Gift oder Vitamine? Wann Petersilie aus deinem Garten riskant wird

Gift oder Vitamine? Wann Petersilie aus deinem Garten riskant wird

Frische Kräuter – Wie gesund sind sie wirklich?

Vielleicht denkst du, dass frische Petersilie aus deinem eigenen Garten grundsätzlich eine Wohltat für deinen Speiseplan ist. Tatsächlich kann die grüne Würzpflanze allerdings auch giftig werden – und das kommt öfters vor, als du vielleicht glaubst. Besonders wenn du bei der Pflege oder beim Ernten der Petersilie nicht ganz aufmerksam bist, besteht die Gefahr, statt gesunder Nährstoffe plötzlich das Gift Apiol in deinen Gerichten zu haben.

Wann die Petersilie zur Giftpflanze wird

Obwohl Petersilie voller wertvoller Vitamine steckt, solltest du wissen, dass diese beliebte Küchenkraut auch als Giftpflanze gelten muss. Der Grund dafür liegt im zweiten Lebensjahr der Pflanze: Sobald Petersilie blüht, entwickelt sie Apiol – einen Stoff, der giftig wirken kann. Nicht umsonst wurde die unscheinbare Petersilie vom Botanischen Sondergarten Hamburg-Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres 2023 gewählt.

Wann kannst du bedenkenlos Petersilie genießen?

Zu Beginn kannst du beruhigt sein: Im ersten Jahr ist Petersilie vollkommen unbedenklich. Solange du die frischen, grünen Blätter für deinen Salat, Kräuterbutter, Suppen oder Kartoffelgerichte verwendest, nimmst du damit lediglich beste Vitamine und gesunde Nährstoffe auf. Es gibt also keinen Grund zur Sorge, solange du junge Petersilie erntest und verwendest.

Das steckt in deiner Petersilie

Petersilie, die du vielleicht auch als Peterli, Peterling oder Petergrün kennst, stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Es handelt sich um eine zweijährige, krautige Pflanze, die als glatte oder krause Variante erhältlich ist. Vielleicht hast du sogar Wurzelpetersilie im Garten. Als Küchenkraut ist sie enorm vielseitig und bereichert nicht nur Suppen und Soßen, sondern auch Salate und Eierspeisen.

Die grünen Blätter sind reich an Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und enthalten außerdem Eisen sowie Kalium. All diese Inhaltsstoffe tun deinem Körper gut, solange du die Pflanze im ersten Jahr erntest.

Petersilie als Hausmittel und Verwechslungsgefahr

Petersilie wird nicht nur in der Küche, sondern auch gerne als Heilpflanze eingesetzt. Sie soll bei Problemen wie Mundgeruch, erhöhtem Blutdruck, Magen- oder Darmbeschwerden sowie Harnwegsinfekten helfen. Sogar in der Frauenheilkunde kommt sie zum Einsatz. Manchmal wird Petersilie übrigens leicht mit Koriander verwechselt, aber es gibt deutliche Unterschiede im Aussehen und Geschmack.

Wann musst du besonders vorsichtig sein?

Wichtig ist für dich: Ab dem zweiten Jahr mit Beginn der Blütezeit wird Petersilie kritisch. Dann bildet die Pflanze Apiol, das für dich und andere im Haushalt schädlich sein kann. Halte dich also daran, Petersilie vor der Blüte zu ernten, um auf der sicheren Seite zu sein.

Petersilie im Garten: Darauf solltest du achten

Die Besonderheiten der Petersilie

Petersilie gehört zu den zweijährigen Pflanzen. Im zweiten Sommer kann es heikel werden, denn ab dem Moment, in dem deine Petersilie blüht, passiert etwas Wichtiges: Die Pflanze produziert das Gift Apiol. Dieses Gift sammelt sich nicht nur in den Samen der gelben Blüten, sondern gelangt auch in die Wurzeln und Blätter. Ab dann solltest du keine Petersilie mehr aus deinem Beet ernten und zum Würzen verwenden.

Warum blühende Petersilie giftig wird

Sobald deine Petersilie in die Blüte geht, entsteht das schädliche Apiol im ganzen Kraut. Dadurch ist das Gewürz nicht mehr für die Küche geeignet und sollte auch keinesfalls gegessen werden. Vor allem, wenn du nicht immer sofort alle alten Pflanzen entfernst, kann es schnell passieren, dass genau diese Petersilie geerntet wird. Deshalb solltest du spätestens nach dem ersten Jahr jede Pflanze aus dem Beet nehmen.

So wirkt Apiol auf den Körper

Apiol ist vor allem dann gefährlich, wenn größere Mengen aufgenommen werden. Schon kleine Mengen können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Nimmst du zu viel Apiol auf, hat das schwerwiegende Folgen: Deine Darm- und Blasenmuskulatur kann sich zusammenziehen, Krämpfe der Gebärmuttermuskulatur sind möglich, was besonders in der Schwangerschaft gefährlich ist. Außerdem kann das Gift auch Niere und Leber schädigen.

Falls du versehentlich Apiol gegessen hast

Solltest du aus Versehen blühende Petersilie verzehrt haben, ist es wichtig, sofort den Giftnotruf zu informieren. Die Fachleute sind deutschlandweit zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar und sagen dir genau, wie du vorgehen musst oder zeigen den Weg zur nächsten Notaufnahme. Für eine gute Beratung solltest du möglichst genau angeben, wie viel blühende Petersilie du gegessen hast. Wusstest du übrigens, dass auch Kartoffelknollen gefährlich werden können und sogar tödlich wirken, wenn sie Giftstoffe enthalten?