Kübelpflanzen richtig überwintern
Viele Pflanzen, die Du im Sommer auf Balkon oder Terrasse im Kübel pflegst, kommen mit kühlen Nächten kurzzeitig klar. Sie sind es gewohnt, dass der Herbst die Temperaturen langsam sinken lässt und schaffen daher auch leichten Frost. Trotzdem gibt es einige Kandidaten, die besonders empfindlich reagieren – etwa Papyrus, Korallenstrauch, manche Zitrusarten oder tropische Grünpflanzen, die meist gar keinen Frost vertragen.
Geschützter Platz für deine südländischen Gartenbewohner
Vielleicht magst Du sonnenliebende Pflanzen, auch wenn das Klima bei Dir eher rau ist. Mit etwas Übung und Wissen kannst Du diese exotischen Schönheiten über viele Jahre gesund erhalten. Besonders im Winter brauchen sie jedoch Deine volle Aufmerksamkeit, denn jetzt ist die Pflege wirklich anspruchsvoll. Die häufigsten Fehler beim Überwintern sind: zu wenig Licht, falsches Gießverhalten oder zu trockene Luft durch Heizungen.
Finde die richtige Balance, dann gelingt auch das Überwintern ohne Probleme!
Hast du das Glück, in einer Region mit milden Wintern zu wohnen, kannst du ruhig ein bisschen wagen und südländische Pflanzen direkt im Garten überwintern lassen – vorausgesetzt, sie kennen aus ihrer Heimat kalte Temperaturen. Probiere es mal aus mit Feigenbäumen, Granatapfel, Seidenakazie oder sogar Oliven. Der beste Standort ist dicht an einer windgeschützten Hauswand.
Sorgfältige Vorbereitung für kühle Wintermonate
Damit deine Pflanzen den Winter gut überstehen, hilft es, rund um die Wurzeln eine ordentliche Mulchschicht auszubringen. Die stärkeren Triebe umhüllst du am besten locker mit Vlies oder Matten aus Stroh. Achte darauf, dass immer genug Luft zirkulieren kann, sonst wächst die Gefahr, dass Feuchtigkeit und Pilze Schaden anrichten. Vor allem im Januar und Februar, wenn es besonders eisig werden kann, solltest du das Isoliermaterial checken und bei Bedarf aufstocken. Gutes Beobachten und schnelles Reagieren sichern dir gesunde Pflanzen bis zum nächsten Frühjahr!
Das Beste für deine Pflanzen: So lange wie möglich im Freien genießen
Wenn du nicht in einer besonders milden Gegend wohnst, kommt irgendwann der Moment, in dem deine Pflanzen doch ins Haus umziehen müssen. Wirf regelmäßig einen Blick auf die Wettervorhersage – kündigen sich frostige Nächte an, ist es höchste Zeit, vorsichtig zu werden. Lass deine grünen Schützlinge möglichst lange draußen, sodass sie noch die letzten sonnigen Tage ausnutzen können. Auch im Frühling sollten sie so bald wie möglich wieder nach draußen, sobald die Temperaturen stabil bleiben.
Sorgloser Pflanzenumzug – Tipps für Wintergärten
Spürst du, dass das Winterquartier eher dunkel oder kühl ist, überlege dir gut, wann du deine Pflanzen hereinholst. Je ungünstiger die Bedingungen sind, desto mehr strapazieren sie ihre Kraftreserven, weil sie drinnen weniger Energie zum Wachsen haben. Das zeitige Hereinholen empfiehlt sich dagegen, wenn du einen besonders hellen und schön temperierten Wintergarten besitzt. Hier macht deinen Pflanzen selbst ein langer Aufenthalt von Oktober bis April nichts aus und sie bleiben kräftig und gesund.
Kübelpflanzen gut vorbereitet ins Winterquartier bringen
Wenn du deine Kübelpflanzen im Herbst reinholst, ist die Erde im Topf oft noch richtig nass – das kommt durch den Regen in dieser Jahreszeit. In den kühlen, dunklen Überwinterungsräumen verdunstet aber kaum noch Feuchtigkeit, was für die Wurzeln zum Problem werden kann. Achte deshalb darauf, dass deine Pflanzen vor dem Umzug ins Winterquartier möglichst nicht mehr allzu viel Regen abbekommen.
Dünger ist ab Ende August tabu – erst im nächsten Frühjahr kannst du wieder damit starten. Deine Pflanzen brauchen in der kalten Jahreszeit sowieso eine Erholungspause, und das bedeutet auch weniger Nährstoffe. Ein guter Platz zum Überwintern ist zum Beispiel eine Garage, denn dort wird es selten richtig frostig. Viele robuste Pflanzen wie Agaven, Feigenbäume, Granatapfel, Lorbeer, Schmucklilien und Zylinderputzer kommen auch noch mit Temperaturen zwischen null und fünf Grad klar.
Licht und Temperatur im Winterlager
Pass aber auf, dass du sie nicht in völlige Dunkelheit stellst. Auch wenn deine Kübelpflanzen jetzt im „Sparmodus“ laufen, brauchen sie doch ein wenig Licht zum Überwintern. Nur laubabwerfende Pflanzen wie Feige, Granatapfel, Zitronenverbene, Korallenstrauch oder Agapanthus kommen mit sehr wenig Licht zurecht, denn sie speichern ihre Vorräte und verzichten eine Zeit lang ganz auf Blätter.
Wenn du deine Pflanzen in einen hellen Wintergarten oder das Treppenhaus stellst, fühlen sie sich dort während der kalten Monate besonders wohl. Ein kühler, aber lichtreicher Standort sorgt dafür, dass sie gut durch den Winter kommen und fit bleiben.
Natürliche Hilfe im Pflanzenschutz
Bevor du deine grünen Lieblinge ins Winterquartier räumst, schau dir die Blätter und Stiele ganz genau an. Gerade Schildläuse oder die Rote Spinne setzen sich gerne unbemerkt auf deine Pflanzen. Kontrolliere am besten jede Pflanze gründlich, damit sich diese Schädlinge nicht über den Winter ausbreiten können.
Wenn du etwas gegen ungebetene Gäste unternehmen möchtest, dann wähle am besten ein Pflanzenspray auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe. Solche Mittel sind gut für die Umwelt und schonen auch deine Pflanzen. Denk daran: Besprühe immer auch die Unterseiten der Blätter, denn dort verstecken sich Schädlinge besonders gern.
Keine Sorge bei fehlendem Winterquartier
Hast du keinen passenden Platz für deine Kübelpflanzen, brauchst du trotzdem nicht auf sie zu verzichten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Schätze auch an etwas ungünstigeren Standorten gut über die kalte Jahreszeit bringst.
Inzwischen gibt es zahlreiche Gärtnereien, die Dir dabei helfen, Deine Pflanzen sicher über den Winter zu bringen. Informiere Dich am besten frühzeitig, ob noch freie Plätze vorhanden sind, damit Du Deine grünen Lieblinge gut untergebracht weißt. Viele Anbieter holen auf Wunsch sogar Deine schweren Pflanzgefäße direkt bei Dir zu Hause ab und bringen sie nach den kalten Monaten wieder zu Dir zurück. So sparst Du Dir das lästige Schleppen und kannst ganz entspannt auf den Frühling warten.