2 Natürlich gegen Wühlmäuse und Ameisen

2. Folge der NDR-Sendereihe „Gärtnern natürlich“ – Inhalt: natürliche Mittel gegen Wühlmäuse, Ameisen, Birenengitterrost und Lilienhähnchen, Düngen, Wurzelbildung, Insektenhotel

 

Sonntag, 13. März 2016, 13:30 bis 14:00 Uhr

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Link zur Sendung: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/gaertnern_natuerlich/Natuerlich-gegen-Wuehlmaeuse-und-Ameisen-vorgehen,sendung489754.html

 

Im folgenden können Sie sich Videos zu den einzelnen Themen der Sendung ansehen

Das TV-Magazin gärtnern natürlich gibt auch in dieser neuen Folge der zweiten Staffel auf innovative, informative und unterhaltsame Weise Einblicke und Orientierung in die grenzenlose, vielfältige und komplexe Welt der Gärten und der Natur.
NDR Moderatorin Laura Lange präsentiert die Hausbesuche des Pflanzenarztes Rene Wadas bei norddeutschen Gartenbesitzern. Der Fachmann zeigt seine Lösungen für Probleme, bei denen die Hobbygärtner ratlos sind. Rene Wadas empfiehlt biologische Mittel, wo andere die Giftspritze gegen Schädlinge ansetzen würden: Milch gegen Mehltau, Rainfarn gegen Läuse oder Niemöl gegen Gemüsefliegen.

In großen Bauerngärten, kleinen Gemüsebeeten, Schrebergärten oder auf den Dachterrassen und Balkonen der Stadt entdecken immer mehr Menschen die Lust an der Natur und den grünen Oasen ihrer Umgebung. Dabei blüht und gedeiht längst nicht immer alles so, wie es die vielen Gartenmärkte und Fachzeitschriften abbilden. Stattdessen sind Obstbäume von Läusen befallen, Rosenblätter entweder rostbraun vertrocknet oder von einer mehlig-weißen Schicht überzogen.

Pflanzenarzt Rene Wadas findet in seiner grünen Arzttasche fast immer eine biologische und naturnahe Lösung, ganz ohne Chemie, wenn Schädlinge, Ungeziefer und Krankheiten dem Gartenbesitzer zu schaffen machen. Aber auch die richtige Bodenbeschaffenheit, der Lichteinfall oder das Pflanzenarrangement spielen für die Gesundheit der Pflanzen eine wichtige Rolle.

Gefördert mit Mitteln der nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen. Erstausstrahlung 12.09.2015

2.1      Die Tipps in Kürze

2.1.1     Wühlmäuse

Sind Wühlmäuse in Ihrem Garten unterwegs, hilft häufig eine Wasser-Molkemischung, die in die Gänge des Nagers gespritzt wird – je mehr, desto besser, am besten einmal pro Woche. Grundsätzlich gilt: Alles, was stinkt, mögen Wühlmäuse nicht.
Sie können auch die Knolle einer Gartengloxinie einpflanzen. Die Pflanze blüht prächtig, stinkt jedoch unterirdisch und hält Mäuse ab. Eine alternative Pflanze zur Mäuseabschreckung wäre die Kaiserkrone.

2.1.2     Buchenhecke

Krüppelt die Buchenhecke in Ihrem Garten und sehen die Blätter vertrocknet aus, liegt es nahe, dass beim Umpflanzen die Wurzeln beschädigt wurden. Graben Sie die Pflanze aus und überprüfen Sie die Wurzeln.
Um die Hecke wieder gesund zu machen, muss die Wurzelbildung gefördert werden. Dazu hilft es, die Stängel von Weidenzweigen in Wasser zu legen. Die Wurzelhormone der Weide gelangen so ins Wasser, mit dem Sie dann die Buche gießen können.

2.1.3     Der richtige Dünger

Entscheidend für das Wachstum ist der richtige Dünger. Blaukorn ist bei sandigem Boden die falsche Wahl. Der Boden kann die hoch dosierte Menge an Nährstoffen nicht festhalten. Die Folge: ausgewaschene Nährstoffe, Versalzung sowie eine Belastung des Grundwassers. Besser geeignet sind organische Dünger wie Humus oder Hornspäne.
Stauden und Blühpflanzen werden am besten mit mineralischen Produkten wie Kalisalzen und Düngermischungen versorgt. Wichtig sind Stickstoff fürs Blattgrün, Phosphor für Blüte und Wurzel und Kalisalze für die Wasseraufnahme, kurz „NPK-Dünger“ genannt.
Auf alles Essbare natürlichen, organischen Dünger geben. Der besteht aus Hornspänen, Knochenmehl oder neuerdings auch aus Schafswolle. Mikroorganismen im Boden wandeln die Substanz nach und nach in verfügbare Nährstoffe um. So muss nur zweimal im Jahr gedüngt werden.

2.1.4     Ameisen loswerden

Ameisen lassen sich durch Nematoden (Fadenwürmer) vertreiben. Diese Fadenwürmer werden in Wasser aufgelöst und auf die Ameisennester gegossen. Die Ameisen fühlen sich von den Nematoden gestört und siedeln ihre Nester und ihre Brut um. Es gibt spezielle Nematoden gegen Ameisen. Sie sollten bei bedecktem Himmel und einer Bodentemperatur ab 10 Grad verteilt werden. Man sollte die „Behandlung“ alle vier bis sechs Wochen wiederholen.
Eine andere Variante: Man legt einen Topf mit Erde umgekehrt auf das Nest. Da sich die Ameisen immer hocharbeiten, werden bald alle Ameisen in dem Topf sein. Dann kann man sie allesamt im Wald aussetzen und schon ist das Ameisennest verschwunden.

2.1.5     Bau eines Insektenhotels

Für den Bau können Reste und Holzabschnitte benutzt werden – Hauptsache, Sie nehmen Naturmaterialien und kein Nadelholz. Das mögen die künftigen Bewohner nicht, weil es Harz absondert. Zumindest für das Innenleben des Insektenhotels sollte dies beachtet werden. Der Rahmen darf schon aus Nadelholz bestehen.
Zuerst werden vier gleich lange Bretter zu einem Rahmen verschraubt. Der Innenraum wird in je nach Größe mehrere Fächer unterteilt. Ein Dach mit Plane schützt vor Regen. Damit die Grundkonstruktion Halt bekommt, müssen um den Rahmen herum Kanthölzer geschraubt werden.
Jetzt werden die Fächer befüllt. Lose Materialien wie Rindenmulch oder Stroh müssen hinter Gitter. Alles andere wie Ziegel, Lehm, Hölzer oder Schilfrohr kann frei liegen. Bohrlöcher sind perfekt für den Nestbau der kleinen Krabbler.

2.1.6     Lilienschädling „Lilienhähnchen“

Lilienhähnchen sind auf die Lilie spezialisiert. Man muss den Geschmack der Lilie verfremden, um die kleinen Käfer zu vertreiben. Die Lösung liefert ein Tee aus Eichenrinde und Salbei. Der Salbei hat ätherische Öle und duftet stark. Die Eichenrinde sondert Gerbstoffe ab, die von der Lilie aufgenommen werden und die Lilienhähnchen auf diese Weise irritiert und vertreibt.
Für einen Sud aus Eichenrinde und Salbei reichen 100 Gramm geschnittener Salbei und die Rinde von zwei bis drei Eichenzweigen. Die Mischung eine halbe Stunde in einem Liter Wasser kochen lassen. Dabei lösen sich ätherische Öle aus den Kräutern und Gerbstoffe aus der Eichenrinde, die besonders den gefräßigen Lilienhähnchen überhaupt nicht schmecken. Im Weckglas ist der Sud drei Monate haltbar. Für die Anwendung mit einer Sprühflasche auf die Pflanze sprühen.

2.2      Weitere Informationen

2.2.1     Wühlmäuse natürlich vertreiben

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Die einen schreien vor Schreck, andere finden sie niedlich: Wühlmäuse. Im Garten können die Tiere jedoch erheblichen Schaden anrichten. Tipps, um die Nager zu vertreiben. mehr

 

 

 2.2.2     Ein Hotel für Insekten bauen

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Für kleine nützliche Insekten wird es immer schwieriger, einen geeigneten Lebensraum zu finden. Gärtner Rasch zeigt, wie man ein Fünf-Sterne-Insektenhotel für sie schafft. mehr

 

 

 2.2.3     Gemüse biologisch düngen

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Ob Fisch, homöopathische Notfalltropfen, Schafswolle oder Kaffeereste für die Tomaten: Gärtner Peter Rasch verzichtet auf Chemie und setzt voll auf Biodünger. Ein Überblick. mehr

 

 

 

Redaktionsleiter/in        Marlis Fertmann

Redaktion                      Susanne Wachhaus

Produktionsleiter/in       Jost Nolting