- bis dreijährigem Holz. Hier schneidest du nach ähnlichen Regeln wie bei den Süßkirschen: Räume die Krone auf, entferne alte, fruchtlose Äste und achte darauf, dass Luft und Licht bis ins Kroneninnere kommen. So begünstigst du eine gute Entwicklung und eine reiche Ernte. Für noch mehr Tipps rund um den perfekten Obstbaumschnitt schau dir gerne auch die Hinweise im Beitrag zu Obstbäume schneiden: Winterschnitt, Schnittarten & Regeln an.
Kirschbaum verjüngen: So bekommst du wieder viele Früchte
Wann ist es Zeit für einen Verjüngungsschnitt?
Dein Kirschbaum hat dich in den letzten Jahren mit nur wenigen Kirschen enttäuscht und wächst inzwischen weit über deinen Kopf hinaus? Dann wird es höchste Zeit, ihn kräftig zurückzuschneiden. Vor allem, wenn du ihn schon länger nicht mehr geschnitten hast, helfen nur noch konsequente Maßnahmen für frisches Wachstum und eine bessere Ernte.
Kirschbaum richtig zurückschneiden
Setz deine Gartenschere an den stärksten Ästen an und kürze sie deutlich ein. Achte darauf, die Äste immer oberhalb eines eher waagerecht wachsenden Seitentriebs abzuschneiden. Durch diese Technik bringst du Licht und Luft in die Krone, was deine Früchte besser reifen lässt und die Ernte wesentlich erleichtert.
Platz für frische Triebe schaffen
Damit dein Kirschbaum wieder viele frische Triebe und damit auch neue Fruchtträger bildet, solltest du ältere Äste großzügig herausnehmen. So können junge Triebe nachwachsen, die später besonders viele Kirschen liefern.
Worauf du beim Schnitt besonders achten solltest
Am besten schneidest du den Kirschbaum an einem sonnigen, trockenen Tag. Denn wenn das Holz feucht ist, steigt das Risiko für Pilzkrankheiten. Der günstigste Zeitraum dafür liegt direkt nach der Ernte, also zwischen August und September. Für einen gesunden Austrieb solltest du die Schnitte immer knapp oberhalb eines vitalen, jungen Seitentriebs setzen. Statt vieler kleiner Schnittwunden entfernst du lieber ganze Äste – das schont den Baum und hilft ihm bei der Regeneration.
Mit dieser Pflege schaffst du beste Voraussetzungen, dass dein Kirschbaum im kommenden Jahr wieder voller knackiger Kirschen hängt. Viele Gärtnerinnen und Gärtner schwören auf diese Schnittmethode und berichten von wieder deutlich höheren Erträgen. Wenn du dich für die Pflege und den Schnitt anderer Obstsorten interessierst, schau dir doch auch mal an, worauf es beim Schnitt von Obstbäumen allgemein ankommt.