Garten aufräumen: 10 Dinge raus – bessere Alternativen
Vieles, was praktisch wirkt, bremst deinen Garten aus: alte Erde, Chemie, spröde Plastiktöpfe oder sterile Flächen. Das kostet Vitalität und schadet Tieren.
Mit ein paar klaren Entscheidungen räumst du auf und machst dein Grün widerstandsfähig. Hier erfährst du, was raus kann und womit du sinnvoll ersetzt.
Wichtig bei Kartoffelwasser gegen Giersch
- Verwende nur ungesalzenes Kartoffelwasser, damit Boden und Nachbarpflanzen nicht zusätzlich belastet werden.
- Giersch treibt aus Wurzelresten wieder aus; eine einzelne Anwendung reicht deshalb meist nicht aus.
- Bringe heißes Wasser gezielt auf die Gierschstellen und schütze angrenzende Kulturpflanzen vor der Hitze.
10 Dinge, die du aus deinem Garten werfen kannst – plus eindeutig bessere Alternativen_bearbeitet
Raus mit alten Blumenerden
Wenn du schon länger Blumen in denselben Töpfen stehen hast, solltest du die alte Blumenerde entsorgen. Mit den Jahren verlieren diese Substrate einfach an Kraft und können sogar Schädlinge enthalten. Ersetze die alte Erde besser durch frisches, nährstoffreiches Substrat – so fühlen sich deine Pflanzen deutlich wohler.
Schädliche Pflanzenschutzmittel ersetzen
Vergiss chemische Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie schaden Bienen, Regenwürmern und vielen anderen Helfern. Setze lieber auf natürliche Produkte und bring mehr nützliche Insekten in deinen Garten. Wie du das schaffst, erfährst du unter anderem auf mehr nützliche Insekten in deinem Garten fördern.
Alte Plastikblumentöpfe aussortieren
Kunststofftöpfe, die schon lange im Einsatz sind, werden oft spröde und brechen schnell. Nach Möglichkeit solltest du auf Alternativen wie Terrakotta oder recycelbares Material umsteigen. So sieht nicht nur alles schöner aus, du schonst auch die Umwelt.
Unbrauchbare Gartenwerkzeuge entsorgen
Werkzeuge, die schon lange nicht mehr richtig funktionieren oder stark verrostet sind, brauchen wirklich keinen Platz mehr in deinem Schuppen. Investiere lieber in hochwertiges Gartengerät – das erleichtert dir die Arbeit enorm und hält deutlich länger.
Unbeliebte Zierpflanzen durch Neues ersetzen
Falls du dich an einer Pflanze sattgesehen hast oder sie einfach nicht gut wächst, trenne dich davon. Es lohnt sich, Neues auszuprobieren oder vielleicht sogar bienenfreundliche Arten zu setzen, die den Garten beleben.
Kunstrasen gegen natürliches Grün tauschen
Kunststoffe gehören nicht ins Beet – auch, wenn Kunstrasen auf den ersten Blick pflegeleicht wirkt. Rasen aus echten Gräsern oder Wildblumen sieht lebendiger aus und fördert außerdem das ökologische Gleichgewicht.
Überholte Deko loswerden
Zu viele kitschige Dekofiguren nehmen deinem Garten schnell die Natürlichkeit. Begrenze dich auf ausgewählte, hochwertige Elemente, dann bleibt der Gartencharakter erhalten und alles wirkt harmonisch.
Altes Saatgut nicht mehr verwenden
Samen verlieren nach und nach ihre Keimfähigkeit. Wenn du Tütchen entdeckst, die seit Jahren ungenutzt herumliegen, sortiere sie aus. Frische Samen bringen meist viel bessere Ergebnisse und sorgen im Beet für kräftige neue Pflanzen. Übrigens: Wie du einen Stand mit eigenen Samenbomben basteln kannst, liest du unter Samenbomben herstellen.
Nicht heimische invasive Pflanzen entsorgen
Wenn sich in deinem Garten invasive oder nicht heimische Arten ausgebreitet haben, wird es Zeit, diese Pflanzen auszugraben. Heimische Wildpflanzen sind viel besser an die Bedingungen angepasst und bieten Tieren Nahrung und Schutz.
Wilde Ecken zulassen statt alles leer zu räumen
Räume nicht jede wilde Ecke penibel auf. Ein Stück ungemähte Wiese oder ein toter Ast bieten wichtigen Lebensraum für viele Insekten und Vögel. Ein bisschen Wildwuchs tut deinem Garten gut.
Starte jetzt mit einem Neuanfang
Wenn du diese Dinge aus deinem Garten aussortiert hast, wird deine grüne Oase aufblühen und die Arbeit dort macht dir wieder richtig Spaß. Vor allem, wenn du gerade anfängst, findest du viele wertvolle Tipps auf Gemüsegarten für Anfänger.
Gartenparadies gestalten: Mit kleinen Änderungen Großes bewirken
Was wächst eigentlich in deinem Garten?
Hast du schon einmal überlegt, welche Pflanzen in deinem Garten den Ton angeben? Überlegst du, womit du deine Blumen und Sträucher versorgst – und was genau in deiner Erde steckt? Sogar umweltbewusste Gärtner wie du tappen manchmal in die Falle von scheinbar praktischen Helfern, die jedoch oft nachteilige Folgen für Natur und Tiere haben. Mit dem richtigen Hintergrundwissen kannst du dein eigenes Stück Grün schnell in eine Oase für Mensch und Tier verwandeln.
Dein Garten als nachhaltiger Rückzugsort
Ein Garten bietet heute so viel mehr als hübsche Beete oder gepflegte Wege. Er ist ein persönlicher Rückzugsort, speichert CO₂, spendet Schatten und liefert zahlreichen Lebewesen wie Wildbienen, Vögeln und Igeln ein wertvolles Zuhause. Mit klugen Entscheidungen trägst du zu Arten- und Umweltschutz bei – und zwar direkt vor deiner Haustür. Viele scheinbar nützliche Produkte oder Trendpflanzen verhindern aber genau das. Welche Fehler du besser vermeidest, kannst du auch nachlesen bei häufige Irrtümer im Garten.
Diese Gartenfehler solltest du vermeiden
Viele Pflanzen und Produkte, die als besonders pflegeleicht oder attraktiv gelten, haben ihre Tücken – und nicht alles, was schön aussieht, ist auch ökologisch sinnvoll. Es gibt einfache Wege, wie du deinen Garten naturnah und dabei bienenfreundlich gestaltest.
Schöne, aber nutzlose Zierpflanzen
Pflanzt du Klassiker wie Kirschlorbeer, Bambus oder gefüllte Rosen, sehen deine Beete zwar toll aus, bieten aber Insekten kaum Nahrung. Die prachtvollen Blüten vieler Geranien, Dahlien und Forsythien etwa beeindrucken das Auge, nutzen heimischen Bestäubern aber kaum. Bienen und andere Insekten finden bei diesen Zierarten kaum Nektar oder Pollen und gehen zwischen scheinbarer Blütenpracht oft leer aus.
Möchtest du deinen Garten lebendiger machen, lohnt sich stattdessen die Auswahl heimischer, ungefüllter Blumen wie Natternkopf, Malven oder Glockenblumen. Mit einer bunten, saisonal abgestimmten Mischung sorgst du nicht nur für Abwechslung, sondern unterstützt darüber hinaus nützliche Insekten von Frühling bis Herbst.
Wenn du bei Zierpflanzen lieber zu Wildarten wie Wildrosen greifst, tust du aktiv etwas für die Artenvielfalt. Eine umfangreiche Liste ökologisch wertvoller Pflanzen findest du zum Beispiel unter dem Thema nützliche Insekten im Garten fördern.
Bienenfreundlich – aber belastet? Augen auf beim Pflanzenkauf
Hast du schon einmal bienenfreundliche Pflanzen gekauft und gingst davon aus, damit Gutes zu tun? Leider sind viele dieser Gewächse mit einer Mischung aus Pestiziden belastet, die nicht nur Bienen, sondern auch anderen Tieren und uns selbst schaden können. So wird aus der guten Absicht schnell das Gegenteil – wenn etwa Lavendel oder Glockenblumen aus dem Baumarkt mehr schaden als nützen.
Besser ist es, auf Pflanzen aus dem Bio-Handel, Wochenmarkt oder von kleineren regionalen Gärtnereien zu setzen. Gerade dort bekommst du häufig ungefüllte, heimische Sorten und Bio-Saatgut. Frage im Zweifelsfall einfach beim Händler nach und informiere dich über die Herkunft der Pflanzen.
Wenn du mehr zu passenden Blühpflanzen wissen möchtest, helfen dir Listen zu bienenfreundlichen Kräutern, Stauden und Sträuchern weiter. Außerdem kannst du spezielle Samensets für eine bunte und ökologische Blumenwiese in Bio-Qualität bequem online bestellen – etwa bei diversen Anbietern im Internet.
Torf in Blumenerde: Was steckt in deinem Sack?
Greifst du im Gartencenter ohne Nachzudenken zu herkömmlicher Blumenerde, bringst du damit fast immer auch Torf in deinen Garten. Torf gilt als echter Klimakiller, da beim Abbau große Mengen CO₂ freigesetzt werden und Lebensräume für viele seltene Tiere verloren gehen.
Mit torffreier Erde kannst du diesen Umweltproblemen ganz einfach aus dem Weg gehen und tust gleichzeitig etwas für nachhaltigeres Gärtnern. Gerade im Frühling ist das eine wichtige Entscheidung für deine Beete – passende Tipps zum Saisonstart bekommst du unter Garten im April.
So setzt du auf nachhaltige Erde im Garten
Wenn du wirklich Wert auf Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Garten legst, solltest du auf keinen Fall Erde mit Torfanteil kaufen. Der Torfabbau zerstört nämlich wertvolle Moorlandschaften. Das bedeutet nicht nur einen schweren Verlust für viele Pflanzen- und Tierarten, sondern sorgt auch dafür, dass gebundenes CO₂ freigesetzt wird – mit Folgen fürs Klima.
Greif stattdessen zu torffreier Blumenerde, die anhand des passenden Siegels erkennbar ist. Noch besser ist es, auf selbst erzeugten Kompost zu setzen, wenn du die Möglichkeit dazu hast. Du findest geeignete Produkte zum Beispiel bei Obi, Toom oder im Onlinehandel.
Gefahren durch chemische Mittel gegen Wildkräuter
Wenn du mit chemischen Präparaten das sogenannte Unkraut loswerden willst, schadest du damit viel mehr als nur den Pflanzen. Zahlreiche Produkte vergiften auch hilfreiche Tiere wie Bienen, Schmetterlinge oder wichtige Bodenlebewesen – teilweise schon in winzigen Mengen.
Eine naturschonende Lösung wäre, Wildkräuter per Hand zu entfernen oder Schädlinge einfach abzusammeln. Noch ein Stück besser wirkt es sich aus, wenn du Wildkräuter wie Löwenzahn gezielt stehen lässt. Gerade für Wildbienen sind diese Pflanzen essenziell. Bei einem Befall mit Schädlingen helfen Neemöl oder Brennnesseljauche als umweltfreundliche Alternativen. Übrigens findest du weitere Ideen für natürliche Methoden gegen Unkraut in deinem Garten.
Warum Schottergärten keine gute Idee sind
Vielleicht hast du schon gehört, dass Schottergärten einfach zu pflegen seien. Das stimmt meistens aber nicht. Sie erhitzen sich im Sommer schnell, speichern kaum Wasser und sind für Tiere absolute Wüsten – Nahrung oder Unterschlupf findest du dort nicht.
Stattdessen könntest du auf heimische Pflanzen setzen, die Trockenheit gut aushalten, etwa Sand-Thymian, Scharfer Mauerpfeffer, Zierlauch oder Weiße Fetthenne. So bringst du wieder Leben in deinen Garten und schaffst wichtige Rückzugsorte für verschiedene Tierarten.
Mit natürlichen Düngern richtig versorgen
Du solltest bei der Düngung auf Kunstdünger verzichten, denn diese synthetischen Produkte sind aus mehreren Gründen problematisch: Ihre Herstellung verschlingt viel Energie, sie hinterlassen oft Rückstände wie Schwermetalle und schwächen den Boden auf Dauer. Außerdem kann der künstliche Dünger ins Grundwasser gelangen, was auch für dich und deine Familie nicht ungefährlich ist. Die Pflanzen wachsen zwar manchmal schneller, sind aber anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.
Greife lieber zu organischen Alternativen wie Kompost, Hornspänen, Gesteinsmehl, Mist, Regenwurmhumus oder Kräuterextrakten – damit versorgst du den Boden nachhaltig mit allen wichtigen Nährstoffen. Hast du ausreichend Platz, kannst du es auch mit Gründüngung versuchen. Organische Dünger findest du übrigens ganz einfach bei uns online. Weitere Tipps zu typischen Fehlern und wie du sie vermeidest, findest du im Beitrag zu Gartenfehlern, die viel kaputt machen.
Warum Laubsauger problematisch sind
Laubsauger sind nicht nur sehr laut und benötigen jede Menge Energie, viele Geräte setzen auch noch Abgase frei. Ein weiterer Nachteil: Insekten, Regenwürmer, Spinnen und sogar Frösche werden häufig eingesaugt und getötet, wenn das Gerät eine Häckselfunktion hat.
Viel besser ist es, zum altbewährten Rechen zu greifen. Damit schonst du die Umwelt und schützt kleine Gartenbewohner – ganz zu schweigen davon, dass du gleichzeitig auch noch etwas Bewegung an der frischen Luft bekommst.
Schutz der Igel vor dem Mähroboter
Moderne Mähroboter sind zwar bequem, stellen für Igel und andere kleine Tiere aber eine große Gefahr dar. Sie erkennen die Tiere nicht rechtzeitig und können gravierende Verletzungen verursachen. Wenn dir der Schutz der heimischen Tierwelt am Herzen liegt, solltest du beim Mähen immer auf diese kleinen Helfer achten und gegebenenfalls zu alternativen Methoden greifen. Mehr dazu, wie du nützliche Tiere gezielt unterstützen kannst, findest du im Ratgeber zu mehr nützlichen Insekten im eigenen Garten.
Wie du deinen Garten tierfreundlich und lebendig gestaltest
Vorsicht bei Mährobotern
Mähroboter sind für Tiere im Garten eine echte Gefahr, vor allem wenn sie nachts unterwegs sind. Während du vielleicht glaubst, dein Rasen wird einfach und geräuschlos gepflegt, laufen gerade dann Igel und andere nachtaktive Tiere durch den Garten.
Sie flüchten nicht vor dem lautlosen Gerät, sondern verfallen oft in eine Schreckstarre und kugeln sich zusammen – mit unangenehmen Folgen, denn die scharfen Klingen können sie schwer verletzen. Überlege lieber, ob du seltener mähst, deinem Garten eine Ecke mit Wildblumen gönnst oder eine wilde Wiese anlegst.
Vor allem bei kleineren Grundstücken, unter 200 Quadratmetern, greif lieber zum Handmäher. Damit schützt du viele kleine Gartenbewohner und unterstützt die Artenvielfalt.
Rasenfläche: Wertvoller Lebensraum oder Einöde?
Ein ständig getrimmter Rasen sieht zwar ordentlich aus, aber für Insekten ist er kaum nützlich. Sie finden weder Nahrung noch geeignete Plätze zum Brüten. Wenn du den Rasenmäher nur selten zum Einsatz bringst, hilfst du zum Beispiel Wildbienen, Schmetterlingen oder Wanzen aktiv beim Überleben.
Zwei Mähdurchgänge im Jahr reichen oft schon aus, damit sich auf deinen Wiesen vielfältiges Leben ansiedeln kann. Noch besser wird dein Garten zum kleinen Naturparadies, wenn du die Rasenfläche mit heimischen Blumen und Stauden ergänzt.
Übrigens findest du weitere Tipps, wie du mehr nützliche Insekten im eigenen Garten fördern kannst, direkt auf unserer Seite.
Weniger Ordnung, mehr Natur
Zu viel Perfektion im Garten schadet meist der Artenvielfalt. Gerade im Herbst solltest du nicht jedes Blatt und jeden Ast sofort entfernen. Wilde Ecken, Laubhaufen, verblühte Pflanzen und Reisig sind für viele Tiere ein wichtiger Unterschlupf in der kalten Jahreszeit.
Lass ruhig ein paar Staudenreste stehen und halte Sträucher naturnah – damit tust du Vögeln sowie Bienen einen großen Gefallen und schaffst Futterquellen und Winterquartiere. Trau dich, auf penible Ordnung zu verzichten, damit dein Garten lebendig bleibt.
Wenn du erfahren möchtest, welche Arbeiten im Herbst besonders sinnvoll sind, sieh dir unseren Beitrag über Gartenarbeit im Herbst an.